BT-Sportkolumne: Wenn Adlige sporteln

Baden-Baden (rap) – Hubertus Prinz von Hohenlohe, Fürst Albert oder Prinzessin Anne: Drei Beispiele, dass der Adel auch im Profisport erfolgreich sein kann.

18 WM-Teilnahmen, sechs Olympische Spiele mitgemacht: Hubertus Prinz von Hohenlohe ist der Dauerbrenner unter den Skifahrern. Foto: Michael Kappeler/dpa

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18 WM-Teilnahmen, sechs Olympische Spiele mitgemacht: Hubertus Prinz von Hohenlohe ist der Dauerbrenner unter den Skifahrern. Foto: Michael Kappeler/dpa

Wenn alles optimal läuft, was in Corona-Zeiten bekanntlich nicht ganz so einfach ist, feiert Hubertus Prinz von Hohenlohe im Februar 2021 sein 40-jähriges Jubiläum. Jedoch auf keinem Thron wie etwa Queen Elizabeth II., dafür ist der 61-Jährige schließlich im weltweiten Adels-Ranking ein viel zu kleines Lichtlein. Vielmehr steht der Mexikaner, ja richtig gelesen, dann vier Jahrzehnte als aktiver Skirennfahrer auf den dünnen Brettern, die für ihn das Leben bedeuten. So sehr der Prinz auch sein Jetset-Leben noch im gesetzteren Alter genießt, ist er laut FIS-Homepage immer noch als aktiver Rennläufer gemeldet. Auch andere Blaublüter waren – mal mehr, mal weniger erfolgreich – im Profisport unterwegs.

Seit Februar 1981 macht der Prinz die Pisten – immer mal wieder mit Unterbrechungen – nun schon unsicher und stürzt sich, eher langsam, als schnell, die Hänge hinunter. Für einen Podestplatz reichte es freilich noch nie für den „Hubsi“. Als bestes Resultat steht ein fünfter Platz in der Kombination von Gröden 1981 in seiner Skirennfahrer-Vita. Dafür ist der Prinz Weltmeister der Hartnäckigkeit, nahm er doch bereits an 18 Weltmeisterschaften und sechs Olympischen Spielen teil. Nummer sieben, 2022 in Peking, soll folgen. Zumindest national kann niemand Hubertus Prinz von Hohenlohe das Wasser reichen, ist er doch gleich mehrfacher mexikanischer Meister, zuletzt 2015, damals jedoch als einziger Vertreter seines Skiverbandes.

Fürst Albert: Sportliches Multitalent

Hubertus Prinz von Hohenlohe ist sicherlich der Dauerbrenner unter den sportelnden Adligen, doch auch weitaus bekanntere haben es zu olympischen Weihen gebracht. Etwa Fürst Albert von Monaco. 1988 schnappte sich Albert, damals noch Prinz, die schnellsten und mutigsten Männer in seinem Fürstentum, setzte sich an die Lenkseile und raste mit dem Bob Monaco I die Eisrinne hinunter. Erstmals 1988 in Calgary, letztmals 2002 in Salt Lake City. Wer meint, der Prinz sei mehr Tourist als Sportler gewesen, der irrt: In Calgary landete der Bob Monaco I auf dem 25. Platz (sein bestes Olympiaresultat) und ließ immerhin zwölf Schlitten hinter sich. Zudem war Albert dreimal Monacos Fahnenträger. Doch damit nicht genug mit den sportlichen Meriten des Fürsten. So war er auch Mitglied im Internationalen Olympischen Komitees, fuhr die Rallye Paris-Dakar und hat einen schwarzen Gürtel im Judo vorzuweisen. Doch sein größtes Glück, seine Ehefrau Charlene, lernte er bei Olympia 2000 in Sydney kennen, als die Südafrikanerin bei den Schwimmwettbewerben teilnahm. Auch für seinen weiteren Lebensweg seien die Erfahrungen als Sportler von großer Bedeutung gewesen, wie der Fürst einst in einem Interview mit der FAZ betonte: „Meine Erfahrungen als Bobpilot haben mich gelehrt, wie man in der Position des einzigen Entscheidungsträgers wichtige Befehle sofort auszuführen hat und die nötigen Entscheidungen nicht aussitzen oder auf die lange Bank schieben darf.“

Britsche Royals erfolgreich im Pferdesport

Während Albert das kleine Fürstentum per Bob auf die Olympiakarte hievte, sind die britischen Royals standesgemäß dem Pferdesport zugetan – vor allem Prinzessin Anne, die Tochter von Queen Elizabeth II. Bereits mit 21 Jahren holte sie bei der EM 1971 Gold im Military und wurde im selben Jahr Großbritanniens Sportlerin des Jahres. Bei den Olympischen Spielen 1976 in Montreal reichte es nach einem Sturz aber lediglich zu Platz 24. Die Leidenschaft der Prinzessin zu den edlen Vollblütern umschrieb ihr Vater, Prinz Philip, einmal so: „Anne interessiert sich für niemanden, der kein Heu frisst und furzt.“ Das Talent für den Pferdesport hat Anne anscheinend ihrer Tochter Zara vermacht, die gar noch erfolgreicher hoch zu Ross ist. So wurde die mittlerweile 39-Jährige 2006 Weltmeisterin und 2012 Olympia-Zweite in der Vielseitigkeit.

Doch nicht nur Monaco und Großbritannien haben einen sportbegeisterten Adel vorzuweisen, sondern auch Spanien, auch wenn der Abstecher des ehemaligen Königs Juan Carlos kurz und wenig erfolgversprechend war. Machte der Monarch in der jüngeren Vergangenheit eher fragwürdige Schlagzeilen als Großwildjäger, war er 1972 in München Bestandteil der spanischen Olympiamannschaft. Als Segler in der Drachenklasse reichte es für S.A.R. Juan Carlos de Borbon, wie ihn die Ergebnisliste halbbürgerlich führte, immerhin zu Platz 15.

Über so ein kurzes Olympia-Intermezzo kann Hubertus von Hohenlohe nur müde lächeln ...

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Erstellt:
28. Oktober 2020, 20:00 Uhr
Lesedauer:
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