Arbeiten auf Baden-Badener Gemeinschaftkläranlage

Baden-Baden/Sinzheim (hez) – Die Arbeiten am Neubau der vierten Reinigungsstufe der Gemeinschaftskläranlage Baden-Baden/Sinzheim laufen auf Hochtouren: Nach und nach wächst der Betonkoloss nach oben.

Die Betonmauern des gewaltigen künftigen Betriebsgebäudes der vierten Reinigungsstufe haben erst etwa die halbe Höhe erreicht.Foto: Henning Zorn

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Die Betonmauern des gewaltigen künftigen Betriebsgebäudes der vierten Reinigungsstufe haben erst etwa die halbe Höhe erreicht.Foto: Henning Zorn

Auf der derzeit größten Baustelle der Stadtwerke werden Tausende Tonnen Beton verbaut. Inzwischen hat der künftige Betriebskomplex der vierten Reinigungsstufe der Gemeinschaftskläranlage Baden-Baden/Sinzheim schon erste Konturen gewonnen.
Rund 20,5 Millionen Euro kostet eine ganz entscheidende Weiterentwicklung der Abwasserklärung auf der Gemeinschaftsanlage. Zu den bestehenden drei Reinigungsstufen (mechanisch, biologisch und chemisch) soll noch eine vierte Phase kommen, die künftig auch Spuren- und Mikroschadstoffe aus dem Abwasser filtert.

Dazu gehören dann ebenso Medikamentenrückstände wie zum Beispiel Ibuprofen oder Diclofenac wie auch Hormone und Rückstände von Pflanzenschutzmitteln. All diese Stoffe konnten mit der bisherigen Ausstattung nicht zurückgehalten werden und wanderten nach der Klärung mit in den Vorfluter. Doch damit ist bald Schluss. Die vierte Reinigungsstufe arbeitet mit Aktivkohlefiltern und soll das geklärte Wasser noch sauberer machen – die gesamte Anlage wäre dann auf dem aktuellen Stand der Technik.

Sechs Meter tief im Boden

Bei der Errichtung des großen, insgesamt rund 13 Meter hohen Betriebsgebäudes, das etwa sechs Meter tief in den Boden reichen wird, stand im April eine ganz wichtige Etappe an. Da musste mit dem Einsatz von Tauchern die Sohle des Bauwerks unterirdisch betoniert werden, da die Baugrube noch mit viel Grundwasser gefüllt war.

Inzwischen sind die Mauern des Gebäudes schon bis zur Oberfläche gewachsen. Man erkennt bereits grob zwei Hauptbereiche des Bauwerks. Auf der einen Seite befindet sich der Pumpensektor, wo zehn Pumpen einmal das bereits durch drei Klärstufen gelaufene Abwasser in die Filterkammern auf der anderen Seite leiten sollen. Das Wasser kann hier bis zu einem Maximalwert von 1.300 Litern je Sekunde verarbeitet werden. Dies ist aber ein Extremvolumen, momentan zum Beispiel liegt der Zulauf bei 100 bis 200 Litern.

Ende Februar nächsten Jahres soll der massige Betonbau stehen, dann kann man mit der Installierung der technischen Einrichtung beginnen. Die komplette Fertigstellung ist für Ende 2022 vorgesehen.

Aber auch danach wird auf der Gemeinschaftskläranlage noch einiges zu tun sein. Dazu gehört vor allem die Sanierung der beiden Faultürme und des gesamten Leitungssystems.

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Erstellt:
8. Juli 2021, 11:00 Uhr
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