Auf zwei Rädern durch Baden-Baden „schweben“

Baden-Baden (nad) – Auch in der Kurstadt ist der Trend von E-Fahrzeugen angekommen: BT-Volontärin Natalie Dresler begibt sich auf Scrooser-Tour durch Baden-Baden und testet das elektrische Zweirad.

Volle Punktzahl gibt es von Natalie Dresler für die gemütliche Stadterkundung mit Coolness-Faktor auf dem Scrooser. Foto: Jürgen Reiss

Volle Punktzahl gibt es von Natalie Dresler für die gemütliche Stadterkundung mit Coolness-Faktor auf dem Scrooser. Foto: Jürgen Reiss

Mit einem E-Scooter bin ich schon über Korfu gebraust, auch auf einem Segway habe ich schon einige tolle Touren gemacht – aber noch nie zuvor bin ich Scrooser gefahren. Umso größer ist meine Vorfreude, denn gleich darf ich mit Jürgen Reiss von CitySeg eine Scrooser-Tour durch Baden-Baden machen. Wie sich der Elektroroller wohl fährt? Werde ich gut zurechtkommen oder mich komplett blamieren?

„Wir sind die Coolsten, wenn wir cruisen, wenn wir durch die City düsen...“, diese Zeilen vom Songtext der Massiven Töne zum Lied „Cruisen“ begleitet mich während unserer Fahrt durch Baden-Baden als Ohrwurm. Denn ja, ich fühle mich schon ziemlich cool auf meinem Scrooser. Dicke Reifen, Sattel mit wildem Leopardenprint und ein Lenker wie bei einer Harley. Ein „Entschleunigungsfahrzeug mit Coolness-Faktor“, so beschreibt Jürgen Reiss es bei der Einweisung und das trifft es wohl auf den Punkt.

Passanten lächeln über die „geile Kiste“

Zugegeben, bei der Probefahrt auf dem Parkplatz der Tourist-Information an der B500 bin ich zunächst etwas wackelig und unsicher, denn Kurven zu nehmen, ist im ersten Moment gar nicht so leicht. Aber schnell entwickele ich ein Gespür für den Scrooser und traue mich, Gas zu geben. Mit Gas geben meine ich, 20 km/h schnell zu fahren, denn das ist die Maximalgeschwindigkeit. Ich finde, das reicht vollkommen aus, so kann ich gemütlich durch die Stadt gleiten und ihre Schönheit bewundern, noch dazu leise und emissionsfrei – ein Hoch auf die Elektro-Mobilität!

Man kann den Scrooser im Stehen oder im Sitzen fahren – ich entscheide mich fürs Stehen, denn als Neuling fühle ich mich so vor allem in den Kurven sicherer. Das tiefer gelegte Sitzen mit dem „Harley-Lenker“ ist nämlich schon etwas gewöhnungsbedürftig, aber auf komplett geraden Strecken funktioniert es prima.

Was ich sofort nach Start unserer Fahrt bemerke und auch währenddessen immer wieder beobachte: Der Scrooser zaubert den vorbeigehenden Passanten sofort ein Lächeln ins Gesicht. Einige von ihnen heben auch anerkennend den Daumen hoch, „geile Kiste“, ruft uns ein Fußgänger zu. Recht hat er.

Mit Fahrtwind und viel Spaß die Kurstadt erkunden

Wir „schweben“ also durch die Stadt und ich komme in den Genuss der rund zweistündigen „Tour durch Baden-Baden“, die von CitySeg angeboten wird. Vorbei am Festspielhaus, wo an einer roten Ampel übrigens sogar ein Porsche-Fahrer neidisch zu uns rüber guckt, geht es schon Richtung Schloss Solms. Auch bergauf bringt mich mein Gefährt zuverlässig, wenn auch etwas langsamer – dafür macht die Abfahrt umso mehr Spaß, denn ich lasse mich einfach rollen. Ich genieße den frischen Fahrtwind in den Haaren – für August etwas zu frisch für meinen Geschmack – und kann nicht aufhören zu lächeln, denn es macht einfach unglaublich viel Spaß, durch die Kurstadt zu „scroosern“.

Vor allem für mich als Bühlerin ist es ein Erlebnis, meine zwar bekannte, aber doch nicht völlig vertraute Nachbarstadt auf diese Weise zu erkunden. Und damit gehöre ich wohl auch zur richtigen Zielgruppe, denn seit der Pandemie ist laut Reiss der Trend zu beobachten, dass Tagesausflüge und Erlebnisse in der Heimat immer beliebter werden und ein regelrechter „Hype“ um den Schwarzwald entstanden ist. Auch auf die Themen Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein werde ein stärkerer Fokus gelegt. Da passen seine E-Fahrgeräte, die man übrigens auch tageweise für individuelle Touren mieten kann, natürlich perfekt – eine Fahrt damit ist mal etwas anderes und eine willkommene Abwechslung.

„Du bist natürlich schon ziemlich cool, wenn du mit dem Scrooser am Golfplatz vorfährst“

Der Weg führt uns weiter durch die Idylle der Lichtentaler Allee bis ins Kloster Lichtental, wo wir im Innenhof eine kleine Pause machen und Reiss ein bisschen aus dem Nähkästchen plaudert. Bei seinen verschiedenen geführten Touren, die er übrigens auch mit dem Segway und E-Scooter anbietet, hat er schon einiges erlebt: Lustige Junggesellenabschiede, über 80-jährige neugierige Erstfahrer, und auch Politprominenz waren mit dabei. OB Margret Mergen stand nämlich auch schon auf einem Segway bei ihm und unterstütze ihn zu seiner großen Freude sehr bei seinem E-Mobilitätsprojekt in Baden-Baden.

Auch an Privathaushalte habe er schon einige Scrooser verkauft, die das pure Design schätzen und sich mit dem Lifestyle-Fahrzeug etwas Besonderes gönnen. „Du bist natürlich schon ziemlich cool, wenn du mit dem Scrooser am Golfplatz vorfährst“, sagt der Ottersweierer und da muss ich ihm zustimmen. Am Brenners Parkhotel höre ich einen vorbeigehenden Mitarbeiter sagen „das will ich auch“, und meine innere Stimme schreit: „Ich auch!“ Ich könnte den ganzen Tag lang mit dem Scrooser herumfahren und bin schon ein bisschen traurig, als wir nach unserem Stopp vor der Trinkhalle den Rückweg zur Tourist-Information einschlagen.

Es ist nicht einfach nur eine Fahrt durch die Stadt, sondern eine echte Erlebnistour. Und genau das soll es auch sein, betont Reiss, der sich selbst als Erlebnisgestalter betitelt. Das Lächeln in den Gesichtern der Fahrer, aber auch der Passanten – „vor, während und nach der Tour“ – seien für ihn echte „Genugtuung“. Er lebe und liebe seinen Beruf und das merkt man ihm auch an. Trotz der Pandemie und vielen Ausfällen von Touren, vor allem auch von Firmenevents, kommt er mir ziemlich entspannt vor. Und genau so beende ich mein Scrooser-Abenteuer mit ihm: Entspannt, fröhlich und mit einer wunderbaren und coolen neuen Erinnerung.

Ihr Autor

BT-Volontärin Natalie Dresler

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Erstellt:
31. August 2021, 10:30 Uhr
Lesedauer:
ca. 3min 46sec

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