Außergewöhnliche Morde im Kurzfilmformat

Rastatt/Karlsruhe (manu) – Mit pfiffigen und gut gespielten Clips ist Regisseurin Alexia Basile im Internet unterwegs. Es geht um außergewöhnliche Morde.

Julia Seele ermittelt als Kommissarin und sucht den Mörder der schrillen Eventagentin Eilers, die in einer Strandbar unfreiwillig zu Tode kam. Foto: Manuela Behrendt

© manu

Julia Seele ermittelt als Kommissarin und sucht den Mörder der schrillen Eventagentin Eilers, die in einer Strandbar unfreiwillig zu Tode kam. Foto: Manuela Behrendt

Außergewöhnliche Morde im Kurzfilmformat bietet Alexia Basile seit Anfang November auf der Homepage „happy-crimetime-to-you“. Die Zuschauer können interaktiv an der Lösung der durchweg interessanten Mordfälle teilnehmen. Für weitere Projekte sucht Basile nun Statisten.

Alexia Basile ist Opernsängerin, Schauspielerin, Puppenspielerin, Regisseurin, Clownette, Moderatorin, Drehbuchschreiberin und hauptberuflich nach den Worten des Dramaturgs und Regisseurs Dieter Baldo „ein Füllhorn an kreativem Ideenreichtum“. In der Region bekannt wurde sie im Jahr 2012 durch die Titelrolle der Hildegard von Bingen im gleichnamigen Singspiel der ehemaligen Klosterfestspiele in Durmersheim. Bis heute steht sie in vielfältigen Eigenschaften dem nun in Federbachfestspiele umbenannten Freilichttheater nahe.

Seit März sind für Basile jedoch die Bühnenscheinwerfer aus. Mit vielen Künstlern ist sie hart von der Corona-Pandemie betroffen. „Schließlich kam mir der Einfall, Drehbücher für Kurzkrimis zu schreiben.“ Fünf Mordfälle gibt es bereits. „Einige Schauspielkollegen erklärten sich bereit, unentgeltlich zu spielen“, wie die Film- und Theateraktrice Julia Seele aus Rastatt. Ebenfalls aus der Barockstadt ist der Tontechniker Felix Dilger mit dabei. Basile führt Regie, hält hinter der Kamera alle Fäden in der Hand. Eine Filmfirma produziert ihre Krimis zu einem „Freundschaftspreis“.

Pfiffige Clips

In den Sommermonaten entstanden in der Karlsruher Weststadt „Mord in der Kneipe“, in Durlach „Mord im Sand“ und in Neureut „Mord in bester Lage“. Jeder Clip hat eine Länge von 18 Minuten. Der Erlös aus den Streams „soll für die Schauspieler eine finanzielle Unterstützung in dieser schwierigen Zeit sein“.

Um die pfiffigen, sehr gut gespielten und umgesetzten Clips noch interessanter zu machen, „kann man einen Verdächtigen auswählen, den man für den Mörder hält; das Video springt dann an eine Stelle, an der man sehen kann, ob man richtig kombiniert hat“, erklärt Basile.

Bei der Arbeit an den Krimis war es ihr wichtig, „dass es immer etwas gibt, das mich fasziniert, neuartig ist“. So sollte eine Leiche von einem Sonnenschirm durchbohrt sein. „Das fand ich total abgefahren.“ Das Geräusch, das entsteht, wenn das Metallrohr durch den Körper gestoßen wird, „habe ich selbst hergestellt“. Dazu kaufte Basile einen Wirsingkopf, durchstieß ihn mit einem Parasol aus ihrem Requisitenlager, nahm das entstehende Geräusch auf. „Das hat unglaublich Spaß gemacht.“ Auch einen Genickbruch simulierte Basile mit dem passenden Ton. Dabei half ihr Mann mit; er zerbrach für das Aufnahmemikrofon das Gerippe eines Brathähnchens. „Ich liebe solche kleinen, feinen Details; das ist mein Ding“, sagt Basile.

Genau dieses „Ding“ macht die Kurzkrimis zu einem vergnüglichen Erlebnis. Mit der Resonanz im Netz auf ihre Morde in Baden ist Basile zufrieden. Deshalb will sie weitere Krimis produzieren, Drehorte auch außerhalb von Karlsruhe finden. Wegen der aktuellen Corona-Situation sind die Aufnahmen für den weihnachtlichen „Mord im Brauhaus“ in der Schwebe. Im Frühjahr startet der Dreh für „Mord im Wildparkstadion“. Für beide Projekte sind Statisten gesucht. Wer Lust hat, bei einem Basile-Krimi dabei zu sein, kontaktiert die Regisseurin per E-Mail: info@ happy-crimetime-to-you. com.


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.