Arbeiten auf St.-Vinzenz-Areal auf der Zielgeraden

Sinzheim (nie) – Der Sinzheimer Ortskern verändert unübersehbar sein Gesicht. Die Arbeiten auf dem St.-Vinzenz-Areal schreiten voran. Die Entscheidung über den Park steht noch an.

•Das St.-Vinzenz-Areal von oben: Rechts, direkt an der Hauptstraße, das ehemalige Kinder- und Schwesternheim, links daneben die vier neuen Stadthäuser, das Mehrfamilienhaus und das jetzige Begegnungszentrum. Foto: Willi Walter

© wiwa

•Das St.-Vinzenz-Areal von oben: Rechts, direkt an der Hauptstraße, das ehemalige Kinder- und Schwesternheim, links daneben die vier neuen Stadthäuser, das Mehrfamilienhaus und das jetzige Begegnungszentrum. Foto: Willi Walter

Laut Bürgermeister Erik Ernst kann man stolz darauf sein, dass sich der Bereich so gut entwickelt hat. Seit Mitte der 1990er Jahre war das 1817 erbaute denkmalgeschützte ehemalige Kinder- und Schwesternheim direkt an der Hauptstraße nicht bewohnt, aber Ende des Jahres soll es damit vorbei sein.

Investor Thomas Gaiser vom Forum Bauträger aus Rastatt informiert darüber, dass die elf Wohnungen in diesem sogenannten Haupthaus im Dezember fertig sein könnten – wenn Corona es zulässt, denn man sei ein wenig ins Hintertreffen geraten. „Bei einem Altbau steckt man nicht drin“, spielt er auf unvorhergesehene Probleme zu Beginn mit der Statik und den Decken an. Ansonsten zeigt er sich zufrieden mit dem Ablauf der Arbeiten auf dem Sinzheim prägenden Areal. Bei den Neubauten in der Kirchstraße, also das Mehrfamilienhaus mit 13 Wohnungen und die vier Stadthäuser, rechnet er mit einer Fertigstellung Ende Oktober/Anfang November. Laut Bürgermeister Ernst ist auch die Räumlichkeit für das angedachte Café im Haupthaus mittlerweile verkauft.

Pandemie bremst Begegnungszentrum

Beim weiteren Puzzleteil auf dem Areal, das 1968 fertiggestellte Kinderheim in der Kirchstraße, in das die Schwestern vom Haupthaus nach und nach gezogen sind und es 2015 unter anderem gen Freiburg verlassen haben, sei der Gemeinde eine „gute Vermengung von unterschiedlichen sozialen Gesichtspunkten“ wichtig gewesen, sagt Ernst. So finden sich im sogenannten Begegnungszentrum heute unter anderem das Bürgercafé, ein Festsaal, eine Mensa, der Schulkindergarten der Lebenshilfe, Wohnungen für Flüchtlinge und Räumlichkeiten zur Vereinsnutzung. Die Bauarbeiten dort im Inneren seien abgeschlossen, ob eine neue Fassade kommen wird, werde sich zeigen, erläutert der Bürgermeister. Durch Corona sei das Begegnungszentrum als öffentlicher Treffpunkt leider nicht mehr so zum Tragen gekommen.

Seit Mitte April und bis voraussichtlich 11. Juni ist die Kirchstraße wegen ihrer Erneuerung gesperrt. In der Bildmitte das neue Mehrfamilienhaus, links zwei Stadthäuser. Foto: Nina Ernst

© nie

Seit Mitte April und bis voraussichtlich 11. Juni ist die Kirchstraße wegen ihrer Erneuerung gesperrt. In der Bildmitte das neue Mehrfamilienhaus, links zwei Stadthäuser. Foto: Nina Ernst

Hinter der jetzigen Umgestaltung steht das große Ganze, wie Bauamtsleiter Eberhard Gschwender erläutert: Städtebaulich betrachtet sollen der Marktplatz, der St.-Vinzenz-Park und der Mehrgenerationenpark beim Seniorenzentrum eine abwechslungsreiche Einheit bilden. Als vor einigen Jahren klar geworden sei, dass der eigentliche Plan, Einzelhandel auf dem St.-Vinzenz-Areal anzusiedeln, mangels Interessenten nicht habe in die Tat umgesetzt werden können, so Gschwender, habe man sich entschieden, Aufenthaltsqualität zu schaffen. Eine „attraktive, kleine, grüne Lunge“ sei Ernst dort wichtig gewesen. Als Gegenpol zu diesem Bereich stehen laut dem Bauamtschef Überlegungen an, die Landstraße in Richtung einer Geschäftswelt zu entwickeln. „Im Verbund hat man dann alles, was man braucht“, ist sich Ernst sicher.

Was es braucht, um rund um die Gebäude in Haupt- und Kirchstraße einen Haken dran zu setzen, ist am Mittwoch die Zustimmung im Gemeinderat: Er soll die Entwurfsplanung für den St.-Vinzenz-Park billigen. Dieser beinhaltet im Groben, dass der Marienhügel und der Glockenturm erhalten bleiben, Sitzgelegenheiten geschaffen werden, ein Wasserspiel beim Haupthaus und ein Gartenweg, eine Parkwiese und Splitterwege angelegt werden.

Park als letztes Mosaiksteinchen

Geht der Gemeinderat diesen Plan mit, ist laut Bürgermeister Erik Ernst ein „großes Ziel“ hinsichtlich Klimaschutz und Aufenthalt erreicht. Von Februar bis März 2022 soll dann gebaut werden, für insgesamt 870.000 Euro. Und in diesem Zeitraum sollte das Ganze auch fertig werden, denn nur dann steht der Gemeinde dafür ein Landeszuschuss in Höhe von rund 470.000 Euro zu.

Bereits geschuftet wird zurzeit in der Kirchstraße, diese ist darum von der Hauptstraße bis zum Kindergarten noch bis zum 11. Juni voll gesperrt. Und auch für die Kirchplatzsanierung ist Mitte April der Startschuss gefallen, Ende März 2022 soll das Ziel erreicht sein.

Ernst spricht über den Vinzenzpark als „letztes Mosaiksteinchen, um diesen Teil abzuschließen“. Und diesem Teil sollen aber weitere folgen: Themen dort sind noch der Kindergarten und der Asphaltplatz hin zur Halberstunger Straße.

Die Schwestern jedenfalls hätten bei ihrem letzten Besuch an ihrer alten Wohn- und Wirkungsstätte gestaunt, was daraus geworden ist, blickt Erik Ernst auf die Zeit vor Corona zurück. Umso mehr werden sie wohl staunen, wenn das gesamte Areal sein neues Gesicht bekommen hat.

Ihr Autor

BT-Redakteurin Nina Ernst

Zum Artikel

Erstellt:
17. Mai 2021, 08:30 Uhr
Lesedauer:
ca. 3min 00sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.