Aufenthalt „strengstens untersagt“

Elchesheim-Illingen (dm) – Die Gemeinde Elchesheim-Illingen hat den Goldkanal gesperrt und sieht den Schritt mit Blick auf den jüngsten Trubel als verhältnismäßig an. Der Einschränkung der persönlichen Handlungsfreiheit stünden erhebliche gesundheitliche Gefahren gegenüber.

Nach dem jüngsten Trubel ist das Betreten der Liegewiese und des Uferbereichs nun verboten: Das Seegelände zeigt sich am regnerischen 1. Mai fast menschenleer. Foto: Brenner

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Nach dem jüngsten Trubel ist das Betreten der Liegewiese und des Uferbereichs nun verboten: Das Seegelände zeigt sich am regnerischen 1. Mai fast menschenleer. Foto: Brenner

Die Gemeinde Elchesheim-Illingen hat ihre Ankündigung umgesetzt und am 1. Mai den Goldkanal abgesperrt. Die Zufahrtswege sind für Kraftfahrzeuge geschlossen, lediglich für Radfahrer und Fußgänger ist noch ein Durchkommen zum Seegelände. Dort aber ist das Betreten nur in den Randbereichen bis zu den neu angebrachten Absperrungen gestattet. Die Liegewiesen und der Uferbereich liegen indes hinter dieser Linie: Der Aufenthalt dort ist „strengstens untersagt“, wie die Gemeinde mitteilt, zudem gilt ein generelles Grill- und Badeverbot. Der See ist für sämtliche Wassersportarten gesperrt.

Ausnahmen gibt es nur für ankommende Segelboote, die zu ihren Liegeplätzen gebracht werden, sowie zur Ausübung der Berufsfischerei. Verstöße werden verfolgt, kündigt die Gemeindeverwaltung an.

Sie reagiert damit auf die Zustände vor allem an den letzten beiden Wochenenden (das BT berichtete), an denen die Regeln zum Gesundheitsschutz im Zuge der Corona-Pandemie „in Besorgnis erregende Art und Weise“ nicht eingehalten wurden, wie es heißt. Zugeparkte Zufahrtswege, Gedränge auf den Liegewiesen: Dazu trug letztlich der Zustrom von Besuchern „aus „ganz Baden-Württemberg“ bei, die das Areal seit der bereits erfolgten Sperrung andere Seen in den Kreisen Karlsruhe und Rastatt als Ausweichmöglichkeit nutzten.

Die Sperrung wird vermutlich länger andauern: Mit zunehmenden Temperaturen, so heißt es, sei damit zu rechnen, dass noch mehr Menschen den Goldkanal – ohnehin ein beliebtes Ausflugsziel im Landkreis – aufsuchen. Ob diese sich gezielt zusammenfinden oder zufällig aufeinandertreffen, sei aus Sicht des Infektionsschutzes unerheblich, heißt es unter anderem in der Begründung für diesen Schritt.

Die Gemeinde sieht diesen als verhältnismäßig an. Der Einschränkung der persönlichen Handlungsfreiheit stünden erhebliche gesundheitliche Gefahren und schließlich die Gefahr einer Überlastung der Gesundheitsversorgung gegenüber.

Die Maßnahme trifft nun Einheimische und Auswärtige gleichermaßen, das sei rechtlich nicht anders machbar.

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Erstellt:
2. Mai 2020, 08:00 Uhr
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