Arnold Manz hört als Handball-Verbandstrainer auf

Baden-Baden (moe) – Fast 30 Jahre hat Arnold Manz den weiblichen Nachwuchs des Südbadischen Handballverbands trainiert und auf Höheres vorbereitet. Am Freitag hat sich der Steinbacher verabschiedet.

„Das hätte ich mir nie träumen lassen“: Arnold Manz war fast 30 Jahre als Verbandstrainer tätig. Foto: Frank Seiter

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„Das hätte ich mir nie träumen lassen“: Arnold Manz war fast 30 Jahre als Verbandstrainer tätig. Foto: Frank Seiter

Wenn man es überspitzt formuliert, ist Arnold Manz mit seinem ursprünglichen Plan gescheitert. Eigentlich wollte der Handballtrainer nur kurzfristig als Jahrgangscoach des weiblichen Nachwuchses beim Südbadischen Handballverband (SHV) aushelfen, doch aus dieser 1993 zusammen mit dem Steinbacher Urgestein Rudi Eckerle angedachten Übergangsvariante wurde eine fast 30 Jahre währende Dauerlösung. Mehr noch: Eine „Herzensangelegenheit“, wie Manz selbst sagt: „Das hätte ich mir nie träumen lassen, das war so nicht geplant.“

Seit Freitag ist nun tatsächlich Schluss. Manz hat nach fast drei Jahrzehnten im Amt seinen letzten Lehrgang mit vielversprechenden Talenten aus Südbaden absolviert. „Es war eine tolle Zeit“, sagt der pensionierte Pädagoge nicht ohne Stolz – und zieht Parallelen zu seiner Profession: „Es war ein bisschen wie in der Schule: Man zieht Kinder groß, begleitet und entlässt sie dann.“ In seinem Fall meist als „fertige Handballerinnen. Die Mädels auf ihrem Weg begleiten zu dürfen, war schon ein Privileg“.

Manz: „Es war eine tolle Zeit“

Über den Daumen gepeilt 40 Spielerinnen hat Manz wiederum den Weg zu höheren Weihen bereitet, entweder in Form von Berufungen für DHB-Maßnahmen, Lehrgängen für Jugendnationalmannschaften, zur Bundesliga-Karriere oder gar bis in die A-Nationalmannschaft. In seiner Zeit als Verbandscoach hat Manz dabei nicht nur 13 Nationaltrainer „überlebt“ (dazu drei SHV-Präsidenten), sondern neben seiner Arbeit in Südbaden als Co-Trainer (2007 bis 2013) im Nachwuchsbereich des DHB selbst im Spitzensport gewirkt – und dabei die Welt gesehen, wovon Erinnerungen im heimischen Wohnzimmer in Steinbach zeugen: Frankreich, Spanien, Kroatien, Schweden, Dänemark, Serbien oder die Dominikanische Republik.

Sein Abschied beim SHV war indes ein „schleichender Prozess“, den Manz schon seit rund zwei Jahren im Hinterkopf hatte. Seit dem 1. Juni ist sein Nachfolger Simon Rittemann am (Hand)Ball, den der 66-Jährige nun bei seinem finalen Lehrgang nochmals tatkräftig unterstützt hat. „Ich schätze Simon sehr“, ist Manz mit der Nachfolgeregelung seines Vermächtnisses zufrieden. Wichtig war dem Coach, den Zeitpunkt seines Abgangs selbst zu bestimmen, und zwar so, „dass niemand sagt: ,Ist er jetzt endlich weg?!‘“

Zeitpunkt des Abgangs selbst gewählt

Auch wenn Manz künftig nicht mehr jeden Mittwoch in Offenburg und am Wochenende andernorts für den SHV in den Hallen stehen muss, wird dem Steinbacher auf absehbare Zeit nicht langweilig. Noch peitscht er seine Drittliga-Mädels der Rebland-SG an der Seitenlinie mit Verve nach vorne. Zumindest noch in dieser Saison.

Ihr Autor

BT-Redakteur Moritz Hirn

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Erstellt:
11. September 2021, 10:00 Uhr
Lesedauer:
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