Auf Schneeschuhen im Schwarzwald unterwegs

Baden-Baden (ela) – Winterwanderungen auf Schneeschuhen haben sich zu einem Trendsport entwickelt. Im Schwarzwald sind in vielen Gemeinden spezielle, naturnahe Trails ausgewiesen.

Die Stille der Natur genießen: Viele Schneeschuhtrails verlaufen abseits der übrigen Wanderwege. Foto: Markus Ketterer/Hochschwarzwald Tourismus

© Markus Ketterer/Hochschwarzwald Tourismus

Die Stille der Natur genießen: Viele Schneeschuhtrails verlaufen abseits der übrigen Wanderwege. Foto: Markus Ketterer/Hochschwarzwald Tourismus

Leise knirscht der Schnee unter den Füßen. Ansonsten ist es still mitten im Wald, die Natur lässt sich in der Ruhe genießen. Wer auf Schneeschuhen durch den Schwarzwald stapft, kann noch ein Stück dieser schönen Einsamkeit erleben – auch wenn man nicht einfach kreuz und quer durch den Wald marschieren, sondern auf den vorgegebenen Schneeschuhtrails bleiben sollte.

In den vergangenen Jahren hat sich diese Art der Fortbewegung im Winter zu einer Trendsportart entwickelt. Schneeschuhwanderer können fast überall in den Bergen der Region ihrem Hobby nachgehen und vielerorts an einer geführten Tour teilnehmen. Im Laufe der Zeit sind zahlreiche Routen ausgezeichnet worden. Aktuell sind in dem Portal von Tourismus Schwarzwald 57 Schneeschuhrouten gelistet.

„Und es kommen permanent neue hinzu,“ erklärt Sascha Hotz, der bei Schwarzwald Tourismus für den Wintersport zuständig ist. Für die Ausweisung sind die Gemeinden zuständig. „In eigentlich allen Orten über 1.000 Meter gibt es dieses Angebot.“ Wer keine Schneeschuhe kaufen will, kann sie vielerorts in Sportgeschäften, Skischulen oder touristischen Zentren ausleihen.

Der Schneeschuh-Trend ist für den Wintersportfachmann immer eine Gratwanderung zwischen Genuss und Bewegung im Wald sowie dem Schutz der Tiere während ihrer Winterruhe. „Dass manche einfach querfeldein loslaufen, kann man leider nicht verhindern. Wir bemühen uns aber, möglichst schöne Wege auszuweisen, damit die Menschen dann auch darauf bleiben – ohne die Natur all zu sehr zu stören“, erklärt Hotz, „dieser Kompromiss gelingt meistens ganz gut.“

Einsam mitten durch den verschneiten Wald oder entlang des Schwarzwaldkamms mit Aussicht: Viele, aber längst nicht alle Schneeschuh-Wege sind beschildert. Für Hotz selbst sind die Highlights „im Hochschwarzwald die Strecken mit Alpensicht – ob vom Belchen, Hinterwaldkopf oder Herzogenhorn“. In der Ortenau schätzt er persönlich den 1.000-Meter-Weg vom Ruhestein aus – mit Blick auf die Vogesen. „Für andere ist es mehr das Naturerlebnis mitten im Wald. Letztendlich ist es immer eine Mischung aus beidem.“ Im Folgenden eine Auswahl aus dem Hoch- und Nordschwarzwald mit Tourenbeschreibungen von Schwarzwald Tourismus.

Vom Ruhestein zum Schliffkopf: Start der als aussichtsreich beschriebenen Tour ist am Nationalparkzentrum Ruhestein. Es geht über den Schwarzwaldkamm vorbei an der Skisprungschanze über den Schweinekopf zum Schliffkopf. Der Rückweg erfolgt mit dem Bus (Fahrzeiten beachten).

Länge: 4,6 Kilometer, mittelschwer.

Aufstieg: 185 Aufstiegsmeter.

Dauer: gut drei Stunden.

Vom Ruhestein zum Mummelsee: Die Route verläuft parallel zur Schwarzwaldhochstraße unterhalb vom Altsteigerskopf zum Seibelseckle und endet am Mummelsee. Bei schönem Wetter kann der Blick bis in die Vogesen reichen. Rückweg mit dem Bus.

Länge: 6,4 Kilometer, mittelschwer. Je nach Schneelage, ist etwas Kondition notwendig.

Aufstieg: 184 Aufstiegsmeter.

Dauer: 3,45 Stunden.

Rundtour ab Besucherzentrum Schwarzwaldhochstraße Freudenstadt-Kniebis: Am Lift abwärts bis zur Eichelbergstraße. Diese wird überquert. Dann geht es über das Moorbad in den Wald. Nach der Überquerung der L96 folgt der Weg dem Rimbach und über den Grenzweg zurück.

Länge: 4,8 Kilometer, leicht.

Aufstieg: 113 Aufstiegsmeter.

Dauer: 1,5 Stunden.

Es gibt auch eine kleine Tour.

Länge: 2,52 Kilometer, leicht.

Aufstieg: 68 Aufstiegsmeter.

Dauer: 50 Minuten.

Rundtour Seibelseckle – Hornisgrinde – Mummelsee: Start und Ziel ist am Parkplatz Seibelseckle. Zunächst geht es steil hoch zur Hornisgrinde. Weiter geht es bergab zum Mummelsee, später parallel zu B500 zurück zum Ausgangspunkt.

Länge: 5,23 Kilometer, schwer.

Aufstieg: 210 Aufstiegsmeter.

Dauer: drei Stunden.

Dobler Routen: Der Einstieg in die Routen in der Mannenbachheide ist von fast allen öffentlichen Parkplätzen aus möglich. Die Strecke verläuft unter anderem entlang der Wiesen des Klötzbuckels und der Reutäcker und führt durch den Hochwald. Ein Abstecher führt zum Lothar-Kreuz.

Länge: 7,6 Kilometer insgesamt, mittelschwer.

Aufstieg: 136 Aufstiegsmeter.

Dauer: 1,25 Stunden.

Rundtour im Buhlbachtal: Start ist an der ehemaligen Glashütte in Baiersbronn-Buhlbach. Die Tour verläuft in der Ebene und durch den Wald mit Block auf das Obertal und ist für Einsteiger geeignet. Über den „Hänger“ geht es zurück zum Ausgangspunkt.

Länge: 4,8 Kilometer, leicht.

Aufstieg: 211 Aufstiegsmeter.

Dauer: gut zwei Stunden.

Gipfeltour am Feldberg: Die Rundtour führt auf den höchsten Gipfel des Schwarzwalds. Start ist am Haus der Natur in Feldberg. Von dort geht es durch den Wald hoch zum Seebuck. Weiter zum Mittelbuck, danach steil aufwärts bis zum Gipfel. Dort öffnet sich bei gutem Wetter ein weiter Rundblick. Zurück auf dem Panoramaweg zum Ausgangspunkt.

Länge: 8,76 Kilometer, schwer.

Aufstieg: 311 Aufstiegsmeter.

Dauer: 3,3 Stunden.

Brandenkopftour: Die Rundtour verläuft auf rund 1.000 Metern Höhe in der Ferienregion Brandenkopf. Start ist am Wanderheim in Oberharmersbach. Die Strecke führt rund um die Bergspitzen von Brandenkopf, Steigleskopf sowie Ballenkopf. Insgesamt gibt es in der Region drei ausgeschilderte Wege mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden.

Länge: 8,68 Kilometer, schwer.

Aufstieg: 338 Aufstiegsmeter.

Dauer: 2,5 Stunden.

Panoramatrail Todtmoos: Start und Ziel der Rundtour ist am Parkplatz Hochkopf gegenüber der Gaststätte „Zum Auerhahn“. Entlang des Weidbergs geht es ohne große Steigungen – mit Ausblick auf das Wehratal. Der Waldweg führt weiter zum höchsten Punkt der Wanderung. Bei gutem Wetter reicht der Blick bis in die Schweizer Alpen.

Länge: 2,95 Kilometer, mittelschwer.

Aufstieg: 121 Aufstiegsmeter.

Zum Thema

Viele der Schneeschuhwege im Schwarzwald sind zwischen zwei und fünf Kilometer lang. Was sich so wenig liest, kann untrainierte Schneeschuhwanderer durchaus an ihre Grenzen bringen.

„Das Wandern durch tiefen oder verharschten Schnee ist viel anstrengender als normales Wandern. Das sollte man auf keinen Fall unterschätzen“, warnt Sascha Hotz von Schwarzwald Tourismus. Er rät weiter, nie ohne Stöcke loszulaufen. „Die sind eine große Hilfe“.

Immer dabei haben sollte man auch etwas zu trinken, ein kleines Vesper und das Handy, um im Notfall Hilfe rufen zu können. Das geht auch über die Touren-App von Schwarzwald Tourismus, die laut Hotz mit einer Notruffunktion zur Ortung ausgestattet ist.


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