BGH: Urteil gegen Mörder aus Bühlertal rechtskräftig

Bühlertal/Karlsruhe (BT/hol) – Der Mörder aus Bühlertal muss lebenslang ins Gefängnis. Der Bundesgerichtshof hat die Revision gegen das Urteil des Landgerichts abgewiesen. Es ist damit rechtskräftig.

Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe hat die Revision im Bühlertäler Mordfall abgewiesen. Symbolfoto: Uli Deck/dpa/Archiv

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Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe hat die Revision im Bühlertäler Mordfall abgewiesen. Symbolfoto: Uli Deck/dpa/Archiv

Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe hat die Revision des 25-jährigen Angeklagten als offensichtlich unbegründet verworfen. Das Urteil des Landgerichts Baden-Baden vom 19. Juni 2020 sei damit rechtskräftig, teilte die Staatsanwaltschaft Baden-Baden am Donnerstag mit. Der drei Monate lange Prozess hatte für viel Aufsehen in der Öffentlichkeit gesorgt. Der Täter ist damals wegen heimtückischen Mordes an seiner 20-jährigen Ex-Freundin zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden. „Ein sicher hartes Urteil, aber es war nicht anders zu entscheiden“, hatte der Vorsitzende Richter am Landgericht Baden-Baden, Wolfgang Fischer, bei der Urteilsbegründung gesagt, nachdem er das Strafmaß verkündet hatte. „Wir haben es hier mit einer unbegreiflichen und entsetzlichen Tat zu tun, die Fassungslosigkeit und Ratlosigkeit bei Hinterbliebenen zurücklässt“.

Ein 25-jähriger Landwirt aus Bühlertal muss für den Mord an seiner Ex-Freundin lebenslänglich hinter Gitter. Foto: Werner Frasch/Archiv

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Ein 25-jähriger Landwirt aus Bühlertal muss für den Mord an seiner Ex-Freundin lebenslänglich hinter Gitter. Foto: Werner Frasch/Archiv

Als ausschlaggebend für das Merkmal der „Heimtücke“ sah das Gericht vor allem die Arg- und Wehrlosigkeit des späteren Opfers. Sie habe am 24. September 2019 bei ihrem letzten Besuch in seiner Wohnung in Bühlertal nicht mit diesem Angriff rechnen können. Als sie beim Verurteilten persönliche Gegenstände abholen wollte, erwürgte er sein Opfer mit beiden Händen. Etwa eine Woche vor der Tat hatte sich die junge Frau nach einem halben Jahr Beziehung von ihrem späteren Mörder getrennt.

Erschwerend kam hinzu, dass der Mörder am Tag vor der Tat sich im Internet über die juristischen Unterschiede zwischen Mord und Totschlag informiert hatte. Dies wurde dem Mann als Vorbereitung auf seine Tat zur Last gelegt.

Die Verteidigung hatte auf Totschlag plädiert – eine Straftat, für die das Gesetz eine Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren vorsieht. Die Situation sei eskaliert, hatte der Anwalt ins Feld geführt. Die Tat sei im Affekt passiert. Das sahen die Richter am BGH offensichtlich anders. Gegen ihre Entscheidung können nun keine Rechtsmittel mehr eingelegt werden.

Bisherige Berichterstattung zum Bühlertäler Mordfall:

Lebenslang für Mord an junger Frau in Bühlertal

Revisionsakte beim BGH

Revision eingelegt

Staatsanwalt fordert lebenslängliche Haft

Gutachter prüft Schuldfähigkeit

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Erstellt:
4. Februar 2021, 17:39 Uhr
Aktualisiert:
4. Februar 2021, 18:32 Uhr
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