Ausflug mit Aussicht

Bühl (jo) – Raus aus den vier Wänden und rein ins Grüne – das ist das Motto einer neuen Serie zu möglichen Ausflugsoptionen in Zeiten von Corona. Den Auftakt bildet ein kurzweiliger Waldspaziergang im Bühler Stadtwald zum Omerskopf.

Traumhafte Aussichten in die Rheinebene vom Omerskopf. Foto: Eiermann

© jo

Traumhafte Aussichten in die Rheinebene vom Omerskopf. Foto: Eiermann

Raus aus der Bude, rein in die Natur. Solange wegen Corona keine Ausgangssperre verhängt wird, bietet sich der Wald als Alternative zu den eigenen vier Wänden an – und zwar jene Orte, an denen nicht mit größeren Menschenansammlungen wie am Mummelsee oder auf der Hornisgrinde gerechnet werden muss. Gerade in Lagen unterhalb der Schwarzwaldhochstraße sind in der Regel nur wenige Wanderer unterwegs. Wer kennt beispielsweise schon den Omerskopf?
Mit einer Gipfellage von nur 874 Metern nimmt sich dieser Bühler Berg recht bescheiden aus, doch erweist sich seine Umgebung als durchaus attraktiv. Für seine Begehung bedarf es keiner Wanderstiefel, festes Schuhwerk reicht aus. Mitnehmen sollte man jedoch wegen der guten Aussichten ein Fernglas. Auch eine Lupe bietet sich an, um den Mikrokosmos der Natur ein wenig zu erforschen. Die Weglänge ist mit rund vier Kilometern (etwa eine knappe Stunde reine Gehzeit) kaum der Rede wert, auch gibt es keine anstrengenden Aufstiege. Es ist das Beobachten und genießerische Verweilen, das die Tour individuell zeitlich in die Länge ziehen kann.

Die Kurzwanderung startet am Waldparkplatz Wittig an der Omerskopfstraße. Ab dem dortigen Brünnlein führt der leicht ansteigende breite Weg in einen Mischwald. Bald ist die erste Abzweigung nach links zum Omerskopf am Punkt Elftannen erreicht. Wer indes geradeaus weitergeht, stößt kurz darauf auf einen zweiten, attraktiveren Aufgang, den Otto-Speierer-Weg. Die zunächst breite Forstpiste verläuft auf dem Bergrücken und mündet in einen schmalen Pfad, der sich zum Gipfel windet. Der lichte Wald lässt bereits erahnen, welch fantastische Aussichten der Ausflug bieten wird. Weiter oben beeindruckt eine bizarre Felsenlandschaft mit vom Wind geformten, krüppeligen Bäumen. Ein Steinhaufen mit Tafel markiert den höchsten Punkt, eine Holzbank lädt zum Verweilen ein.

Der Pfad schlängelt sich in Gipfellage weiter in Richtung Westen, an der folgenden beschilderten Gabelung gehen wir nach rechts und nehmen kurz vor einem großen Felsen mit Sitzbank einen schmalen Pfad nach links. Dieser führt nach unten – direkt auf einen Aussichtsfelsen zu. Das Panorama wie aus einem Flugzeug reicht bis zum Vogesenkamm, Straßburger Münster inklusive. Direkt vor den Füßen liegen Achern, Sasbach, Lauf und Ottersweier. Ist dieser Felsen bereits „belegt“, lässt sich auf einen zweiten ausweichen, südlich in wenigen Metern Abstand. Bei beiden Aussichtspunkten gilt, sich nicht zu weit vorzuwagen. Sicherungen gibt es keine. Als Rückweg bietet sich an, die Tour zunächst leicht aufwärts, in Richtung Norden, fortzusetzen (in anderer Richtung ist es weniger attraktiv). Zunächst ist auf der rechten Seite ein Abhang mit eiszeitlicher Steinhalde zu sehen. Danach beeindruckt ein kleines, nahezu märchenhaftes Waldstück mit tiefgrün bewachsenen Felsbrocken, Stümpfen und Hölzern. Kinder können hier mit der Lupe in die vielfältige Welt der Moose eintauchen. Der breite Waldweg fällt danach ab, eine größere Baumlücke eröffnet einen letzten lohnenden Ausblick, dieses Mal auf Bühl und seine Weststadtteile. An der nächsten Gabelung geht es rechts, dann wieder aufsteigend zurück zum Wittig-Parkplatz.

Tipps zur Anfahrt

Info: Der Waldparkplatz Wittig liegt an der Omerskopfstraße (K 3765). Wer von Unterstmatt aus anfährt, findet den nicht beschilderten Picknickplatz nach etwa zwei Kilometern rechts auf einer Lichtung. Wer von unten (via Neusatzeck) kommt, biegt nach links ab, sobald der Hornisgrinde-Senderturm ins Blickfeld rückt. Wem die Tour zu kurz ist, kann von Unterstmatt aus starten und dorthin zurückkehren oder alternativ bis Neusatzeck weiter absteigen (etwa 60 beziehungsweise 90 Minuten Gehzeit zusätzlich).

Zum Artikel

Erstellt:
17. März 2020, 22:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 46sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.