Au am Rhein will Parkchaos am Rheinufer eindämmen

Von Helmut Heck

Au am Rhein (HH) – Zu viele Wohnmobile am Auer Rheinufer sorgten über den Sommer für Ärger. Die Gemeinde möchte dagegen vorgehen und eine Vereinbarung mit der Schifffahrtsverwaltung treffen.

Au am Rhein will Parkchaos am Rheinufer eindämmen

Bis Böschungskante: Zum Ärger von Fußgängern versperren Wohnmobile oftmals und zuhauf den Spazierpfad direkt am Rheinufer. Foto: Helmut Heck

Bis zum nächsten Frühjahr, wenn schönes Wetter die Menschen nach draußen zieht, sollte es für die Wohnmobilflotten, die diesen Sommer das Rheinufer bei der Baden-Pfalz-Fähre belagerten, Regeln geben. Der Gemeinderat von Au am Rhein reagierte in seiner Sitzung am Montag auf diesbezügliche Forderungen aus Rheinstetten, speziell aus dem Stadtteil Neuburgweier, der am nächsten bei dem beliebten Platz am Fähranleger in direkter Nachbarschaft zur Gaststätte „Altes Zollhaus“ liegt.

Grund und Boden, auf dem sich die Probleme abspielen, sind nämlich Teil der Gemarkung von Au am Rhein. FWG-Fraktionsvorsitzender Hans Weßbecher erklärte, dass es auch der Wille des Auer Ratskollegiums sei, „den Platz anzufassen“. Es sei schon über verschiedene Maßnahmen diskutiert worden. Dass bislang keine Folgen zu sehen sind, begründete Bürgermeisterin Veronika Laukart mit getrennten Verantwortlichkeiten. Genau längs in der Mitte des beliebten Parkplatzes verlaufe eine Zuständigkeitsgrenze. Der Uferstreifen unterstehe der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) des Bundes, dort dürfe die Gemeinde nicht ohne Einwilligung der Behörde aktiv werden. Demnächst werde ein runder Tisch, auch mit weiteren Beteiligten, stattfinden, um über Lösungen zu sprechen.

Mit der WSV müsse eine Vereinbarung getroffen werden, um die Zuständigkeiten zu regeln. Man habe sich bereits ein Musterpapier von einer Kommune im Rheingau besorgt, die ähnliche Probleme gehabt habe, erfuhr das Gremium. Nach diesem Vorbild könnte man festlegen, ob, wo und wie viele Wohnmobile auf dem Platz geduldet werden sollten.

Bauliche Umgestaltung des Uferbereichs weiter im Gespräch

Sei die Vorgehensweise mit den Partnern rechtlich geklärt, könnte der neue Gemeindevollzugsdienst, über den Au am Rhein seit Kurzem verfügt, auf dem Platz beim Fähranleger aktiv werden.

Gleiches gelte für den Brückenkopf, wo ähnliche Zustände Missmut erzeugen. Wie Laukart auf Nachfrage des BT mitteilte, ist bei der Fähre weiterhin eine bauliche Umgestaltung des Uferbereichs im Gespräch, was auch von Rheinstetten gewünscht wird. Unter anderem gehört die Idee einer Uferpromenade dazu. Dieses Vorhaben stehe in Zusammenhang mit dem geplanten Polder Bellenkopf/Rappenwört. Das Areal am Rheinufer soll als Ausgleich für Freizeitnutzungen aufgewertet, werden, die durch den Polder anderswo zeitweise beschnitten würden. In dieser Sache wolle man mit dem Regierungspräsidium Karlsruhe Möglichkeiten ausloten, die Neugestaltung früher zu realisieren, als es der Zeitplan für den Polderbau erwarten ließe.