Auf Schweden folgt Rhinos-Comeback

Hügelsheim (mi) – Eishockey-Torwart Constantin Haas hat ein Auslandssemester in Schweden verbracht. Nach seiner Rückkehr hat er sich wieder dem ESC Hügelsheim angeschlossen.

Mit Constantin Haas und Stammtorwart Max Häberle verfügen die Baden Rhinos über gleich zwei starke Torleute. Foto: Frank Seiter

© Frank Seiter

Mit Constantin Haas und Stammtorwart Max Häberle verfügen die Baden Rhinos über gleich zwei starke Torleute. Foto: Frank Seiter

Schweden ist schön, kann aber auch einsam machen. Vor allem, wenn man sportlich auf Eis gelegt wird. Was im Eishockey-Superland, das die beste Nachwuchsarbeit in ganz Europa betreibt, schnell Realität wird, wenn man den Versuch startet, dort sportlich Fuß zu fassen. Constantin Haas hat als VWL-Student ein Auslandssemester in Borlänge verbracht. Den Hörsaal hat er von innen immer gesehen, aber nicht die Atmosphäre in einer Eishalle in und um die 50.000-Einwohner-Stadt herum.

„Ich versuchte Kontakt mit Vereinen aufzunehmen, aber keiner hat sich gemeldet. Das war schon enttäuschend. Intensives Training war also nicht möglich, obwohl ich mein ganzes Eishockey-Zeug mitgenommen habe.“ So wie dem Torhüter, der seit Weihnachten wieder in Hügelsheim weilt und künftig das wohl beste Duo der Regionalliga Südwest mit Max Häberle bildet, geht es Hunderten anderen Spielern aus Europa. Im Land des elfmaligen Weltmeisters, das über rund 90 NHL-Spieler verfügt, kommen nur Ausnahmespieler wie die Nationalspieler Tobias Rieder oder Tom Kühnhackl unter. „Die haben in Schweden eine brutale Qualität“, erfuhr Haas vor Ort.

Von daher war es dann wohl auch nicht verkehrt, nach vier Monaten wieder die Koffer zu packen. „Die Schweden sind sehr freundlich, aber auch zurückhaltend“, sagt der 26-Jährige im Rückblick, will aber keine Minute dort missen. „Es war eine gute Erfahrung. Das Studium wurde in Englisch abgehalten, ich habe viele Leute aus Europa kennengelernt.“

Treffen alter Weggefährten

Jetzt trifft Haas wieder auf gute, alte Bekannte, die alle nicht auf den Mund gefallen sind. Hier ein Schulterklopfer, dort ein Schwätzchen. Auf den anderen Rückkehrer-Kollegen Graham Brulotte, der am Dienstag aus Kanada einflog, freut er sich ganz besonders. „Er ist wahnsinnig beliebt im Team.“ Im Spargeldorf kennt Haas alle, vom Zeugwart bis zu Philip Riessle, mit dem er selbst vier Jahre beim Zweitligisten Wölfe Freiburg im Team war.

Die Zusammenarbeit mit Max Häberle wird von Kollegialität geprägt sein. „Es gibt keine Meinungsverschiedenheiten zwischen uns. Wir pushen und bauen uns gegenseitig auf. Konkurrenz belebt das Geschäft. Wir haben beide eine gute Stellung im Team.“ Rhinos-Sportdirektor Pascal Winkel kann sich auf doppelte Qualität einstellen, der Torwart macht im Eishockey an guten Tagen 50 Prozent aus. „Consti ist eine richtige Hausnummer. Er gibt uns immens viel Sicherheit auf der Position. Max und er sind auf Augenhöhe. Wir können uns glücklich schätzen, so ein Duo zu haben.“

Stammtorwart Häberle war in der bislang von Höhen und Tiefen gekennzeichneten Saison ein Vielspieler und deshalb laut Winkel „mental extrem unter Druck. Max ging zuletzt auf dem Zahnfleisch. Er wusste: ’Ich darf mich nicht verletzen und auch keinen schlechten Tag haben‘“. Nun weiß Häberle einen richtigen Konkurrenten neben sich, der selbst über große Erfahrung verfügt.

Allerdings hat Constantin Haas nach praktisch einem Jahr ohne Eishockey-Praxis Nachholbedarf. „Ich habe viel Fitness gemacht, aber auf dem Eis fehlt noch einiges. Im Training läuft es aber besser als erwartet.“ Es gilt die Automatismen wieder einzuschleifen, die Reaktionsschnelligkeit auf das Vor-Corona-Niveau zu bringen. „In der Vorsaison war für mich nach zwei Spielen die Saison schon vorbei. Seitdem ging nichts.“

Der Goalie, der in Ravensburg mit der schnellsten Mannschaftssportart begann, weiß, dass die Rhinos mit ihm, Brulotte und dessen kanadischen Landsmann Tanner Ferreira ganz anders aufgestellt sind. „Das Ziel sind die Top Vier. Doch wir tun gut daran, Schritt für Schritt zu denken. Auch im Viertelfinale kann jeder jeden schlagen. Wir müssen für die Playoffs 100 Prozent bereit sein.“ Mit 100 Prozent Zuverlässigkeit im Kasten.

Ihr Autor

Von BT-Redakteur Michael Ihringer

Zum Artikel

Erstellt:
4. Januar 2022, 21:30 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 49sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.