ASV Illingen macht sich „zukunftsfest“

Elchesheim-Illingen (as) – Biergarten, Outdoorgrill und ein Platz für Vereinsfeste: Im Corona-Lockdown hat der Angelsportverein Illingen gebaut und Pächter Peer Becker das Fischerheim erweitert.

Noch Baustelle: Der ASV Illingen hat ein neues Domizil gebaut (links), Peer und Esther Becker den Außenbereich des von ihnen gepachteten Fischerheims erweitert. Foto: Anja Groß

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Noch Baustelle: Der ASV Illingen hat ein neues Domizil gebaut (links), Peer und Esther Becker den Außenbereich des von ihnen gepachteten Fischerheims erweitert. Foto: Anja Groß

Während viele Vereine in den vergangenen Monaten in „Corona-Starre“ verharrten, hat der Angelsportverein Illingen die Zeit genutzt und in die Zukunft investiert, wie es Vorsitzender Robert Toth nennt. Damit meint er zum einen Sanierung und Erweiterung des Fischerheims um eine Außenterrasse mit Freiluft-Grillbereich in Kooperation mit dem neuen Pächter Peer Becker. Zum anderen hat der Verein eine sechs mal 15 Meter große Halle mit Rolltoren als Lager und für eigene Festivitäten gebaut.
Die „Feuertaufe“ hat das neue Vereinsdomizil, in das rund 120.000 Euro investiert wurden, bereits bestanden: Das Fischessen to go am Karfreitag habe mit Terminvergabe und Zeitfenstern reibungslos funktioniert, berichtet Toth. Damit mache der ASV sich auch ein Stück weit unabhängig von einem Festplatz für alle Vereine, den die Gemeinde am Standort der 2018 abgerissenen Illinger Festhalle herrichten will (das BT berichtete). Zum einen rechnet Toth damit, dass eine Realisierung noch drei bis fünf Jahre dauern könnte. Zum anderen „müssen wir nun die Gerätschaften nicht mehr hin und her transportieren, das spart bei Festen viel Zeit“. Auch andere örtliche Vereine hätten schon angefragt, ob sie ihr Fest beim ASV ausrichten könnten, erzählt er.

Freiluftbewirtung möglich


Denn der große Vorplatz sei ideal für eine Freiluftbewirtung. Man könne die drei Rolltore am neuen Domizil öffnen – und auf dem Vorplatz Tische und Bierbänke aufstellen. Das soll bei einer offiziellen Eröffnung im Herbst unter Beweis gestellt werden. So lange werde man mit den restlichen Arbeiten, die coronabedingt nur in Ein- bis Zwei-Mann-Teams vonstattengehen, sicher noch brauchen, schätzt Toth.

Rund 500 ehrenamtliche Arbeitsstunden haben die Vereinsmitglieder bereits in den Neubau investiert. Finanziert werde der mit Hilfe der Entschädigung, die der ASV ebenso wie die anderen an der Festhallengemeinschaft beteiligten Vereine für den Abriss der alten Festhalle Illingen erhalten haben, sagt Toth. Er sieht das als Zukunftsvorsorge für den 220 Mitglieder starken Angelsportverein.

Unter diesem Stichwort stehen für Toth auch die Investitionen im nebenliegenden, 1996 erbauten Fischerheim des Vereins. Rund 30.000 Euro habe der ASV in die Sanierung gesteckt, um das Fischerheim im Jahr des 25-jährigen Bestehens zukunftstauglich herzurichten und damit Pachteinnahmen zu sichern.

Pächter plant dauerhaftes Engagement

Als „Glücksfall“ bezeichnet er dabei das neue Pächterpaar Peer und Esther Becker, die das Lokal vergangenen Juli übernommen haben. „Wir haben ein größeres Lokal gesucht und der ASV einen Pächter“, erzählt Peer Becker, der vorher die Vereinsgaststätte beim FC Phönix Durmersheim betrieb. Das „Beckers“ habe sich auch in Illingen in der kurzen Zeit bis zum Lockdown schnell einen Namen gemacht.

So stellten die neuen Pächter schon nach drei Monaten fest, dass auch die 70 Plätze (ohne Corona-Abstand) im Innenbereich dauerhaft nicht reichen würden. Denn dauerhaft sieht Peer Becker, der im Brenners Park-Hotel gelernt hat und jahrelang als Küchenchef in der Schweiz tätig war, das Engagement.

Wiedereröffnung am 24. Juni geplant

So entschlossen sich die Pächter, den Corona-Lockdown zu nutzen, um den Außenbereich um 162 Quadratmeter samt Outdoor-Grill und Freiluftbar zu erweitern. Kastanien- und alte Quittenbäume, die demnächst gesetzt werden, sollen hier nun noch eine echte Biergartenatmosphäre zaubern. Für 24. Juni ist die Wiedereröffnung geplant. „Wir brauchen noch etwas Vorlaufzeit, um die Arbeiten zu beenden und den Betrieb wieder hochzufahren“, sagt Becker, der raffinierte regionale Küche mit saisonalen Schwerpunkten verspricht. So lange gibt es weiter Essen zum Abholen am Wochenende.

Und natürlich soll im Fischerheim auch Fisch auf der Speisekarte stehen. Der Einkauf in der Region ist für die Betreiber dabei ebenso selbstverständlich wie selbst gemachte Saucen oder Nudeln. „Fertiggerichte und Tiefkühlware kommen bei mir nicht auf den Tisch“, so Beckers Credo.

Auf rund 150.000 Euro beziffert er seine Investition in das neue Restaurant, aktuell das einzige im Ort. Er wünscht sich, dass sein „antizyklisches Verhalten“ belohnt wird. Da ihm infolge der Pandemie etwa 20 Prozent des Personals weggebrochen sind, soll zunächst donnerstags bis sonntags geöffnet sein.

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