Baden-Airport rüstet sich für Pflichttests

Rheinmünster (vo/fk) – Am FKB wird ab Samstag von Rückkehrern aus Risikogebieten ein Nasen- und Mundabstrich genommen. Teststationen soll es auch an Bahnhöfen und Autobahnen geben.

Am Landesflughafen Stuttgart werden Mund- und Nasenabstriche bereits seit Anfang der Woche genommen. Foto: Gollnow/dpa

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Am Landesflughafen Stuttgart werden Mund- und Nasenabstriche bereits seit Anfang der Woche genommen. Foto: Gollnow/dpa

Der Aufbau der mobilen Station begann gestern. Heute treffen sich die Verantwortlichen zur Lagebesprechung: Am Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden (FKB) beginnen morgen die Corona-Pflichttests für Einreisende aus sogenannten Risikogebieten. Am Nachmittag um 15.30 Uhr wird ein Flugzeug aus Tuzla in Bosnien-Herzegowina erwartet.
Bereits seit vergangenem Samstag können sich Reiserückkehrer aus dem Ausland kostenfrei auf Covid-19 testen lassen. Ab morgen ist der kostenfreie Test für Rückkehrer aus Risikogebieten verpflichtend. Alternativ können diese einen ärztlichen Nachweis über einen negativen Test auf Sars-CoV-2 vorlegen. Andernfalls drohen Bußgelder und Quarantäne.

Flüge aus Tuzla, Tirana und Barcelona betroffen

Nachdem zu Wochenbeginn am Landesflughafen Stuttgart bereits eine Teststation in Betrieb gegangen war, folgen nun der Baden-Airport und der Bodensee-Airport in Friedrichshafen. An den beiden Regionalflughäfen finden vornehmlich Flüge in Feriengebiete statt. Am FKB sind daher neben Tuzla noch Tirana in Albanien – hier landet die erste Maschine am Sonntag – sowie Barcelona in Spanien (erste Landung am Dienstag) betroffen, wie Flughafen-Sprecherin Elke Fleig betont. Die Strecken in die Risikogebiete Israel (Tel Aviv), Marokko (Marrakesch) und Nordmazedonien (Skopje) stehen erst wieder ab September auf dem Flugplan.

Anders als an den Großflughäfen wie Frankfurt, München oder Stuttgart ist die Zahl der zu erwartenden Tests am Baden-Airport schon aufgrund der geringeren Anzahl von betroffenen Flügen überschaubar. Trotzdem sollen die zu testenden Personen die Prozedur so schnell wie möglich durchlaufen, um Warteschlangen und damit eine erhöhte Ansteckungsgefahr vor der Teststation zu vermeiden.

Die Station wird im Ankunftsbereich nach der Einreisekontrolle und vor der Gepäckausgabe eingerichtet, sagt Fleig. Vorgesehen sind zwei geschützte Testplätze. Dort nehmen ein Arzt beziehungsweise geschultes Personal die Nasen- und Rachenabstriche vor, wie die Kassenärztliche Vereinigung (KV) gestern auf BT-Anfrage erklärte. Die entnommenen Proben werden anschließend an ein Labor geschickt. Bis sie das Ergebnis erhalten, müssen sich die Rückkehrer in häuslicher Quarantäne aufhalten.

Die Zuständigkeit für die Kontrollen liegt indes seit Kurzem nicht mehr bei der KV, sondern ist Aufgabe des Sozialministeriums. Grund sind juristische Fragen. Denn die KV ist als Körperschaft des öffentlichen Rechts an einen gesetzlichen Auftrag gebunden, etwa die Behandlung und Prävention von Krankheiten. Die Corona-Tests werden aber juristisch nicht zu diesem Feld gezählt, wie eine Sprecherin der KV gestern gegenüber dem BT erklärte.

Ursprünglich hatte das Ministerium diese Aufgabe dennoch an die KV abgegeben und war jetzt wieder zurückgerudert. Die Länder planen, ihre Ausgaben für die Tests „perspektivisch über die Flughafenentgelte mittelbar auf die Ticketpreise umzulegen“.

Auch Bahnhöfe bekommen Testzentren

Neben den Flughäfen stehen zunehmend aber auch die Bahnhöfe im Land im Fokus. Auf BT-Anfrage hieß es dazu gestern aus dem Sozialministerium: „Zunächst war es uns wichtig, schnell Testmöglichkeiten an den Flughäfen zu schaffen, da hier die meisten Reisenden aus Risikogebieten ankommen. (...) Für den Bahnverkehr ist im ersten Schritt eine Teststation am Stuttgarter Hauptbahnhof, und im Straßenverkehr ein Testzentrum an der A5, Raststätte Neuenburg-Ost, angedacht. An deren Einrichtung arbeiten wir mit Hochdruck, aller Voraussicht nach sollen sie nächste Woche in Betrieb gehen.“

Weitere Teststationen – im Gespräch ist unter anderem der Karlsruher Hauptbahnhof – könnten bei Bedarf zeitnah aufgebaut werden. Dies hängt auch von der Infektionslage und den sich gegebenenfalls ändernden Risikogebieten ab, auf die im Zweifel schnell und flexibel reagiert werden müsse, so das Ministerium.

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Erstellt:
6. August 2020, 21:30 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 42sec

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