Bad Rotenfels: Grundwasser fürs Kneippbecken

Gaggenau (BT / tom) – Ehrenamtliche Helfer verhindern das Austrocknen der beliebten Anlage im Bad Rotenfelser Kurpark.

Die Helfer von links: Rudi Drützler (Fußballverein), Jürgen Maier-Born (Obst- und Gartenbauverein), Karl-Josef Leib (FVR), Bodo Krohn (AK Tourismus), Karl-Heinz Krieg (OGV) und Herbert Grässle (AK Tourismus). Foto: Thomas Riedinger

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Die Helfer von links: Rudi Drützler (Fußballverein), Jürgen Maier-Born (Obst- und Gartenbauverein), Karl-Josef Leib (FVR), Bodo Krohn (AK Tourismus), Karl-Heinz Krieg (OGV) und Herbert Grässle (AK Tourismus). Foto: Thomas Riedinger

Ein Kneippbecken mit zu wenig oder zu warmem Wasser wird seinem Zweck nicht gerecht. Das dachte sich auch der Bad Rotenfelser Thomas Riedinger, der deshalb die Initiative für eine bessere Lösung ergriff. Er mobilisierte die Gemeinschaft Bad Rotenfelser Vereine, die in im Kurpark Hand anlegte und „buddelte“, um eine weitere Attraktion im Kurpark bieten zu können.

Die Arbeiten sollen spätestens Mitte Juli abgeschlossen sein. Unterstützt wurden die Helfer vom Arbeitskreis Tourismus-Freizeit (AKTF) und von der Gaggenauer Stadtverwaltung. Dort freute man sich besonders über den Arbeitseinsatz. Schließlich konnte so die Wasserproblematik kostengünstig gelöst werden – für etwa 3.500 Euro.

Bislang wurde das Kneippbecken vom Hangwasser des unmittelbar an den Kurpark angrenzenden Schanzenbergs gespeist. Doch diese Quelle ist nicht mehr sehr ergiebig und trocknet im Sommer häufig aus. Folge: Das Treten im Kneippbecken brachte nicht mehr den erwünschten Effekt.

Ohne Karl-Josef Leib und seinen Baggereinsatz wären die Arbeiten nicht so schnell vorangekommen. Foto: Thomas Riedinger

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Ohne Karl-Josef Leib und seinen Baggereinsatz wären die Arbeiten nicht so schnell vorangekommen. Foto: Thomas Riedinger

Deshalb wurden nun zunächst Gräben gezogen und Vorleistungen dafür erbracht, dass das Becken künftig mit Grundwasser aus einem nahen Wasserschacht befüllt wird. Der Zulauf wird per Zeitschaltuhr geregelt. Damit ist das Wasser im Kneippbecken künftig immer frisch, klar – und vor allem auch kalt.

Für Thomas Riedinger war der Einsatz Ehrensache: „Der Kurpark hat immens viel zu bieten“, verweist er auf Rotherma, Sportgeräte, Biergarten, Minigolf und Spielgelände, ganz zu schweigen vom idyllischen Baumbestand und Schloss Rotenfels – doch das Kneippbecken fristete ein kümmerliches Dasein. Dies war umso mehr ein beklagenswerter Zustand, da das „Pendant“, das Kneippbecken im Bett des Traischbachs auf dem Waldseebad-Gelände im letzten Jahr ersatzlos eingerissen wurde.

„Also habe ich die Initiative ergriffen mit dem Ziel, kaltes und sauberes Wasser in die Anlage zu bekommen“, berichtet Thomas Riedinger. Mitstreiter waren rasch gefunden „und von Seiten der Stadt und Stadtwerke gab es schnell eine Zusage der Unterstützung.“

Auch der Arbeitskreis Tourismus-Freizeit war angetan von der Idee – und vor allem aber die Gemeinschaft der Bad Rotenfelser Vereine. „Mit dieser Unterstützung konnten wir das Projekt kostengünstig umsetzen“, freut sich Riedinger. Ein großes Dankeschön gelte nicht zuletzt Michael Stecher, Abteilungsleiter Gebäudetechnik bei der Stadtverwaltung, und Sascha Wick von den Stadtwerken. Auch Schwimmbad-Experte Frank Friedrich brachte seine Expertise im Vorfeld ein.

Nun soll das Becken in einigen Tagen wieder betriebsbereit sein. Nicht nur die Anhänger der Kneippschen Gesundheitslehre werden sich darüber freuen, sondern auch die kleinen Kurparkbesucher, die allzu gerne „das kleine Schwimmbad“ für eine Abkühlung nutzen. Bei gegenseitiger Rücksichtnahme wird diese Doppelnutzung sicherlich konfliktfrei möglich sein.

Schon vor Jahren ein Sanierungsfall

Das Kneippbecken war erst 2016 nach einer Sanierung wieder in Betrieb genommen worden: Innen und außen wurde es abgedichtet, eine neue Drainage war verlegt worden. Neue Leitungen, neue Plattenbeläge sowie eine barrierefreie Rampe wurden eingebaut. Auch die Sitzbänke wurden überholt. Im Umfeld hatte die Forstverwaltung Rodungs- und Rückschnittarbeiten ausgeführt. Rund 10.000 Euro wurden laut Stadtverwaltung damals investiert.

Vor fünf Jahren war noch genug Wasser da: Inbetriebnahme des sanierten Beckens am 26. Juni 2016. Foto: Thomas Senger / Archiv

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Vor fünf Jahren war noch genug Wasser da: Inbetriebnahme des sanierten Beckens am 26. Juni 2016. Foto: Thomas Senger / Archiv

Im Juli 2015 hatte Bürgermeister Michael Pfeiffer im Gemeinderat bestätigt, dass eine Generalsanierung des Beckens notwendig sei. Seinerzeit hatte das Rathaus Alternativstandorte geprüft. Denkbar war beispielsweise ein Platz im Eingangsbereich des Rotherma. Der desolate Zustand des Beckens war auch Thema von Anfragen im Gemeinderat.


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