BT-Silvesterumfrage: Ungezwungene Treffen fehlen

Murgtal (stj) – Der Jahreswechsel steht vor der Tür. Die BT-Redaktion befragt zwischen den Jahren Menschen aus dem Murgtal, wie sie Silvester verbringen und welche Vorsätze sie für 2021 haben.

Bei vielen Menschen gibt es zu Silvester Raclette, auch bei Anja Großmann aus Obertsrot. Symbolfoto: Daniel Maurer/dpa-tmn/Archiv

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Bei vielen Menschen gibt es zu Silvester Raclette, auch bei Anja Großmann aus Obertsrot. Symbolfoto: Daniel Maurer/dpa-tmn/Archiv

Weihnachten ist vorüber, der Jahreswechsel steht vor der Tür. Die BT-Redaktion befragt zwischen den Jahren Menschen aus dem Murgtal, wie sie Silvester verbringen, welche Vorsätze sie haben für das kommende Jahr 2021 und was ihnen von 2020 besonders in Erinnerung bleiben wird. Für die Schulen im ganzen Land war das Corona-Jahr besonders ungewöhnlich. Mit Mika Jansen (11 Jahre) aus Obertsrot und Ann-Katrin Springer-Mahler (37) aus Gernsbach stehen ein Schüler (Albert-Schweitzer-Gymnasium Gernsbach) und eine Lehrerin (Pestalozzischule Rastatt) Rede und Antwort. Außerdem hat die Redaktion mit Anja Großmann (41) aus Obertsrot und Dominik Sämann (32) aus Scheuern gesprochen. Beide sind im Pflegebereich tätig – einer Branche, für die das Corona-Jahr besonders herausfordernd war.

Mika Jansen. Foto: Stephan Juch

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Mika Jansen. Foto: Stephan Juch

BT: Wie feiern Sie diesmal Silvester?
Mika Jansen: Bei Freunden in Forbach. Die Ausgangssperre wollen wir umgehen, indem wir einfach durchmachen (grinst).
Ann-Katrin Springer-Mahler: Zu Hause mit der Familie.
Anja Großmann: Das steht noch gar nicht so richtig fest. Im Moment sieht es so aus, dass ich mit meinem Lebensgefährten und unseren zwei Katzen Zuhause ins neue Jahr starte.
Dominik Sämann: Gemütlich mit meiner Freundin Zuhause, wir kochen etwas Gutes und gehen wohl früh ins Bett, da ich an Neujahr arbeiten werde.

Ann-Katrin Springer-Mahler. Foto: Stephan Juch

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Ann-Katrin Springer-Mahler. Foto: Stephan Juch

BT: Was wurde aus Ihren Vorsätzen für das Jahr 2020?
Jansen: Konkrete Vorsätze hatte ich keine. Ich wollte Schlagzeug lernen, damit habe ich angefangen. Dank des Musikvereins Hilpertsau, der mir eine Trommel vorbeigebracht hat, ging das auch während Corona. Der Unterricht findet online über WhatsApp-Videoanruf statt. Das klappt einwandfrei. Der Verein und mein Ausbilder Jonathan Friedel machen das möglich.
Springer-Mahler: Ich habe mir vorgenommen, nur noch kleine Vorsätze zu fassen, die sich dann auch tatsächlich umsetzen lassen. Für dieses Jahr wollte ich prinzipiell viel draußen in der Natur sein und viel Sport treiben. Das hat funktioniert.
Großmann: Ich mache mir nie irgendwelche Vorsätze – die lassen sich meist sowieso nicht umsetzen.
Sämann: Mein einziger Vorsatz war immer, mich nicht zu verstellen. Das ist mir wieder gelungen.

Zuspruch auf Crowdfunding „unglaublich)

BT: Was war für Sie im Jahr 2020 ein entscheidendes Ereignis?
Jansen: Im September bin ich neu ans Albert-Schweitzer-Gymnasium gekommen. Auch wenn es komisch ist, in der Schule überall Maske tragen zu müssen, gefällt es mir auf dem Gymnasium sehr gut. Blöd war, dass ich meinen Geburtstag nicht so feiern konnte, wie ich wollte.
Springer-Mahler: Ich habe mit meinem Mann eine Alpentour unternommen. Wir hatten zudem das Glück, dass wir einen Familienurlaub mit meiner Mutter und meinen Brüdern machen konnten. Und auch die Kommunion meines Neffen hat stattgefunden. Es war zwar alles etwas anders als geplant, aber immerhin mussten diese Events nicht ausfallen.
Großmann: Für mich hat ein neuer Lebensabschnitt begonnen, sowohl beruflich als auch privat. Ich bin im Frühjahr von Mühlbach bei Bad Hersfeld nach Obertsrot gezogen.
Sämann: Eigentlich waren es zwei Ereignisse: Die Geburt meiner Nichte Maja und das von meiner Freundin und mir organisierte Crowdfunding für einen neuen Schafstall. Unglaublich, wie viel Zuspruch wir dafür aus der Bevölkerung bekamen. Hierfür möchte ich auch noch mal an dieser Stelle allen Spendern aufs Herzlichste danken.

Anja Großmann. Foto: Stephan Juch

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Anja Großmann. Foto: Stephan Juch

BT: Was erwarten Sie vom Jahr 2021? Haben Sie diesmal Vorsätze?
Jansen: Ich will mein Schlagzeugspiel verbessern. Vor allem hoffe ich, dass Corona verschwindet und wieder normale Regeln auf dem Schulhof gelten. Auch zu Hause soll wieder mehr Leben reinkommen. Normalerweise kriegen wir fast täglich Besuch, das fehlt mir.
Springer-Mahler: Vorsätze habe ich keine. Ich wünsche mir, dass wir uns 2021 endlich wieder ungezwungen treffen können, ohne die Anzahl der Personen beschränken und auf die Einhaltung diverser Regeln achten zu müssen. Außerdem wünsche ich mir mehr Wertschätzung gegenüber sozialen und pflegerischen Berufen – nicht nur in Krisenzeiten, sondern generell.
Großmann: Wir wollen sparen, um uns eventuell in naher Zukunft ein Haus bauen oder kaufen zu können – am liebsten in Obertsrot oder Hilpertsau. Zudem hoffe ich darauf, dass die Arbeit in der Pflege endlich auch besser bezahlt wird. Teilweise sind die Arbeitsbelastungen schon extrem, wenn ich zum Beispiel an die Zwölf-Tage-Schichten denke. Durch Corona hat die Öffentlichkeit zwar viel auf den Pflegebereich geschaut und es ist viel Dank ausgesprochen worden – aber zum Besseren geändert hat sich bisher nicht wirklich etwas.
Sämann: Ja, die Corona-Pandemie hat uns allen gezeigt, wie zerbrechlich unsere heile Welt doch ist. Ich möchte in Zukunft noch bewusster leben und jeden Tag noch mehr genießen.

Dominik Sämann. Foto: privat

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Dominik Sämann. Foto: privat

BT: Was müssen Sie vor Silvester noch erledigen?
Jansen: Ich muss noch ein bisschen Schlagzeug üben. Außerdem muss ich gucken, ob am 11. Januar tatsächlich die Schule wieder losgeht. Wir werden über Messenger und die WhatsApp-Gruppe der Klasse informiert; außerdem schickt Schulleiter Stefan Beil noch eine E-Mail.
Springer-Mahler: Nichts mehr, weil wir Silvester dieses Jahr nicht besonders feiern.
Großmann: Ich gehe auch zwischen den Jahren arbeiten. Ansonsten muss ich am 30. noch mal einkaufen, sonst nichts.
Sämann: Da in meinem Beruf als Altenpfleger die Arbeit auch über die Feiertage normal weitergeht und die Tiere auch wie üblich versorgt werden möchten, ändert sich an diesen Tagen fast nichts im Vergleich zum Alltag.

BT: Was gibt es zum Jahreswechsel zu essen?
Jansen: Ich wünsche mir Rumpsteak, habe aber leider nichts zu melden (grinst).
Springer-Mahler: Traditionell Fondue.
Großmann: Raclette und Fondue. Dafür haben wir uns kürzlich extra ein neues Set gegönnt.
Sämann: Da mein Zwillingsbruder Jäger ist, werden wir bestens mit Wild aus heimischer Jagd versorgt.

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