Apotheker in Bühl leisten „Akkordarbeit“

Bühl/Baden-Baden (sga) – Seit Dienstag können sich bestimmte Personengruppen kostenlos FFP2-Masken in der Apotheke abholen. Das sorgte in Bühl für enormen Andrang.

Pausenlos stehen vor der Aesculap-Apotheke Kunden an, um ihre FFP2-Masken abzuholen. Foto: Sarah Gallenberger

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Pausenlos stehen vor der Aesculap-Apotheke Kunden an, um ihre FFP2-Masken abzuholen. Foto: Sarah Gallenberger

Am letzten Tag vor dem Lockdown war es vor allem eine Sache, die in der Bühler Innenstadt für lange Schlangen gesorgt hat: die kostenlose Ausgabe der FFP2-Masken von Apotheken. Bereits zur Mittagszeit war der Mund-Nasen-Schutz, den sich bestimmte Personengruppen abholen dürfen, kaum mehr verfügbar. „Und das, obwohl wir morgen auch noch geöffnet haben“, hieß es von den Mitarbeitern.

Denn ausgenommen von dem Lockdown sind Geschäfte und Läden des täglichen Bedarfs und somit auch die Apotheken. „Ich glaube, das haben viele nicht verstanden“, vermutet eine Passantin, die sich kopfschüttelnd an der Schlange vor der Schwanen-Apotheke vorbeidrängt.

Damit ist sie nicht die Einzige, die ihren Unmut über die vielen Menschen auf der Straße kundtut. „Wir leisten hier Akkordarbeit“, erzählt die Mitarbeiterin einer Apotheke in der Bühler Innenstadt im BT-Gespräch. „Seit heute Morgen um 8 Uhr stehen die Menschen vor unseren Geschäften. Wir arbeiten, so schnell wir können.“ Natürlich sei es das Recht der betroffenen Menschen, sich die FFP2-Masken abzuholen, die ihnen zustehen. „Aber irgendwann haben wir nun mal keine mehr vorrätig. Das heißt jedoch nicht, dass es nie mehr welche geben wird – wir haben direkt nachgeordert.“

15 Masken für jeden Berechtigten

Zu den Personen, die sich kostenlos den Mund-Nasen-Schutz abholen können, zählen alle Bürger, die das 60. Lebensjahr vollendet haben, außerdem Menschen mit chronischen Erkrankungen wie beispielsweise Asthma oder Schlaganfällen (egal welchen Alters). In den kommenden drei Monaten sollen jedem Berechtigten 15 Masken zugeteilt werden. Drei davon können bereits in den Apotheken abgeholt werden – sofern dabei ein Personalausweis vorgelegt wird.

Viele eben dieser Personen befürchten, keine der kostenlosen FFP2-Masken mehr zu bekommen. „Diese Angst ist auf der einen Seite natürlich verständlich“, ist die Mitarbeiterin einer Bühler Apotheke der Meinung. Einer der Hauptgründe dafür seien vor allem die Corona-Regeln, die in den vergangenen Wochen immer wieder geändert wurden und dadurch zu großer Verunsicherung geführt hätten. „Die Leute werden einfach immer vorsichtiger und wollen sich auf den absoluten Ausnahmezustand vorbereiten.“

„Kommen mit der Arbeit nicht mehr hinterher“

„Aber auf der anderen Seite“, so die Apothekerin, „stehen wir hinter der Verkaufstheke und kommen mit der Arbeit nicht mehr hinterher. Fraglich ist im Übrigen auch, wie viel Sinn es macht, mit dem Verteilen der Masken einen Tag vor dem Lockdown zu beginnen – an dem ohnehin schon genug Menschen auf den Straßen sind, um ihre letzten Besorgungen zu machen.“ Für sie sei unverständlich, weshalb damit nicht zu einem anderen Zeitpunkt gestartet wurde, „dadurch hätten wir natürlich auch mehr Vorlauf gehabt, um genügend Vorrat für alle zu bestellen“.

Trotz der langen Warteschlangen, die sich am Dienstag unter anderem auch in Baden-Baden und Umgebung bildeten, befürwortet Frederic Hauk von der Aesculap-Apotheke an der Bühler Klinik die Ausgabe der FFP2-Masken, „dadurch kann die Infektionsgefahr sicherlich verringert werden“. Trotzdem stecke dahinter ein sehr großer Aufwand. Um unnötige Schlangen vor den Apotheken zu vermeiden und die Wartezeiten zu minimieren, empfiehlt er, die Masken nach und nach zu holen. Denn: „Es sind genug für alle da.“

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Erstellt:
15. Dezember 2020, 20:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 35sec

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