Baden-Baden: Ausraster haben Haftstrafe zur Folge

Baden-Baden (up) – Das Amtsgericht verurteilt einen 25-Jährigen wegen sexueller Belästigung, Raub, Körperverletzung, Bedrohung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte.

Durchgedreht: Für sein Verhalten gegenüber einer Frau und der Polizei muss ein 25-Jähriger ins Gefängnis. Foto: Peter Steffen/dpa

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Durchgedreht: Für sein Verhalten gegenüber einer Frau und der Polizei muss ein 25-Jähriger ins Gefängnis. Foto: Peter Steffen/dpa

Ein 25 Jahre alter Mann trifft im vergangenen Juli in Oos zufällig eine Bekannte. Die beiden machen einen Spaziergang in der Grünen Einfahrt und verbringen Zeit miteinander. Dass sich die Frau danach verabschiedet, gefällt dem Mann nicht. Er verliert die Selbstkontrolle und begeht eine ganze Reihe von Straftaten.

Am Montag hat das Schöffengericht am Amtsgericht Baden-Baden den Mann wegen sexueller Belästigung, Raub, Körperverletzung, Bedrohung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte verurteilt. Er muss zwei Jahre und zwei Monate ins Gefängnis.
Es ist nach 21.30 Uhr, als sich die 52 Jahre alte Frau in der Nähe der Sinzheimer Straße von ihrem Begleiter verabschiedet und auf den Weg zum Bahnhof macht. In der Unterführung an einer Treppe zu den Gleisen taucht der Mann jedoch nach etwa zehn Minuten unvermittelt wieder auf. Er berührt die Frau in „eindeutig sexueller Absicht“ und lässt von ihr auch nicht ab, als sie ihn mehrfach auffordert, damit aufzuhören. „Er war plötzlich ein anderer Mensch“, beschreibt die Frau den Mann, der jetzt mit erheblicher Aggression auf sie eingeschlagen habe, nachdem er wenige Minuten zuvor noch „sehr freundlich und höflich“ gewesen sei.

Festnahme am Bahnhof in Bühl

Sie wird gewürgt, geschlagen, getreten und erleidet Prellungen, Schürfwunden und Hämatome. Außerdem entreißt der Angeklagte ihr die Handtasche, in der sich neben Schlüsseln auch 50 Euro befinden, und flieht. Das Opfer ist entschlossen, die Tasche zurückzufordern, und bittet einen Freund, sie zum Flüchtlingsheim zu begleiten, in dem der Angreifer wohnt. Die beiden treffen ihn auch an, er zieht aber ein Messer und flüchtet.

Wenig später entdecken Polizeibeamte den Mann am Bahnhof Bühl. „Er war zunächst ganz normal und hat ganz ruhig kooperiert“, berichtete ein Polizeibeamter von extremen Stimmungsschwankungen des Angeklagten. Als er dann aber in einen Streifenwagen gebracht werden soll, lässt er sich auf den Boden fallen und versucht, sich selbst zu verletzten. Erst mit der Hilfe einer zweiten Streifenwagenbesatzung kann er zur Polizeiwache gebracht werden.

Was hier geschieht, macht deutlich, womit Polizeibeamte in Zeiten der Pandemie zu kämpfen haben. Der Festgenommene beleidigt und bespuckt sie. Dabei löst sich aus seiner Nase ein Medikament, das ihm eine herbeigerufene Notärztin zur Beruhigung verabreicht hatte. Ein Gemisch aus Körperflüssigkeiten und Medizin landet auf dem Unterarm eines Polizeibeamten.

Das Gericht unter Vorsitz von Richter David Metz folgte am Montag in seiner Begründung weitgehend dem Staatsanwalt. Für den Angeklagten hatte demnach sein „halbherziges Geständnis“ gesprochen. Zu seinen Lasten wertete das Gericht Vorstrafen wegen Beleidigung, Sachbeschädigung und Diebstahl, weshalb eine Bewährungsstrafe nicht mehr in Betracht kam.

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Erstellt:
18. Januar 2022, 05:30 Uhr
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