Arbeitswelt muss innovativer werden

Baden-Baden (tas) – Wie soll der Arbeitsplatz der Zukunft aussehen? Darüber sprach Frank Roth, Vorstand der Ettlinger AppSphere AG, in einem Online-Vortrag beim Unternehmerforum Baden-Baden.

Ortsunabhängiges Arbeiten liegt nicht nur seit Corona im Trend.Foto: Felix Kästle/dpa

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Ortsunabhängiges Arbeiten liegt nicht nur seit Corona im Trend.Foto: Felix Kästle/dpa

Corona befördert wieder viele Menschen ins Homeoffice, doch auch ohne diesen „Sondereffekt“ wird sich die Arbeitswelt der Zukunft verändern. Immer höher, schneller, weiter gilt nicht nur bei den Anforderungen, die Kunden an Unternehmen stellen, sondern auch beim Anwerben und Halten von Fachkräften. Denn vor allem die sogenannte Generation Z, die jetzt in die Arbeitswelt strebt, hat andere Bedürfnisse als viele Beschäftigten, die bereits seit Jahren oder Jahrzehnten in den unterschiedlichen Unternehmen tätig sind.

Das zeigte am Montag Frank Roth, Vorstand der Ettlinger AppSphere AG, im Rahmen eines Online-Vortrags beim Unternehmerforum Baden-Baden auf. AppSphere beschäftigt sich mit seinen knapp 100 Mitarbeitern seit 2010 mit dem (digitalen) Arbeitsplatz der Zukunft, der im besten Fall nicht nur ortsunabhängig funktionieren soll, sondern auch sicher sein muss.

Wichtig sind Vertrauen, Transparenz und Führungsstrategie

Die Probleme bei der Einrichtung des Arbeitsplatzes der Zukunft sind vielfältig. Auf einmal reicht dem Mitarbeiter die kleine Zwei-Zimmer-Wohnung nicht mehr aus, weil er für seine Heimarbeit ein zusätzliches Arbeitszimmer benötigt. „Es geht zudem darum, dem Mitarbeiter Vertrauen zu schenken, aber auch Transparenz einzufordern“, sagt Roth. Das sei ein schmaler Grat, weil sich der eine oder andere Mitarbeiter dabei digital überwacht fühlen könnte. Zudem lasse sich nicht jeder so einfach motivieren, mitzuziehen. Beschäftigte haben Vorbehalte gegen Neuerungen oder sehen sich schlicht und einfach überfordert. Roth: „Es ist ein langer Weg, den man gehen muss, aber man muss anfangen, ihn zu gehen.“

Im Veränderungsprozess spiele die Führungsstrategie eine entscheidende Rolle. Roth: „Man muss sich der Frage stellen: ‚Warum hat der Mitarbeiter jeden Tag richtig Lust, an seinen Arbeitsplatz zu kommen?‘“ Eine Maßnahme, dieses Gefühl zu stärken, sei die generelle Einbeziehung der Mitarbeiter in die betrieblichen Abläufe. AppSphere habe beispielsweise einmal im Monat eine „Begeister-Stunde“ im Unternehmen etabliert, bei der die Beschäftigten über aktuelle Themen ihre „Köpfe zusammenstecken“. Roths Tipp: „Fangen Sie einfach an, innovativer zu sein als andere!“


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