Ausbildungsmesse dieses Jahr virtuell

Karlsruhe (win) – Bei der diesjährigen Ausbildungsmesse „Einstieg Beruf“ werden in acht virtuellen Messehallen 166 Unternehmen über 150 Ausbildungsberufe aus allen Bereichen anbieten.

Da war Kontakt noch möglich: Bei der Messe „Einstieg Beruf“ im Jahr 2020 gab unter anderem Ex-Azubi und Profiboxer Vincent Feigenbutz ein Interview. Foto: Winfried Heck/Archiv

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Da war Kontakt noch möglich: Bei der Messe „Einstieg Beruf“ im Jahr 2020 gab unter anderem Ex-Azubi und Profiboxer Vincent Feigenbutz ein Interview. Foto: Winfried Heck/Archiv

Die Corona-Pandemie hat auf dem regionalen Lehrstellenmarkt bisher nur vergleichsweise geringe Spuren hinterlassen. Die IHK Karlsruhe meldet im Vorfeld der diesjährigen, diesmal komplett virtuellen Ausbildungsmesse „Einstieg Beruf“ einen Rückgang der Ausbildungsverträge um rund neun Prozent auf aktuell 3.777 Verträge. In der Handwerkskammer sind aktuell gerade mal 103 offene Lehrstellen gemeldet, die laut dem Präsidenten der Kammer, Joachim Wohlfeil, aber wohl noch belegt werden können.
Insgesamt ging die Zahl der neuen Ausbildungsverträge im Handwerk um lediglich 3,9 Prozent zurück, das zeige, dass das Handwerk weiterhin lebt. „Man stelle sich nur mal vor, wie man ohne Handwerker durch die Pandemie hätten kommen sollen.“

Messe bleibt weiterhin wichtig

Auch Ingo Zenker von der Arbeitsagentur Karlsruhe/Rastatt hat keinen Zweifel, dass den jungen Menschen trotz Pandemie die Zukunft gehört. „Wir brauchen auch künftig gut ausgebildete, junge Menschen“, deshalb sei die „Einstieg Beruf“ weiterhin so wichtig, auch wenn die Messe diesmal ausschließlich im Internet stattfindet.

Zwar werde man die „riesentrubeligen Tage“ vergangener Jahre mit rund 20.000 Besuchern an einem einzigen Tag diesmal vermissen, doch die Messe im Internet bringe auch Vorteile. Statt an nur einem Tag das enorme Angebot der bis zu 300 Aussteller sichten zu können, läuft die Messe diesmal vom 31. Januar bis 14. Februar immerhin zwei Wochen lang im Netz, wobei am 5. und 6. Februar (jeweils von 9 bis 15 Uhr) auch Live-Talks mit den Ausstellern möglich sind.

In Live-Chats kann direkter Kontakt mit Personalern, Ausbildern und Auszubildenden hergestellt werden, es gibt 16 Live-Vorträge, die anschließend „on demand“ gestellt werden und auch ein Messecafé für Aussteller und Besucher, in dem zwanglos geplauscht werden kann.

In acht virtuellen Messehallen werden 166 Unternehmen mehr als 150 Ausbildungsberufe aus allen Bereichen anbieten, da sollte für jeden etwas zu finden sein. Darüber hinaus gibt es auf den Seiten der Arbeitsagentur diverse Podcasts zu verschiedenen Berufen und eine Berufsberatung per Internet, die auch jetzt schon hervorragend angenommen würden. Die Messe biete vor allem die Chance, mit den regionalen Arbeitgebern ins Gespräch zu kommen.

Zenker ist gespannt, wie sich die verlängerte Zeit und das Onlineangebot, das rund um die Uhr zur Verfügung steht, auf die Besucherzahlen auswirken wird. Zwischen 7.000 und 10.000 Besucher an den 15 Messetagen werden erwartet und je nach Zuspruch könnten die Informationskanäle im Internet künftig – ergänzend zur Messe vor Ort – sogar noch ausgebaut werden.

Keine Krise auf regionalem Arbeitsmarkt

Bisher habe eine Krise auf dem regionalen Arbeitsmarkt nicht stattgefunden, das neue Jahre verspreche aber sehr spannend zu werden. Man müsse abwarten, wie sich die eingeschränkten Kontaktmöglichkeiten auf die Entwicklung bei den Ausbildungsverträgen auswirken werde.

Für IHK-Präsident Wolfgang Grenke besteht der Reiz der virtuellen Messe deshalb darin, dass man mit wenigen Klicks einen Ausbildungsplatz finden könne und die Jugendlichen die Chance haben, viele Berufsfelder und Karrierechancen in Ruhe kennenzulernen. Der Internetauftritt sei sehr ansprechend gelungen und entspreche dem, was man auf der Messe auch vor Ort antreffen würde.

Wichtig bleibe aber, dass die künftigen Auszubildenden und die Betriebe miteinander ins Gespräch kommen und dass gegebenenfalls auch falsche Vorstellung von einem Beruf ausgeräumt werden können. Das helfe spätere Frustrationen zu vermeiden. Darauf setzt auch Wohlfahrt. Das Interesse der Jugendlichen sei trotz Corona riesig. Nun gehe es darum, das Interesse zu nutzen und für jeden den richtigen Beruf zu finden, auch um spätere Ausbildungsabbrüche zu vermeiden.


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