Auszeichnung soll für das Hospiz werben

Baden-Baden (BNN) – Sigrun Lang, ehemalige Oberbürgermeisterin von Baden-Baden, engagiert sich für den Förderverein des Hospizes. Jetzt ist sie selbst mit der Landesehrennadel ausgezeichnet worden.

Engagierte Mitstreiterin: Oberbürgermeisterin Marget Mergen (links) würdigt Ex-Oberbürgermeisterin Sigrun Lang für ihre Verdienste um das Hospiz Kafarnaum im Stadtteil Ebersteinburg mit der Landesehrennadel.  Foto: Bernd Kamleitner

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Engagierte Mitstreiterin: Oberbürgermeisterin Marget Mergen (links) würdigt Ex-Oberbürgermeisterin Sigrun Lang für ihre Verdienste um das Hospiz Kafarnaum im Stadtteil Ebersteinburg mit der Landesehrennadel. Foto: Bernd Kamleitner

Sie war die erste Frau an der Spitze der Bäder- und Kurverwaltung (1979 bis 1990) und auf dem Chefsessel im Rathaus der Kurstadt (1998 bis 2006). Bei angedachten Ehrungen für Verdienste in diesen Ämtern hatte Sigrun Lang in der Vergangenheit jedoch offenbar abgewunken. „Ich habe Sie in dieser Hinsicht als sehr bescheiden und zurückhaltend wahrgenommen“, sagt die amtierende OB Margret Mergen (CDU) bei einem Empfang anlässlich einer Würdigung Langs. Dem Termin hatte die zu Ehrende offenbar nur unter einer Bedingung zugestimmt.

Diese Vorgabe verschweigt die aus einer Freudenstädter Arztfamilie stammende Architektin nicht. Die Verleihung der Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg ist für die langjährige ehemalige Vorsitzende (2006 bis 2021) und Ehrenvorsitzende des Fördervereins des Hospiz Kafarnaum in Ebersteinburg vor allem eine „ganz besondere Art der Werbung für das Hospiz“. Dessen Gründung geht auf das Jahr 1998 und auf eine Initiative aus den Reihen der „Bühler Schwestern“ zurück, ruft Lang in Erinnerung. Sie hatte sich bei der Oberbürgermeisterwahl im Jahr 1998 als damalige BKV-Chefin überraschend gegen Amtsinhaber Ulrich Wendt (CDU) durchgesetzt.

„Ein Signal an die Bevölkerung zu senden, wie wichtig die Einrichtung eines Hospizes für unsere Gesellschaft ist, das war Ihnen stets eine Herzensangelegenheit“, lobt Mergen die Verdienste ihrer Vorgängerin. Im Hospiz seien die Bewohner Gäste – und nicht Patienten. „In Zukunft werden Hospiz-Einrichtungen immer wichtiger“, prophezeit Lang. Das sieht auch Mergen so. Sie hatte sich für die Auszeichnung des Engagements von Lang für das Hospiz starkgemacht. „Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben“, zitiert die Rathauschefin einen Satz von Cicely Saunders. Die englische Krankenschwester und Ärztin gilt als Begründerin der modernen Hospizbewegung.

88 Bewerbungen: Lang war die einzige Frau

Ohne das Engagement von Lang und ihrer Mitstreiter würde es die Einrichtung mangels finanzieller Mittel möglicherweise gar nicht mehr geben, betont Mergen. Nur über den gemeinnützigen Förderverein, der im April 2001 von engagierten Bürgern gegründet wurde, und der später hinzugekommenen Stiftung als zweite Säule sei die Existenz dieser Einrichtung für den Stadtkreis Baden-Baden und den Landkreis Rastatt gesichert. „Sigrun Lang hat dazu beigetragen, dass wir mit dem Hospiz heute da stehen, wo wir stehen“, bestätigt Jürgen Jung, langjähriger Kaufmännischer Leiter des auch für das Hospiz zuständigen Klinikums Mittelbaden. Ein Holzbläserensemble der Clara-Schumann-Musikschule unter der Leitung von Markus Lindler umrahmte die Feierstunde im Alten Ratssaal am Verwaltungssitz der Bäderstadt.

Lang war vor ihrem Wechsel nach Baden-Baden Leiterin des Stadtbau- und Planungsamtes in Kehl (1971-1979). 88 Bewerbungen waren auf die Stellenausschreibung für die Besetzung des Amtes des Kurdirektors/der Kurdirektorin in der Bäderstadt eingegangen. Die einzige Frau setzte sich im Dezember 1978 durch: Sigrun Lang. Damit hatte sie damals auch ihren Mann überrascht. Der war davon ausgegangen, dass eine Frau auf dieser Position nicht zum Zug kommen würde.

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