Auf Augenhöhe mit dem Tabellenführer

Karlsruhe (red) - Jahn Regensburg ist Zweitliga-Tabellenführer, der Karlsruher SC Rangneunter. Dennoch sieht KSC-Trainer Christian Eichner sein Team vor dem Duell an diesem Samstag auf Augenhöhe.

Fabian Schleusener könnte mit Philipp Hofmann in Regensburg eine Doppelspitze bilden. Foto: Markus Gilliar/GGES

© GES/Markus Gilliar

Fabian Schleusener könnte mit Philipp Hofmann in Regensburg eine Doppelspitze bilden. Foto: Markus Gilliar/GGES

Der Vorschau geht meist ein kleiner Rückblick voraus, zumindest bei Christian Eichner ist das so. Konkret heißt das: Bevor der Trainer des Karlsruher SC in der wöchentlich stattfindenden Medienfragestunde über das nächste Spiel der Blau-Weißen referiert und darüber, was er in diesem von den Seinen erwartet, schließt er zunächst mit der Vergangenheit ab, jedenfalls so gut es geht.

Im aktuellen Fall, also gestern, ging es dabei um die 0:3-Heimniederlage gegen St. Pauli just vor einer Woche. Da liegt es auf der Hand, dass Eichner in seinem Rückblick nicht nur Erfreuliches zur Sprache bringt, auch wenn sein Vortrag in ruhigem Ton über die Bühne geht. Das Spiel gegen den Ball bekrittelt er so, nicht minder das Zweikampfverhalten mit und ohne Spielgerät. Einmal mehr erwähnt wird auch das verbesserungswürdige Angriffsverhalten. In allen drei Punkten müsse seine Mannschaft in Zukunft wieder besser werden. In allen dreien werde sie, so behauptet Eichner sich sicher zu sein, es schon heute deutlich besser machen. Wörtlich sagt er: „Wir werden unsere Schlüsse ziehen und diese auch umsetzen.“

KSC auswärts stärker

Heute (13.30 Uhr) spielt der KSC bei Jahn Regensburg, der tabellarisch ausgewiesen derzeit besten Mannschaft dieser 2. Liga, umgangssprachlich auch Tabellenführer genannt. Das macht das Vorhaben, die Heimpleite gegen St. Pauli wett zu machen, nicht leichter. Der Jahn geht jedenfalls als Favorit in den neunten Spieltag dieser Saison, auch Eichner sieht das so. Fünf Punkte (17:12) trennen die beiden Teams schließlich voneinander. Das ist eine ganze Menge. Andererseits ist diese Menge keineswegs groß genug, um das Ziel, auch aus dem Jahnstadion Zählbares mit zu nehmen, zur Unmöglichkeit zu machen. Zumal der KSC auswärts ja auch in dieser Saison besser zu Potte kommt als auf der heimischen Wildparkbaustelle und erst vor zwei Wochen, beim 2:1-Sieg auf Schalke, bewiesen hat, auch höher eingeschätzten Mannschaften immer ein Bein stellen zu können.

Vielleicht hat es auch damit zu tun, dass Eichner die Regensburger als Favoriten zwar durchaus anerkennt, aber nicht unbedingt als haushohe und somit unschlagbare. Zwar befinde sich die Mannschaft von Mersad Selimbegovic aktuell in einer Art Flow, so wie es der KSC letzten Januar war, als er auf geradezu wundersame Weise Sieg an Sieg reihte. Prinzipiell aber und wenn dieser Siegesrausch ersteinmal verflogen und wieder Normalität eingetreten ist, befänden sich Regensburger und Karlsruher was ihr fußballerisches Vermögen anbelangt laut Eichner durchaus auf Augenhöhe. „Und so ein Spiel erwarte ich auch“, sagt der KSC-Coach.

Kapitän Gondorf fehlt erneut

In diesem verzichten muss er erneut auf Jerôme Gondorf. „Natürlich fehlt uns unser Kapitän“, kommentiert dies der Trainer. Andererseits habe just der Sieg auf Schalke gezeigt, dass die Mannschaft auch ohne ihren Leitwolf und Vorkämpfer gewinnen kann, allerdings nur dann, wenn alle so giftig auftreten wie Gondorf das gemeinhin und fast immer zu tun pflegt. Dass dies gegen St. Pauli nicht der Fall war, muss neben der größeren fußballerischen Reife der Hamburger als Hauptursache für die jüngste Heimniederlage gewertet werden.

Ob und welche personelle Konsequenzen diese nach sich ziehen könnte, darüber wollte Eichner gestern nicht spekulieren, zumal sich wohl erst kurzfristig entscheidet, welche Spieler in Regensburg einsatzfähig sind. Unter der Woche hatten Robin Bormuth (Sprunggelenk), Daniel Gordon (Fußprellung) und Dominik Kother (Wade) mit Verletzungen zu kämpfen. Die personelle Situation wiederum könnte sich auch aufs Spielsystem auswirken. Stand gestern wollte es Eichner zumindest nicht ausschließen, in Regensburg mit einer zweiten Spitze (Fabian Schleusener?) neben Philipp Hofmann anzutreten.

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Erstellt:
1. Oktober 2021, 15:56 Uhr
Lesedauer:
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