Atomendlager: Mehrere Orte in Mittelbaden im Fokus

Rastatt//Bühl/Gaggenau (dm/tom) – Weil auch in Mittelbaden nach einem Atomendlager gesucht wird und mehrere Standorte infrage kommen, soll nun eine interkommunale Kompetenzstelle eingerichtet werden.

Auch die Deponie „Hintere Dollert“ in Oberweier war zunächst in den Fokus der Suche gerückt. Foto: pr

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Auch die Deponie „Hintere Dollert“ in Oberweier war zunächst in den Fokus der Suche gerückt. Foto: pr

Bezüglich der Suche nach einem atomaren Endlager hat der Bauausschuss dem Vorschlag der Kreisverwaltung zum weiteren Vorgehen zugestimmt. „Ein wichtiges nationales Thema“, so Andreas Merkel (CDU). Konkretisiert wurde, dass hierfür die in der Sitzungsvorlage genannte Option umgesetzt werden soll, also die Schaffung einer interkommunalen Kompetenzstelle Landkreis Rastatt/Stadtkreis Baden-Baden. Dies wurde bei zwei Gegenstimmen und zwei Enthaltungen so beschlossen.

Lage im „kristallinen Grundgebirge“

Manuel Hummel (Grüne) hätte hier Punkt 3 für den gangbaren Weg gehalten (Kompetenzstelle in Zusammenarbeit mit den Landkreisen in der Region Nordschwarzwald).

Im Gebiet des Landkreises Rastatt sind derzeit folgende Kommunen im Suchraum für ein atomares Endlager: Gaggenau, Gernsbach, Weisenbach, Forbach, Ottersweier, Bühlertal, Bühl, Loffenau, Sinzheim.

Sie liegen zumindest teilweise im sogenannten kristallinen Grundgebirge des Schwarzwalds und gelten somit als grundsätzlich geeignet. Bei der bundesweiten Suche werden allerdings eine Vielzahl von Standortfaktoren zu berücksichtigen sein, zum Beispiel Zerklüftungsgrad des Gesteins.

Auf der Höhe der Zeit diskutieren

Man werde regelmäßig über den Prozess berichten, versicherte der Erste Landesbeamte Jörg Peter. Es könne durchaus sein, dass „wir auch schnell rausfallen“ aus der Untersuchungskulisse. Gleichwohl sei es wichtig, dass man sich mit dem Thema befasse, „damit wir immer auf der Höhe der Zeit diskutieren können“. Der bundesweit angelegte Suchprozess werde rund ein Jahrzehnt andauern. Das Thema sei hochkomplex, so Umweltamtsleiter Wolfgang Hennegriff, und umfasse ein Bündel an Themen, so auch seismische Aktivitäten.

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Ihr Autor

den BT-Redakteuren D. Melcher und T. Senger

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Erstellt:
5. Juli 2021, 18:00 Uhr
Lesedauer:
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