Ariane Pfundstein feiert Silber in der U-17-EM

Podgorica (kos) – Die deutsche U-17-Nationalmannschaft der Frauen hat sich in Montenegro die Silbermedaille erkämpft. Mit dabei war Kreisläuferin Ariane Pfundstein von der SG Kappelwindeck/Steinbach.

Ariane Pfundstein (rechts) spricht von „Gänsehautmomenten“ und Nervosität vor dem Anpfiff. Foto: DHB

© pr

Ariane Pfundstein (rechts) spricht von „Gänsehautmomenten“ und Nervosität vor dem Anpfiff. Foto: DHB

So richtig klar wollte es ihr noch nicht werden, was am Sonntag tatsächlich geschehen ist: Mit gerade einmal 17 Jahren darf sich die Handballerin Ariane Pfundstein von der SG Kappelwindeck/Steinbach die EM-Silbermedaille in ihren noch jungen Lebenslauf schreiben. Nach einem „Auf und Ab der Gefühle“ unterlag die deutsche U-17-Nationalmannschaft zwar im Finale gegen Ungarn, den Stolz über das Erreichte kann das aber nicht trüben.

Mit den Worten „alles sehr, sehr aufregend“ fasst Pfundstein ihre Reise bis ins EM-Finale der Frauen in Montenegro noch spürbar überwältigt zusammen. Über fast das ganze Turnier hinweg habe sie kaum begreifen können, dass sie tatsächlich für Deutschland bei der U-17-EM aufläuft und in welche Dimensionen sie damit vorgestoßen ist, sagt die frisch gebackene EM-Zweite. Es sei ihr zu Beginn der Endrunde „nie ganz klar geworden“, dass es sich dabei wirklich um die EM handelte, bei der sie angetreten ist. Das habe sich allerdings immer geändert, je weiter die Mannschaft vorgerückt sei, blickt sie zurück.

Was ihr vor den einzelnen Spielen noch so alles durch den Kopf gegangen ist, kann sie mittlerweile gar nicht mehr genau sagen. Vielmehr habe sie sich stets auf den Moment vor dem Anpfiff konzentriert. Die Emotionen, die während der Nationalhymne mit dem Adler auf der Brust aufkamen, waren für sie wahre „Gänsehautmomente“ und mitunter ihr persönliches „Highlight“ des Turniers.

Hartes Halbfinale gegen Titelfavorit Russland

Spielerisch freut sie sich besonders über den hart erkämpften Sieg im Halbfinale gegen den ausgewiesenen Titelfavoriten Russland (34:32). Dort sorgte Pfundstein für vier Treffer, von denen sie zwei in der alles entscheidenden Verlängerung erzielen konnte. Allzu großen Druck habe sie dabei aber nicht verspürt. Die DHB-Juniorinnen hätten sich zuvor den Stress mit Blick auf den vermeintlichen Favoriten selbst von den Schultern genommen: „Die haben den Druck, nicht wir“, sei das Motto gewesen. Und das habe ihr und der Mannschaft den nötigen „Boost“ gegeben, schlussendlich ins Finale einzuziehen.

Dass das DHB-Team sich im Endspiel gegen Ungarn geschlagen geben musste, lässt Pfundstein gleichzeitig mit einem lachenden und einem weinenden Auge zurück: Natürlich herrsche eine große Freude darüber, es in so jungem Alter so weit gebracht zu haben. Das kann aber trotzdem ein gewisses Fünkchen Wehmut darüber nicht verhindern, dass Ungarn den Deutschen die Goldmedaille mit 19:25 noch wegschnappen konnte. Auch wenn Pfundstein einen Treffer erzielen konnte, ist für sie die so deutliche Niederlage gegen Ungarn ein „Schlag ins Gesicht“.

Mit ihrer spielerischen Leistung ist die 17-Jährige aus Elgersweier im Großen und Ganzen zufrieden. Vor allem die Zufriedenheit des Bundestrainers Gino Smits habe für sie persönlich am meisten gezählt. Das rührt daher, dass ihre Teilnahme an der EM keine von vornherein beschlossene Sache war. Erst im Frühsommer musste Pfundstein wegen einer Knieverletzung einen Nationalmannschaftslehrgang absagen. Erst kurz vor Beginn der EM hatte sie die Einladung nach Montenegro doch noch erhalten.

Leistungen für sich sprechen lassen

Dort war ihr erklärtes Ziel, ihre Leistung für sich sprechen zu lassen: Im Nachhinein sollte stets gesagt werden können, dass es die richtige Entscheidung war, sie ins Team zu holen, erklärt die Silbermedaillengewinnerin. Dadurch sieht sie ihre sportlichen und persönlichen Ziele erreicht, resümiert Pfundstein.

Nach dem emotionalen Auf und Ab der zurückliegenden Europameisterschaft reist Pfundstein nun erst einmal in den wohlverdienten Sommerurlaub. Anschließend soll es mit der SG Kappelwindeck/Steinbach „genauso weitergehen wie bisher“. Wie hoch es in der Zukunft noch hinausgehen wird, will sie noch abwarten: „Hoffentlich weit“, blickt sie nach vorne.

Ihr Autor

BT-Volontär Konstantin Stoll

Zum Artikel

Erstellt:
16. August 2021, 19:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 49sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.