„Aus Liebe zu Gaggenau“

Gaggenau (tom) – In seiner Neujahrsansprache verbreitet Oberbürgermeister Florus Zuversicht auch angesichts großer Herausforderungen.

Christof Florus während seiner Rede. Diese wurde am Nachmittag in der leeren Jahnhalle aufgezeichnet und am Abend im Internet übertragen. Foto: Judith Feuerer/Stadt Gaggenau

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Christof Florus während seiner Rede. Diese wurde am Nachmittag in der leeren Jahnhalle aufgezeichnet und am Abend im Internet übertragen. Foto: Judith Feuerer/Stadt Gaggenau

Die Stille war nicht zu überhören – ein Knalleffekt der besonderen Art. Was zunächst wie eine Panne während eines musikalischen Beitrags aussah, war der geplante Auftakt zur Neujahrsansprache von Oberbürgermeister Christof Florus. Die Aufzeichnung wurde gestern Abend im Internet übertragen – weil der Neujahrsempfang wegen Corona abgesagt worden war.

Oliver Grote (Flügel) und Jochen Baier (Querflöte) gaben auf der Bühne der leeren Jahnhalle tatsächlich ein Musikstück zum Besten: „Die Musikschule umrahmt gerne den Neujahrsempfang, auch in diesem Jahr“, sagte Musikschulleiter Grote im BT-Gespräch, „aber wenn wir da kommentarlos musizieren, wäre das nicht im Sinne der Kulturschaffenden.“ Schließlich leide die Branche immens unter den Corona-Beschränkungen.

Deshalb die Idee, das Stück 4‘33‘‘ von John Cage zu spielen. Der Clou: Diese „Komposition“ besteht während seiner gesamten Aufführungsdauer aus nichts – nur Stille. Aber, so beruhigte Grote bereits im Vorfeld: „Wir werden es höchstens etwa eine Minute präsentieren, damit die Leute dranbleiben.“ Der Schriftzug „Ohne Kunst wird’s still“ wurde während des Auftritts eingeblendet.

„Yes we can“ und die „Liebe zu Gaggenau“

In seiner anschließenden knapp sechsminütigen Rede ging Florus ebenfalls auf die Corona-Krise ein: „Die Pandemie dürfte die größte Krise sein, die wir in der Nachkriegszeit erlebt haben.“

Homeschooling, Homeoffice, Kurzarbeit oder Quarantäne, auch die Volkswirtschaft sei hart getroffen, „und wir stehen vor großen Herausforderungen“, sagte der OB mit Blick auf den Wandel in der Automobilindustrie. Gastronomie und Einzelhandel kämpften zum Teil ums Überleben, „das Vereinsleben ist nahezu stillgelegt und die Kultur fast vollständig ausgebremst.“

Die Stadt werde 2021 und 2022 „mit enormen Einnahmeeinbußen“ zu rechnen haben, aber, so Florus: „Wir werden auch diese schwierige Situation bewältigen. Wir werden handlungsfähig bleiben und weiterhin in größere Projekte investieren können.“

Die Betreuungsangebote würden erweitert, ein neuer Kindergarten sei geplant. Die Sanierung der Schulen gehe weiter mit Schwerpunkt an der Realschule. Digitalisierung in den Schulen, Klimaschutz, Hochwasserschutz, Verkehrskonzept, Stadtentwicklung, Stärkung der Wirtschaft: Dies seien weitere Schwerpunkte, die er mit den Bürgen angehen wolle. Denn: „Gerade in dieser Zeit der Pandemie kommt es noch mehr darauf an, zusammenzustehen, sich zu helfen, Lösungen zu finden und schwierige Entscheidungen gemeinsam zu tragen.“

Angesichts all dieser Herausforderungen fühlte sich Florus berufen, Barack Obama und dessen „Yes, we can“ zu zitieren, ehe er schmunzelnd sich selbst zitierte: „Mein Abschluss wie immer – Aus Liebe zu Gaggenau.“

Das letzte Wort zumindest in musikalischer Hinsicht hatten dann Oliver Grote und Jochen Baier mit Subway Ride von Benedikt Brydern.

Die Rede ist zu sehen auf der Homepage der Stadt Gaggenau.

Oliver Grote (links) und Jochen Baier von der Musikschule Gaggenau. Foto: Judith Feuerer/Stadt Gaggenau

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Oliver Grote (links) und Jochen Baier von der Musikschule Gaggenau. Foto: Judith Feuerer/Stadt Gaggenau

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Erstellt:
14. Januar 2021, 21:15 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 19sec

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