Baden-Airpark: Wirren um Sicherheitsfirma

Rheinmünster (fk) – Nach einem Passagierchaos zu Wochenbeginn erhebt die Gewerkschaft Verdi Vorwürfe gegen den Dienstleister, der sich um die Sicherheitskontrollen kümmert.

Dichtes Gedränge: In der Urlaubszeit kann es voll werden am Check-in des Airparks. Entsprechend groß ist auch die Belastung für das Personal bei den anschließenden Personenkontrollen. Foto: Bernhard Margull/Archiv

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Dichtes Gedränge: In der Urlaubszeit kann es voll werden am Check-in des Airparks. Entsprechend groß ist auch die Belastung für das Personal bei den anschließenden Personenkontrollen. Foto: Bernhard Margull/Archiv

Die für die Sicherheitskontrollen am Baden-Airpark zuständige Firma ist in den Fokus der Gewerkschaft Verdi geraten. Nachdem mehr als 100 Passagiere zu Beginn der Woche ihren Flug verpasst hatten, weil die Sicherheitskontrollen nicht schnell genug erfolgen konnten, moniert Verdi eine schlechte Personalplanung sowie Zahlungsmoral der Firma. Der Gewerkschaft lägen zahlreiche Beschwerden vor.

Verdi: „Haben mehrere Beschwerden“

So habe die Firma sowohl ihre Angestellten am Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden als auch an anderen Standorten wie beispielsweise dem nordrhein-westfälischen Weeze zu spät bezahlt. Interne Papiere der Firma, die dem BT aus anderer Quelle zugetragen wurden, bestätigen das. Die Firma Esa-Luftsicherheit bittet ihre Angestellten darin um Entschuldigung und offeriert ihnen eine Einmalzahlung von 200 Euro. Das sei aber bei Weitem nicht das einzige Problem der Firma, sagt Özay Tarim, Gewerkschaftssekretär für den Verdi-Bezirk Düssel-Rhein-Wupper, in dem der Flughafen Weeze liegt. Er hatte schon öfter mit der Firma zu tun und bekam schon mehrere Beschwerden zugetragen. So seien die jüngsten Schwierigkeiten am Airpark auch nicht wie von offizieller Seite behauptet durch Krankheitsfälle aufgetreten, sondern ein Missmanagement in Sachen Personal. „Von vier nötigen Kontrollstellen waren nur 1,5 besetzt. Selbst ohne Ausfälle hätte das eingeteilte Personal aber maximal zur Besetzung von zwei Kontrollstellen gereicht“, sagt Tarim. „Das ist eine massive Belastung für die Mitarbeiter.“

Tarims Kritik richtet sich aber auch gegen die Regierungspräsidien, die die Sicherheitsfirmen beauftragen – die Kontrollen liegen nämlich im Aufgabenbereich des Staates und nicht der Flughäfen. Zum einen würden oft kurzfristig eine Ausweitung der Kontrollen angeordnet, für die dann nicht genügend Personal vorhanden sei, zum anderen sagt er: „Es kann nicht sein, dass es bei so wichtigen Aufgaben der Gefahrenabwehr um Gewinnorientierung geht.“ Die Esa-Luftsicherheit, sagt der Gewerkschafter, sei nämlich nicht der einzige Fall eines Unternehmens in der Branche, das mit billigen Preisen werbe; allerdings sei die Esa schon ein „sehr merkwürdiges Unternehmen“.

RP sind keine Probleme bekannt

So sei die Firma bis vor Kurzem nicht im Arbeitgeberverband gewesen und habe nicht nach Tarif bezahlt. Auch die Kommunikation sei schwierig, eine Website gebe es nicht, und beim Branchenverband der Luftsicherheitsunternehmen hat die Esa Luftsicherheit GmbH mit Sitz in Berlin auf der Homepage nicht einmal eine Telefonnummer eintragen lassen. Die findet sich dafür im Telefonbuch. Eine Anfrage des Badischen Tagblatts ließ das Unternehmen aber am Donnerstag unbeantwortet.

Ein knappes Statement hat dafür das für die Beauftragung am Baden-Airpark zuständige Stuttgarter Regierungspräsidium (RP) abgegeben. Auf BT-Anfrage hieß es am Donnerstag schriftlich: „Beauftragt wurde unsere derzeitige Firma Esa-Security Aviation GmbH & Co. KG, da sie bei der Ausschreibung im Jahr 2018 den Zuschlag erhalten hat. Die Neuausschreibung erfolgte, nachdem der Vertrag mit unserem bisherigen Dienstleister geendet hatte. Uns haben keine Beschwerden über schlechte Arbeitsbedingungen erreicht.“

Airparkchef: „Schadet unserer Reputation“

Airpark-Chef Uwe Kotzan konnte dazu am Donnerstag nichts sagen. Der Airpark stehe in keinem Vertragsverhältnis mit der Firma und habe in deren Strukturen folglich keinen Einblick. Er sprach bei den Vorfällen vom Beginn der Woche von einer einmaligen Ausnahmesituation, könne aber den Ärger der Kunden, die ihren Flug wegen der zu langsamen Kontrollen verpasst hatten, natürlich nachvollziehen. Die Maschinen hatten am Montag nicht mehr auf alle Fluggäste warten können, da sonst deren Umlaufpläne völlig durcheinandergekommen wären. „Das ist aber trotzdem ärgerlich, weil unsere Mitarbeiter einen tollen Job machen und solche Vorfälle – für die wir überhaupt nichts können – der Reputation des Airparks schaden“, so Kotzan.


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