Arbeitsplatz als Infektionsherd

Stuttgart (BT) – Der Arbeitsplatz gilt als Infektionsherd. Manfred Lucha appelliert fordert Unternehmen auf, ihre Aufgaben im Infektionsschutz ernst zu nehmen.

Arbeitsplatz als Infektionsherd

Manfred Lucha appelliert an Unternehmen, den Infektionsschutz weiterhin ernst zu nehmen. Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Obwohl die landesweite 7-Tage-Inzidenz stetig sinkt, bleibt die pandemische Lage angespannt. Das Gesundheits- und das Wirtschaftsministerium haben vor allem kleinere Unternehmen aufgefordert, ihren Beitrag zur Bekämpfung der Corona-Pandemie zu leisten. Auslöser für die größten Infektionsgeschehen sei der Arbeitsplatz, teilten Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) und Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) am Donnerstag in Stuttgart mit. Sie sprachen mit Vertretern des Mittelstands über Hygiene- und Testmaßnahmen sowie über die gesetzlichen Vorgaben.

„Aus unserer Sicht stehen gute Testkonzepte sowie die Nutzung der digitalen Möglichkeiten zur Vermeidung von Kontakten am Arbeitsplatz an oberster Stelle bei der Pandemiebekämpfung. Wir stellen allerdings fest, dass es bei den Testungen bei Klein- und Handwerksbetrieben noch Luft nach oben gibt. Es darf nicht sein, dass das Testangebot umgangen wird. Hier haben die Unternehmen eine Fürsorgepflicht und müssen ihren Teil zur Bekämpfung der Pandemie beitragen“, sagte Gesundheitsminister Manne Lucha am Donnerstag in Stuttgart. Der Leiter des Landesgesundheitsamtes Dr. Gottfried Roller bestätigte: „Die meisten Ausbrüche sind auf Kontakte im privaten Bereich und am Arbeitsplatz zurückzuführen.“

Lucha appelliert an Unternehmen

Lucha appelliert: „Wir setzen auf einen verantwortungsvollen Umgang der Unternehmen mit den ihnen übertragenen Aufgaben. Dazu gehören eine ausreichende Information der Beschäftigten sowie das Vorhalten von Desinfektionsmittel, Mund- Nasen-Schutz sowie von Tests.“ Man nehme aus dem Gespräch gerne den Auftrag mit zu prüfen, ob – ähnlich wie in Bremen – neben der Angebots- auch eine Testpflicht für Mitarbeitende in Präsenz vorgesehen werden soll.

Ministerin Nicole Hoffmeister-Krau beschwört Unternehmen, „mit einem gewissenhaften Infektionsschutz am Arbeitsplatz“ zur Bekämpfung der Pandemie beizutragen. „Indem unnötige Kontakte am Arbeitsplatz vermieden und Maßnahmen des Infektionsschutzes im Betrieb zuverlässig umgesetzt werden, schützen wir die Gesundheit und sorgen mit dafür, dass unser Arbeits- und Wirtschaftsleben aufrechterhalten werden kann. Mir ist bewusst, dass die dafür notwendigen Vorgaben zusätzlichen Aufwand und die Investitionen in die Technik auch eine weitere Belastung bedeuten. Trotzdem appelliere ich nachdrücklich an alle Unternehmen: Nehmen Sie den Infektionsschutz weiterhin ernst. Unser Ziel muss es sein, dass allerorts die innerbetrieblichen Maßnahmen zur Infektionsgefährdung vorbildlich umgesetzt und die Kontakte auf das notwendige Minimum reduziert werden, damit die Infektionszahlen nachhaltig auf niedrigem Niveau bleiben. Dann haben wir auch die besten Voraussetzungen, das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben wieder hochfahren zu können“, führt sie aus.