Austausch mit Bühler Partnerstädten hat Bestand

Bühl (sre) – Bühl hat seine internationalen Kontakte auch in Pandemiezeiten gepflegt, teilweise mit neuen Arten des Austauschs. Außerdem ist eine nächste Bürgerreise im kommenden Jahr geplant.

Die Partnerstädte spielen in Bühl eine wichtige Rolle – und werden deshalb auch allesamt an der Stadteinfahrt auf einem modernen Schild präsentiert. Foto: Bernhard Margull

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Die Partnerstädte spielen in Bühl eine wichtige Rolle – und werden deshalb auch allesamt an der Stadteinfahrt auf einem modernen Schild präsentiert. Foto: Bernhard Margull

Traditionell legt man in Bühl großen Wert auf den Austausch mit den Partnerstädten und die grenzübergreifende Kooperation. Die Arbeit in diesem Bereich hat sich durch Corona zwar verändert, kam aber keineswegs zum Erliegen. Im Gegenteil: Es haben sich sogar neue Formate ergeben.
Insbesondere verwaltungsintern habe man auf den virtuellen Austausch gesetzt, berichtet die Bühler Partnerschaftsbeauftragte Bettina Streicher. So habe man sich mit den Kollegen aus Villefranche zum Thema Fahrradmobilität unterhalten, weil dort geplant sei, einen „Plan de vélo“ aufzustellen. Deshalb wolle man sich auch bald einmal persönlich treffen: Die Verwaltung der Partnerstadt sei interessiert daran, mehr über die Fahrradverkehrsplanung und die in diesem Bereich betriebene Öffentlichkeitsarbeit Bühls zu erfahren.

Auch zum Thema Digitalisierung habe es während der Pandemie einen Austausch mit Partnerstädten gegeben. Schkeuditz in Sachsen habe sogar die Bühler Videokonferenzlösung „Palim! Palim!“ übernommen.

Gemeinsame Unterrichtsstunden

Doch nicht nur verwaltungsintern haben sich digitale Formate durchgesetzt: Streicher nennt als Beispiel den neuen Kontakt, der im vergangenen Jahr über das städtische Referat Europa und Partnerschaften zwischen der Carl-Netter-Realschule und einem technischen Gymnasium im slowenischen Novo Mesto hergestellt werden konnte. In diesem Frühjahr habe es nun eine erste gemeinsame Biologiestunde auf Englisch gegeben, bei der die Pflanzen- und Tierwelt im Nationalpark Schwarzwald und der Gegend um Novo Mesto Thema gewesen sei. Da sei die coronabedingt nötige Digitalisierung sogar eine Chance gewesen, sich persönlich kennenzulernen und Unterricht über Ländergrenzen hinweg zu gestalten, meint Streicher.

Auch der Partnerschaftsverein habe trotz Corona den Kontakt mit dem Komitee in Villefranche nicht abreißen lassen. So hätten sich Vereinsmitglieder Ende vergangenen Jahres vor Weihnachten digital mit Vertretern des Komitees in Villefranche getroffen. Lebkuchen als klassisch deutsches Weihnachtsgebäck habe man vorher nach Frankreich geschickt, damit sie die Teilnehmer dort während der Videokonferenz ebenfalls essen konnten. Dann habe man unterschiedliche Bräuche aus den verschiedenen Partnerstädten vorgestellt. In solchen Ideen sieht Streicher eine durchaus positive Entwicklung der vergangenen Monate: Mit digitalen Formaten, an die zuvor niemand gedacht habe, könne man den Austausch über Ländergrenzen hinweg pflegen, meint die Partnerschaftsbeauftragte. Sie kann sich vorstellen, dass da auch künftig das eine oder andere beibehalten wird. Verwaltungsintern werde man auf jeden Fall weiterhin den digitalen Austausch pflegen, was vorher nicht in dieser Form der Fall gewesen sei.

Situation hat sich entspannt

Auf Bürgerebene sei so etwas natürlich schwieriger, weil die Städtepartnerschaft stets auch von der Begegnung lebe. Umso mehr freut es Streicher, dass sich die Situation in Bezug auf die Pandemie inzwischen in allen Partnerstädten entspannt hat. „Große Veranstaltungen wie das Schkeuditzer Stadtfest oder die Nuit d’Eté finden nicht statt. Aber kleinere Formate sind wieder möglich“, berichtet sie. Schkeuditz habe sich auch für das Wiederaufleben der Kultur Anregungen in Bühl geholt: „Kultur im Klappstuhl“ soll im Rahmen der dortigen Kulturwoche umgesetzt werden.

Partnerschaftsbegegnungen auf Bürgerebene seien in diesem Sommer aber noch nicht möglich, allein schon, weil für die Organisation eine gewisse Vorlaufzeit nötig sei. „Aber natürlich hoffen wir, dass im kommenden Jahr wieder Projekte mit einem größeren Personenkreis möglich sein werden“, betont Streicher. Die nächste Bürgerfahrt wolle sie mit dem Partnerschaftskomitee für das Jahr 2022 planen. Wohin es gehen soll, müsse aber noch besprochen werden.

Noch früher dürfte der nächste Besuch der Bühler Feuerwehr in Moldawien klappen. Diesen wolle man so schnell wie möglich organisieren, sagt Streicher. Angepeilt werde ein Termin im Herbst. Die Bühler Wehr habe zwar telefonisch den Kontakt zu den Floriansjüngern in der Partnerregion Kalarasch gehalten, aber auch da fehle die persönliche Begegnung. Man wolle zeitnah vor Ort sehen, wie sich die Projekte entwickelt haben und was man weiter tun kann, um beim Aufbau der dortigen Feuerwehrstrukturen zu helfen.

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Erstellt:
22. Juni 2021, 08:00 Uhr
Lesedauer:
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