Aus vier evangelischen Pfarreien werden drei

Rastatt (ema) – Die evangelische Kirchengemeinde Rastatt zieht Konsequenzen aus den zurückgehenden Mitgliederzahlen. Die Michaelsgemeinde wird aufgelöst.

In der evangelischen Stadtkirche finden weiter Gottesdienste statt. Foto: av

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In der evangelischen Stadtkirche finden weiter Gottesdienste statt. Foto: av

In Rastatt wird es künftig nur noch drei evangelische Pfarreien geben. Der Kirchengemeinderat hat am Mittwochabend beschlossen, die Michaelsgemeinde aufzulösen.
Der Schritt zeichnete sich ab, nachdem das Gemeindeleben der Stadtkirchenpfarrei nahezu zum Erliegen gekommen war. Wie berichtet, fanden sich zuletzt keine Kandidaten mehr für die Wahl des Ältestenkreises (Gemeindeleitung).

Die Reform ist auch im Lichte der schrumpfenden Zahl an Protestanten zu sehen. Derzeit leben nur noch rund 9.000 evangelische Bürger in Rastatt, knapp 2.500 gehören (noch) der Michaelsgemeinde an. Sie werden jetzt auf die Johannes-, Petrus- und Thomaspfarrei verteilt – und zwar so, dass jede Gemeinde rund 3.000 Mitglieder betreuen wird.

Reform greift voraussichtlich im Herbst

Nach Angaben von Michael Janke, Vorsitzender des Kirchengemeinderats Rastatt, wird die Reform voraussichtlich im Herbst greifen, sobald der Oberkirchenrat den Beschluss bestätigt hat. Die drei Pfarreien werden voraussichtlich jeweils selbst ihre neuen Mitglieder anschreiben und über den Gemeindewechsel informieren.

Die von Angelika Schulze besetzte Pfarrstelle an der Stadtkirche soll mit einem noch zu entwerfenden Stellenprofil erhalten bleiben und an den Kirchenbezirk angegliedert werden. Die 62-jährige Theologin wird weiter Gottesdienste in der Stadtkirche halten, in der Altenheimseelsorge arbeiten und Vertretungsdienste in den anderen drei Pfarrgemeinden übernehmen. Wenn Angelika Schulze in drei Jahren in den Ruhestand tritt, soll die Stelle – Stand heute – wieder ausgeschrieben werden. Erhalten bleibt auch die halbe Diakonstelle (Krankenhausseelsorge).

Janke betont, dass man den Prozess jetzt noch selbst habe steuern können. Angesichts der Zahlen seien vier Pfarreien für Rastatt aber zu viel; irgendwann hätte wohl der Oberkirchenrat bei weiter sinkenden Zahlen eingegriffen. Dass das Gemeindeleben in der Michaelspfarrei erlahmte, sei ein strukturelles Problem, mit dem viele Stadtgemeinden zu kämpfen hätten. Allerdings sei auffallend, dass der Gottesdienstbesuch in der Stadtkirche sehr gut sei. Viele Gläubige würden aus anderen Gemeinden kommen, weil sie dort das traditionelle liturgische Angebot und die Kirchenmusik schätzen. Janke: „Daran wird sich nichts ändern.“


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