Ausgaben für Öffentlichen Nahverkehr steigen

Rastatt (dm) – Die Auswirkungen von Corona auf den ÖPNV sind noch nicht vollständig absehbar. Fest steht: Der Landkreis Rastatt wird in diesem Jahr mehr Geld als zuletzt dafür ausgeben müssen.

ÖPNV-Drehscheibe Bahnhof Rastatt (Blick auf den Vorplatz): Im kommenden Jahr gibt der Landkreis laut Planung 28,71 Euro pro Einwohner für den Nahverkehr aus. Foto: Frank Vetter/Archiv

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ÖPNV-Drehscheibe Bahnhof Rastatt (Blick auf den Vorplatz): Im kommenden Jahr gibt der Landkreis laut Planung 28,71 Euro pro Einwohner für den Nahverkehr aus. Foto: Frank Vetter/Archiv

Coronabedingt wird der Landkreis Rastatt dem Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in diesem Jahr wohl mehr Geld als zuletzt zuschießen müssen. Auf 12,27 Millionen Euro wird der Zuschuss angesetzt; abzüglich der erwarteten Einnahmen bliebe dann ein Minus von 6,65 Millionen Euro, das wären rund 600.000 mehr als im Vorjahr. Rechnerisch gibt der Landkreis für den ÖPNV damit 28,71 Euro pro Einwohner aus.
Der Ausschuss für Umwelt, Bau, Planung hat dem Haushaltsansatz bereits grünes Licht und eine entsprechende Empfehlung an den Kreistag gegeben. Die Grünen würden indes gerne mehr investieren, so deren Sprecher Manuel Hummel.

Derweil sind die Auswirkungen der Corona-Krise auf den ÖPNV noch nicht vollständig absehbar, wie die Kreisverwaltung ausführt. Inzwischen werden die Mindereinnahmen aus dem Jahr 2020 für das gesamt KVV-Gebiet auf rund 32 Millionen Euro geschätzt, davon 903.000 für den Landkreis Rastatt. Ein von Bund und Land gespannter Rettungsschirm werde, so die derzeitige Annahme, jedoch rund 95 Prozent davon abfangen.

Gerade mit Blick auf den Schülerverkehr zeige sich derweil, dass man aufgrund sich ständig verändernder Rahmenbedingungen „äußerst flexibel“ agieren müsse. Von einer Schulzeitenstaffelung würde man sich eine weitere Entzerrung der Schülerströme erhoffen, wie es in den Unterlagen heißt. Dies werde notwendig, weil für noch mehr Verstärkerbusse, wie es sie vor dem Lockdown gab, weder genügend Fahrzeuge noch Fahrer da seien. Die Kreisverwaltung will entsprechende Fördermittel des Landes für die Optimierung des Schülerverkehrs nutzen.

Zugestimmt hat der Ausschuss auch der Verstärkung beziehungsweise Verdichtung der Nationalpark-Zubringerlinie 263 Forbach-Sand-Bühlertal-Bühl. Die Kosten – rund 150.000 Euro im Jahr – werden je zur Hälfte von Land und Landkreis getragen. Neben der besseren Anbindung des Nationalparks werde dabei der ÖPNV zwischen den angebundenen Kommunen gestärkt.

Eine kurzfristige Realisierung der grenzübergreifenden Regiolinie Rastatt-Haguenau hingegen sei coronabedingt „aktuell nicht realistisch“. Hier müsse man sich mit den französischen Behörden abstimmen.

Der regionale Schienenverkehr bleibt unterdessen Gegenstand diverser Studien. Die Umsetzung einer etwaigen Kapazitätserhöhung auf der Murgtalbahn von Rastatt nach Gernsbach wird auf einen Zeitrahmen von „mindestens sechs Jahren“ geschätzt.

Auch eine Machbarkeitsstudie zur Schienenverbindung Karlsruhe-Rastatt-Haguenau-Saarbrücken steht auf der Agenda, auch hier ist der Landkreis eingebunden. Hinsichtlich der Schaffung neuer Haltepunkte auf der Rheintalbahn seien ebenfalls weitere Planungsleistungen erforderlich – Bietigheim, Bühl (Bußmatten), Rastatt (Niederbühl) und Ottersweier streben solche an. Ein Zeithorizont wurde hierfür nicht genannt. Unproblematisch sei Bietigheim-Süd, das in keinerlei Verbindung zu den südlichen Haltepunkten stünde. Die Schaffung der Haltepunkte Niederbühl und Bühl-Bußmatten in Kombination wären mit „umfangreichen infrastrukturellen Maßnahmen“ machbar. Der Gemeinde Ottersweier wird indes nicht geraten, in die weitere (kostenintensive) Planung einzusteigen.

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Erstellt:
5. Januar 2021, 11:49 Uhr
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