Auch die Band gibt es doppelt

Ötigheim (manu) – Kürzlich fand der Soundcheck für das Musical „Der kleine Horrorladen“ auf Deutschlands größter Freilichtbühne statt. Am Freitag ist Premiere bei den Volksschauspielen in Ötigheim.

•Soundcheck: Vier Instrumentalisten rocken schon mal den Tellplatz. Foto: Manuela Behrendt

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•Soundcheck: Vier Instrumentalisten rocken schon mal den Tellplatz. Foto: Manuela Behrendt

Es fetzt auf Deutschlands größter Freilichtbühne. Vier Musiker (Bass, Gitarre, Keys und Schlagzeug) rocken beim Musical „Der Kleine Horrorladen“, das am Freitag um 20.30 Uhr Premiere feiert, die mittelalterliche Burg, dass das Gemäuer zittert.

Der musikalische Leiter Markus Bieringer lauscht den Riffs und Beats im Zuschauerraum. Regisseur Stefan Haufe schießt ein Foto von der kleinen Combo. Auf Abstand lassen es die vier im Orchestergraben musikalisch krachen. Der knackige Sound ist ein absoluter Stimmungsmacher.

Mit zwei unabhängig voneinander agierenden Ensembles studiert Haufe das Musical ein. Außer den jeweils vier Instrumentalisten gibt es pro Team 18 Darstellende. Manche wirkten bereits 2010/11 in der „Horrorladen“-Show auf der „Kleinen Bühne“ mit.

„Ansteckungsvermeidung ist und bleibt das A und O“

Es ist eine Herausforderung, ein Kammerstück auf die Open-Air-Bühne zu bringen, bei dem Umbauten und Szenenwechsel eigentlich im Dunkeln stattfinden. „Vieles können wir wegen der undurchführbaren Blackouts nicht verstecken, aber wir kommen klar“, sagt Haufe. Er setzt auf die sich einschleichende Nacht bei den Abendvorstellungen. Und: „Wir haben genug Spielraum, das Publikum im geeigneten Moment abzulenken.“ Der Regisseur und Choreograf („Ein bisschen Ballett haben wir auch noch drin“) bringt den „Horrorladen“ in einer „Guckkastenbühne, die wir optisch mittels Kulissenbauteilen auf das Freilichtareal stellen“, auf den Tellplatz. Bei der Auswahl der Stücke für die Alternativspielzeit ging es allein darum, personell sehr überschaubare Produktionen auf die Beine zu stellen. Haufe verdeutlicht: „Ansteckungsvermeidung ist und bleibt das A und O; deshalb ist es unmöglich, in dieser Saison Bilder zu bauen, wie man sie üblicherweise von den VSÖ kennt.“

Dass man überhaupt spielt und das Publikum unterhält, macht den besonderen Theatersommer 2021 aus. Damit er hinter, auf und vor der Bühne gelingt, lässt man größte Vorsicht walten. Es spielt niemand in zwei Stücken mit. Man bleibt in den Gruppen unter sich. Wie schwierig die Umsetzung tatsächlich ist, offenbart sich, als Haufe die zeitversetzte Planung für die Durchlaufproben bekannt gibt. In zwei Hälften teilt er dafür das Musical auf und pendelt die Grüppchen auf unterschiedliche Wochentage ein. Im ersten Ansatz hat den Durchlaufplan niemand kapiert. Zum Glück erhalten die Agierenden die Zeitaufteilung noch schriftlich.

Positive Stimmung ist greifbar

Maximilian Tüg, geschäftsführender Vorstand der VSÖ, macht einen entspannten Eindruck. „Es lockert sich ja jetzt alles“, sagt er in Bezug auf die Inzidenzzahlen. Aber: „Wir ziehen nach wie vor unser Hygienekonzept durch; wir gehen kein Risiko ein.“ Trotz Einschränkungen herrscht auf dem Tellplatz beim „Horrorladen“-Soundcheck brummend gute Laune. Die positive Stimmung ist selbst hinter den Mund-Nase-Bedeckungen greifbar. Wenn die Vorstadtgirls im Rock‘n‘Roll-Rhythmus ihre Songs trällern und die Pflanze Audrey Zwo mit mächtiger Röhre Futter vom schüchternen Seymour fordert, spürt man bei allen Beteiligten den Theaterpuls, der die Herzen der Tellplätzler nach einer gefühlten Ewigkeit wieder voll im Griff hat. Kartenvorverkauf: www.volksschauspiele.de

Ihr Autor

Manuela Behrendt

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Erstellt:
17. Juni 2021, 16:30 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 28sec

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