Arbeitsmarkt in Mittelbaden weiterhin stabil

Rastatt (BT) – Der Arbeitsmarkt in Mittelbaden zeigte sich trotz der anhaltenden Corona-Krise auch im April weiterhin stabil. Im Vergleich zum Vormonat sank die Zahl der Arbeitslosen leicht.

Der Arbeitsmarkt zeigte sich in Mittelbaden, aber auch im gesamten Südwesten im April von seiner stabilen Seite. Symbolfoto: Sven Hoppe/dpa

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Der Arbeitsmarkt zeigte sich in Mittelbaden, aber auch im gesamten Südwesten im April von seiner stabilen Seite. Symbolfoto: Sven Hoppe/dpa

Im Gesamtgebiet des Bezirks Karlsruhe-Rastatt lag die Arbeitslosenquote im April bei 4,2 Prozent, wie die Agentur für Arbeit am Donnerstag mitteilte; 24.963 Menschen waren danach auf der Stellensuche. Das waren 673 weniger als im März, aber 731 mehr als im April 2020. In Mittelbaden wurden 7.103 Jobsuchende registriert, das bedeutet eine Quote von 4,3 Prozent.

In Baden-Baden sank die Zahl der Arbeitslosen von März auf April um 80 auf 1.740, was eine Quote von 5,8 Prozent bedeutet. Im Vergleich zum Vorjahr gibt es aber einen Anstieg um 140 Betroffene und 0,3 Prozentpunkte bei der Quote. In Rastatt wurden 2.861 Jobsuchende registriert, 49 weniger als im März, aber 177 mehr als Vorjahr. Daraus ergibt sich eine Quote von 4,5 (0,3 Prozent mehr als im Vorjahr). Einen leichten Rückgang um zwei auf 1.279 Arbeitslose verzeichnete Gaggenau von März bis April, allerdings sind das dort 130 mehr als im Vorjahr. Die Quote liegt dort bei 4,0 Prozent. Im traditionell starken Bühl sank die Zahl der Betroffenen von März auf April um 41 auf 1.223 (Quote: 3,0), im Vergleich zum Vorjahr sind das jedoch 56 Menschen mehr.

Sorge um Langzeitarbeitslose

„Erfreulicherweise hält die Frühjahrsbelebung auf dem Arbeitsmarkt an. So sinkt die Zahl der Arbeitslosen weiter, die Dynamik ist wieder auf Vor-Krisen-Niveau und auch die Unternehmen melden uns deutlich mehr Stellen“, fasst Ingo Zenkner das aktuelle Geschehen auf dem Arbeitsmarkt zusammen. Der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Karlsruhe-Rastatt warnt jedoch vor Euphorie: „Der Arbeitsmarkt in der Region hat sich in den letzten Monaten positiver entwickelt, als nach den wirtschaftlichen Entwicklungen zu erwarten war. Dennoch wird es noch einige Zeit dauern, bis wir den coronabedingten Anstieg der Arbeitslosigkeit wieder abgebaut haben.“

Mit Sorge beobachtet Zenkner den starken Anstieg der Langzeitarbeitslosigkeit, denn: „In den letzten Jahren hat der Arbeitsmarkt für alle gute Chancen geboten. Das hat sich durch Corona verändert. Vor allem für Langzeitarbeitslose, aber auch für Geringqualifizierte, Ältere oder Schwerbehinderte wird es schwieriger, auf dem Arbeitsmarkt wieder Fuß zu fassen. Deshalb hat es für uns oberste Priorität, dass wir besonders bei diesen Personengruppen den Hebel ansetzen und in Weiterbildung und Qualifizierung investieren. Hier geht uns sonst ein erhebliches Potenzial an Arbeitskräften verloren.“

Belebung im Südwesten

In Baden-Württemberg waren im April 265.261 Menschen ohne Job - 6.273 Frauen und Männer weniger als im März, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag in Stuttgart mitteilte. Die Arbeitslosenquote sank im Monatsvergleich um 0,1 Prozentpunkte auf 4,2 Prozent. Vor einem Jahr hatte die gerade einsetzende Pandemie die zuvor lange niedrigen Arbeitslosenzahlen bereits etwas nach oben getrieben, damals war die Quote von 3,4 Prozent im März 2020 auf 4,0 Prozent im April gestiegen. In den Jahren zuvor fiel die Arbeitslosigkeit im April stets deutlich niedriger aus, 2019 lag die Quote beispielsweise bei lediglich 3,1 Prozent.

Mit Blick auf die neuen Zahlen fällt auf, dass vor allem die Jugendarbeitslosigkeit etwas nachgelassen hat. Im April waren rund 2.000 Unter-25-Jährige weniger ohne Arbeit als im März, das ist ein Minus von 8 Prozent. Die Jugendarbeitslosenquote sank um 0,3 Prozentpunkte auf 3,1 Prozent. Dagegen stieg die Zahl der Menschen, die länger als zwölf Monate arbeitslos gewesen sind, im Monatsvergleich um 4,2 Prozent.

Bundesweit waren nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit im April 2,771 Millionen Menschen ohne Job, 56.000 weniger als im März, aber 127.000 mehr als im April vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote sank um 0,2 Punkte auf 6,0 Prozent.


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