Aufmarsch der Narren in Iffezheim geplant

Iffezheim (sawe) – Aufmarsch der Narren: Auf der Iffezheimer Rennbahn ist eine „Karnevalsparade“ geplant. Der Veranstalter spricht von einer „wahnsinnigen Resonanz“, die Genehmigung steht noch aus.

In den Startlöchern: Die Iffzer Rheinwaldhexen wollen bei der „großen Karnevalsparade“ mitmischen, freut sich Veranstalter Sven Ellwanger. Foto: Ralf Peter

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In den Startlöchern: Die Iffzer Rheinwaldhexen wollen bei der „großen Karnevalsparade“ mitmischen, freut sich Veranstalter Sven Ellwanger. Foto: Ralf Peter

„Unser E-Mail-Fach wurde zweimal gesprengt“, erzählt Sven Ellwanger. Damit meint der Geschäftsführer der RS-Stiel-Events GbR aus Baden-Baden freilich keine echte Detonation, sondern beschreibt kraftvoll die „wahnsinnige Resonanz“ auf eine Veranstaltung, die seine Firma auf dem Gelände der Galopprennbahn plant. Edle Pferde spielen dabei keine Rolle, farbenprächtig-gewandete Narren umso mehr. Am Fastnachtssonntag, 27. Februar, soll in Iffezheim eine „große Karnevalsparade“ starten. „Wir bringen die fünfte Jahreszeit coronakonform zu euch“, kündigt Ellwanger an.

Die Rede ist von einer „exklusiven Faschingsparade, die es in dieser Form wahrscheinlich nur einmalig geben wird.“ Mit dabei sollen etwa 90 verschiedene Gruppen sein, zudem sorgen DJ Chris Mega und Sänger Almklausi für Stimmung.

Erfahrung mit Veranstaltungen in der Pandemie hat Ellwanger bereits: Im vergangenen Jahr stemmte seine Firma den siebenwöchigen Kultur-Sommer im Zelt am Sportplatz in Iffezheim. Und auch beim Weihnachtszauber „Xmas-Drive-In“ auf der Rennbahn mischte er zusammen mit Tobias Petraschko, Inhaber der Firma T.O.B Eventtechnik, und Andreas Groß kräftig mit.

„Wollen den Leuten etwas bieten“

„Wir machen das ja nicht, um reich zu werden. Wir wollen aber überleben und den Leuten in dieser Zeit etwas bieten“, blickt Ellwanger auf die pandemiebedingt darbende Veranstaltungsbranche und abgesagte Events. Ziel sei es nun, den Menschen und vor allem auch den Kindern in der Narrenzeit ein Strahlen ins Gesicht zu zaubern. Auf die Idee zur „Karnevalsparade“ habe ihn sein Freund Tobias Kärst von der GroKaGe Rastatt schon im vergangenen Jahr gebracht.

Karten für das Event auf der Rennbahn gibt es nur Online unter www.diginights.com. Die Stehplätze kosten 5 Euro, die überdachten Sitzplätze 8 Euro, Kinder bis sechs Jahren sind frei. „Sofern die Veranstaltung nicht stattfinden kann, werden alle Ticketgelder zurückbezahlt“, verspricht Ellwanger – und meint damit die ungewisse Entwicklung wegen Corona.

„Warten noch auf grünes Licht“

Denn das ist bisher noch der Haken: Die Genehmigung für das Event sei beantragt, liege aber noch nicht vor. „Wir warten noch auf grünes Licht“, meint Ellwanger und fügt mit Blick auf die großzügige Fläche auf dem Rennplatz und das vorgesehene Sicherheits- und Hygienekonzept hinzu: „So, wie wir es derzeit planen, ist es sicherer, als einkaufen zu gehen.“ Es seien zwar „knallharte Auflagen“ zu beachten, dafür gebe es jedoch auch ein paar Stunden Spaß. Bei der Veranstaltung gelte 2Gplus – sowohl für die Zuschauer als auch für die Teilnehmer. Diese rekrutiert Sven Ellwanger aus Fasnachtsvereinen und -gruppen aus der Region. Anmeldeschluss für diese ist der 17. Februar. Manche hätten bereits zugesagt, andere überlegten noch. Der Veranstalter ist aber sehr zuversichtlich, dass er rund 90 Gruppen zusammenbekommt. Geplant ist es, dass der Tross der Narren vor der Tribüne auf dem Rasen (nicht auf dem Geläuf) aufmarschiert. Zudem soll eine Bühne aufgebaut werden, auf der ein Rahmenprogramm läuft. Vor Ort gibt es ein gastronomisches Angebot mit Getränken und Würstchen. Einlass ist ab 12 Uhr, Beginn um 14.11, Ende gegen 19 Uhr. Es gebe bereits viele Nachfragen und Anmeldungen, freut sich Ellwanger.

Bleibt die Frage der Genehmigung. Fastnachtsumzüge sind laut Corona-Verordnung untersagt. Ellwanger sieht seine Veranstaltung jedoch als stationäres Event. In Baden-Württemberg gilt seit 28. Januar die Alarmstufe 1. Das bedeutet: Für Kultur- und Sportveranstaltungen im Freien sind bei 2G maximal 3.000 Zuschauer und Zuschauerinnen sowie bei 2Gplus maximal 6.000 erlaubt. Bei mehr als 500 Zuschauern müssen feste Sitz-/Stehplätze zugewiesen werden. Bei Stadt- und Volksfesten gelten derzeit die gleichen Obergrenzen sowie die FFP2-Maskenpflicht auch im Freien.

Als Eigentümerin der Rennbahn begrüßt die Gemeinde Iffezheim grundsätzlich solche Drittveranstaltungen. Die Initiatoren hätten schon beim Kultursommer und Xmas-Drive-In ihre Zuverlässigkeit und den gewissenhaften Umgang mit den Vorschriften der Corona-Verordnung bewiesen, verdeutlicht Bürgermeister Christian Schmid auf Nachfrage.

Gemeinde steht Idee offen gegenüber

„Daher stehen wir der Idee und Umsetzung sehr offen gegenüber und freuen uns über die Risiko-Bereitschaft und den Mut zur Planung einer solchen Veranstaltung in dieser Zeit – auch vor dem Hintergrund, dass wir als Gemeinde unseren traditionellen Fastnachtsumzug leider nicht veranstalten können“, sagt Schmid. Die Zulässigkeit der Veranstaltung hänge letztlich von den Bestimmungen der zum Zeitpunkt der Veranstaltung geltenden Corona-Verordnung ab. Bezüglich des Hygienekonzepts und der Rahmenbedingungen stehe die Gemeinde als Ortspolizeibehörde in engem Austausch mit dem zuständigen Gesundheitsamt und der Initiative. „Sofern die Corona-Verordnung derartige Veranstaltungen zulässt und uns die Umsetzung sowie das Hygienekonzept überzeugen, werden wir das Angebot gerne machen wollen, um die Fastnacht in unserem Ort zumindest ein wenig aufleben lassen zu können“, so Schmid


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