Architektenbund prämiert sieben Bauten

Rastatt (ans) – Am Donnerstagabend wurde der Hugo-Häring-Preis in Rastatt verliehen. Ein Baden-Badener Gemeindehaus und eine Kindertagesstätte wurden unter anderem ausgezeichnet.

Eine „Zurückgenommenheit, die von den Kindern mit Leben gefüllt wird“, macht laut Jury die Kita im Keltenweg in Baden-Baden aus. Foto: Dirk Altenkirch

© pr

Eine „Zurückgenommenheit, die von den Kindern mit Leben gefüllt wird“, macht laut Jury die Kita im Keltenweg in Baden-Baden aus. Foto: Dirk Altenkirch

Das Gemeindehaus der Friedensgemeinde und die Kindertagesstätte im Baden-Badener Keltenweg sowie ein Wohnhaus in Gernsbach sind mit der Hugo-Häring-Auszeichnung prämiert worden. Insgesamt sind sieben von 50 eingereichten Bauten am Donnerstagabend in der Badner Halle in Rastatt gewürdigt worden.

Für vorbildliches und qualitätsvolles Bauen gibt es eine renommierte Auszeichnung: den Hugo-Häring-Preis, der an Architekten wie Bauherren gleichermaßen verliehen wird. Die Vorentscheidung erfolgt auf regionaler Ebene in 15 Kreisgruppen. Für den Raum Mittelbaden beurteilt eine fünfköpfige Jury die Bewerbungen und beschließt, welche Objekte mit dem „kleinen Hugo“ bedacht und damit zum Landeswettbewerb zugelassen werden. Der Preis wird vom Bund Deutscher Architekten (BDA) Baden-Württemberg verliehen.

„Gute Architektur ist wichtig für die Lebensqualität“, betont Bürgermeister Raphael Knoth, der bei der Preisverleihung zugleich als Gastgeber und Jurymitglied fungiert. Bei der Verleihung gehe es vor allem darum, effiziente und funktionale Gebäude zu würdigen.

Neue Bauten sollten der Gemeinschaft dienen und „müssen auch der Bevölkerung gefallen“, findet Hans Klumpp, Vorsitzender des BDA Baden-Baden Rastatt Ortenau. Zudem müsse Architektur die direkte Umgebung miteinbeziehen. Beispielhaft hierfür sei etwa die Kita im Keltenweg in Baden-Baden. „Durch die geschickte Platzierung des Baukörpers an der westlichen Grundstücksgrenze ist es gelungen, den schönen Baumbestand auf dem Gelände zu erhalten“, lobt die Jury.

Funktionalität steht im Vordergrund

„Wir suchen nicht nach dem Spektakulären, sondern fragen nach dem Mehrwert“, so Klumpp. Architektur dürfe zwar fantasievoll sein, vor allen Dingen stehe jedoch die Funktionalität im Vordergrund. Einen „Raum gestalten, in dem man sich wohlfühlt“ ist dem Vorsitzenden zufolge ebenso ein wichtiger Punkt, der in die Bewertung mit einfließe.

Gelungen sei das beispielsweise beim Neubau des Gemeindehauses der Friedensgemeinde in Baden-Baden. Zuvor sei die benachbarte Kirche „etwas verloren“ dagestanden. Nun stärke der neue Bau „den kleinen Sakralbau in seiner Präsenz“, so Klumpp. „Mit dem Kirchplatz auf der Eingangsseite, einem geschützten Gartenhof im Süden und dem großen Saal hat die Friedenskirche vielfältig nutzbare Innen- und Außenräume hinzugewonnen“, begründet die Jury in ihrer Würdigung. Dort könne sich das Gemeindeleben von nun an entfalten.

„Gebäude müssen den öffentlichen Raum verbessern, auch wenn es sich dabei um ein privates Projekt handelt“, sagt Klumpp. Besonders hervorzuheben sei daher ein Doppelhaus in Gernsbach. „Mit großer Selbstverständlichkeit fügen sich die beiden Häuser in die Straßenzeile und Topografie der historischen Altstadt von Gernsbach ein“, äußert sich die Jury anerkennend. Das Gebäude verschmelze mit der Umgebung, so als wäre es schon immer da gewesen.

Ihr Autor

BT-Volontärin Anna Strobel

Zum Artikel

Erstellt:
25. September 2021, 17:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 16sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.