Auftakt zur Umgestaltung des Dekanats Rastatt

Rastatt (mak) – Die katholische Kirche will sich erneuern. Das Dekanat Rastatt beginnt mit der Kirchenentwicklung 2030 und damit der Umgestaltung des Dekanats. Nun wurden die Pläne präsentiert.

Zukunft offen: Der Sitz des Dekanats in Rastatt. Ob es die Ebene zwischen Pfarreien und Erzdiözese noch geben wird, steht derzeit nicht fest. Foto: Elisa Walker/Archiv

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Zukunft offen: Der Sitz des Dekanats in Rastatt. Ob es die Ebene zwischen Pfarreien und Erzdiözese noch geben wird, steht derzeit nicht fest. Foto: Elisa Walker/Archiv

Die Haupt- und Ehrenamtlichen im Dekanat Rastatt sind herausgefordert, sich einer Neuorientierung der katholischen Kirche zu stellen. Der umfassende Umgestaltungsprozess der Kirchenentwicklung (KE) 2030 sieht nicht nur die Bildung der zwei Großpfarreien Rheinschiene und Murgtal vor, sondern auch eine verstärkte Einbindung von Ehrenamtlichen in die Abläufe.

Die Dekanatsversammlung am Dienstag bildete den offiziellen Auftakt für den Entwicklungsprozess. „Dieser Prozess ist eine Chance für die Erneuerung der Kirche“, begrüßte Dekanatsratsvorsitzende Monika Illig die 55 Teilnehmer der virtuellen Versammlung. Neben den Mitgliedern des Dekanatsrats waren auch Erzieherinnen, Jugendvertreter, Kirchenmusiker, Religionslehrer und Repräsentanten verschiedener Gruppierungen dabei.

Die Kirchenentwicklung 2030 sieht vor, dass sich die Seelsorgeeinheiten im Dekanat Rastatt bis 2025 zu zwei Großpfarreien zusammenschließen, wobei die Namensgebung noch nicht feststeht. Dies teilte Dekanatsreferent André Scholz auf Nachfrage unserer Redaktion mit.

Neue Namen nur Arbeitstitel

Die Großpfarreien „Rheinschiene“ und „Murgtal“ seien bislang nur ein Arbeitstitel, ebenso wie die Bezeichnung „Kirchengemeinde neu“. Doch es sind eben keine Kirchengemeinden: „Vielleicht nennen wir es auch pastoralen Raum, weil man die neue Struktur nicht mit Kirchengemeinden verwechseln sollte“, erläutert Scholz.

Durch die Etablierung dieser beiden Räume könnte sich das Gebilde eines Dekanats bis 2025 erübrigt haben: „Ob es diese Ebene zwischen Pfarreien und Erzdiözese noch geben wird, steht derzeit nicht fest, das entscheidet aber die Erzdiözese“, so der Dekanatsreferent. Die Erzdiözese bezeichnet die KE 2030 als „Projekt“. Und um Projektleiter und -träger ging es auch bei der Versammlung.

Katholische Kirche in der Krise

Die Projektkoordinatoren stehen bereits fest: André Scholz und der Gaggenauer Pfarrer Tobias Merz für die Großpfarrei Murgtal, der Kuppenheimer Pfarrer Ulrich Stoffers und der Pastoralreferent der Seelsorgeeinheit Durmersheim/Au am Rhein, Markus Westermann, für die Großpfarrei Rheinschiene.

Im Hinblick auf die KE 2030 meinte Scholz, dass sich die katholische Kirche in einer Krise befinde. Ursachen seien gesellschaftliche Veränderungen wie die zunehmende Individualisierung, aber auch das Verhalten von Vertretern der Kirche.

Für die Neugestaltung des kirchlichen Lebens werden nun auf Dekanatsebene bis zum Sommer fünf bis zehn Hauptamtliche und Ehrenamtliche als Leiter gesucht, die den geistlichen Prozess führen und Zukunftswerkstätten und Arbeitsgemeinschaften auf den Weg bringen, bei denen Kirche neu gedacht werden soll.

Sogenannte Projektträger sollen als Bindeglied zwischen den künftigen Arbeitsprozessen und der Dekanatsversammlung fungieren und dem Projekt ein Gesicht nach außen geben. Die Versammlung beauftragte folgende Projektträger für die Rheinschiene: Irene Merkel (Gemeindeteam Oberweier), Franz Zuber (Leiter Verrechnungsstelle Durmersheim) und Alfred Küpper (Vorstandsmitglied Caritasverband Rastatt). Für das Murgtal sind es Michaela Feldin (ehemalige Gemeindereferentin für Forbach/Weisenbach), Klaus Mungenast (Dekanatsrat) und Achim Schwelle (Gemeindeteam Gernsbach).

Ihr Autor

BT-Redakteur Markus Koch

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Erstellt:
24. Februar 2022, 08:27 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 19sec

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