„Arena der Freude“ im Traischbachstadion

Gaggenau (tr/tom) – Während auf dem Kleinfeld ein paar Buben kicken, feiern die Gottesdienstbesucher im Traischbachstadion die Geburt Jesu.

Für die Weihnachtsgottesdienste lässt die Seelsorgeeinheit Gaggenau eigens eine Open-Air-Bühne aufbauen. Foto: Thomas Senger

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Für die Weihnachtsgottesdienste lässt die Seelsorgeeinheit Gaggenau eigens eine Open-Air-Bühne aufbauen. Foto: Thomas Senger

In dieser Form war es eine Premiere im Traischbachstadion. Für die Weihnachtsgottesdienste hatte die Seelsorgeeinheit Gaggenau eigens eine Open-Air-Bühne aufbauen lassen.

„Ich denke, dass wir stolz sein können, was wir in diesem Jahr umgesetzt haben“, freute sich die stellvertretende Pfarrgemeinderatsvorsitzende Anja Rieger: „Viele Gottesdienstbesucher haben uns das bestätigt. Das ist deren Dank für die Arbeit vieler Helfer.“ Auch Pfarrer Tobias Merz bilanzierte zufrieden am zweiten Feiertag: „Wir haben vielen Menschen eine Freude machen können. Nach der ,Kathedrale der Schöpfung‘ im Kurpark haben wir nun eine ,Arena der Freude‘. Es ist unglaublich, wie viele Helfer sich eingesetzt haben – und das an Weihnachten. Das ist doch eine besondere frohe Botschaft! Man kann dies gar nicht hoch genug einschätzen.“

Es war eine besondere Stadion-Atmosphäre bereits bei der Christmette am Donnerstagnachmittag. Während auf dem Kleinfeld neben dem Stadion ein paar Buben kickten, feierten die Gottesdienstbesucher in Sicht- und Hörweite die Geburt Jesu. Das nasskalte Wetter mit Regenschauern und Windböen war eine zusätzliche Herausforderung für Besucher und Akteure.

„Minis“ setzen Zeichen der Gemeinschaft

„Die hohen Auflagen der Hygienebestimmungen bereiteten bei 250 Anmeldungen schon einiges Kopfzerbrechen“, blickt Ernst Kraft vom Organisationsteam im BT-Gespräch zurück. Die Erfahrungen aus den Gottesdiensten auf der Lkw-Pritsche seien hilfreich gewesen. „Eine engagierte Zusammenarbeit aller Pfarreien der Seelsorgeeinheit“ habe somit eine „neuartige fröhliche Christmette vor ungewohnter Kulisse“ ermöglicht. Auch wenn circa ein Viertel der angemeldeten Besucher wegen der miesen Wetterlage der Christmette ferngeblieben seien, so Kraft. Auch Cornelia Hogenmüller, Sängerin des Chors, freute sich: „Wir erlebten eine besondere Atmosphäre, die sich bei allen Weihnachtsgottesdiensten ausbreitete. Es ist schon beeindruckend, wenn Menschen in ein Fußballstadion pilgern, um dort bei zum Teil widrigen Wetterumständen Gottesdienst mitzufeiern. Für uns musikalisch Mitwirkenden war es tief berührend, an diesem außergewöhnlichen Geschehen teilhaben zu dürfen. Es war uns eine Ehre, mit den vielen anderen aus der Seelsorgeeinheit in dieser Weise Glaubensüberzeugung und Glaubensgemeinschaft nach außen zeigen zu können.“

Während die Akteure auf der Bühne Platz fanden, verfolgten die Ministranten das Geschehen unter einem kleinen Zeltdach. „Sicherlich sind wir nicht die ersten, die sagen, dass der Weihnachtsgottesdienst dieses Jahr ganz anders war als sonst“, resümierte Clara Iffländer für die Ministranten. Schließlich gab es keine Glückwünsche, keine Umarmungen, kein fröhliches Beisammensein nach dem Gottesdienst in der Sakristei wie sonst immer.

Möglichst viele „Minis“ sollten den Gottesdienst mitfeiern können. „Leider konnten wir unsere Pläne nicht so realisieren, wie geplant war, was aber in Anbetracht der Situation völlig verständlich ist.“ Und obwohl nicht alle mit liturgischen Diensten versehen waren, waren die Minis zahlreich auf der Tribüne: „Ich finde es in diesen Zeiten besonders wichtig, als Ministranten ein Zeichen der Gemeinschaft zu setzen und zusammen zu halten, damit wir uns nicht aus den Augen verlieren. Als ,Minis‘ – im wahrsten Sinne des Wortes – halten die Kleinen und Großen immer zusammen!“

Im Pfarrgemeinderat zeigt man sich dankbar, mit Tobias Merz einen kreativen Pfarrer zu haben. Streaming-Gottesdienste aus der Kapelle, im Kurpark und an Weihnachten im Stadion: „Ohne ihn wäre das nicht alles möglich gewesen“, lautete der Tenor.

„So etwas haben wir auch noch nie gemacht“

Die AHA-Auflagen wurden ohne Probleme eingehalten. Die Tribüne wurde blockweise geräumt. Plätze waren mit Farbe markiert. Es waren an den drei Tagen rund 50 Helfer im Einsatz – und es gab ja auch noch die Angebote in den Kirchen. Vor jedem Gottesdienst wurde das Glockengeläut der Kirche St. Laurentius zehn Minuten lang eingespielt – als Einstimmung. Am ersten Weihnachtsfeiertag spielte Frank Herm mit seiner Frau Sandra und Gerald Sänger Musik der Beatles. An Heiligabend und am zweiten Feiertag sorgten Norbert Förderer und ein kleiner Chor von St. Laurentius für musikalische Begleitung.

Neben den Akteuren fanden auf der mobilen Bühne von Merlin Elektronik ein Weihnachtsbaum, Altar und auch eine Krippe Platz. „Roland Peukert hat dafür drei Tage lang geschuftet“, ist man im Pfarrgemeinderat sehr dankbar. Der Merlin-Chef seinerseits bestätigt: „So etwas haben wir auch noch nie gemacht. Wir freuen uns, einen Teil zu einer solchen Weihnachtsfreude beigetragen zu haben.“ Im Anschluss an die Gottesdienste wurde das Traischbachstadion kurzerhand in „Arena der Freude“ umbenannt. Die Gottesdienste wurden über Internet übertragen, dort kann man sie auch noch einige Tage anschauen: www.kath-gaggenau.de.


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