Baden-Baden: Christkindelsmarkt läuft gut an

Baden-Baden (BNN) – Das erste Wochenende auf dem Christkindelsmarkt ist geschafft: Händler, Besucher und Veranstalter sind zufrieden – auch mit den verschärften Regeln.

Kontrollgang: Mit einer Schwerpunktaktion war die Polizei am Sonntag auf dem Christkindelsmarkt unterwegs. Sie achtet darauf, dass die Maske sitzt und die Abstände eingehalten werden. Foto: Swantje Huse

Kontrollgang: Mit einer Schwerpunktaktion war die Polizei am Sonntag auf dem Christkindelsmarkt unterwegs. Sie achtet darauf, dass die Maske sitzt und die Abstände eingehalten werden. Foto: Swantje Huse

Kurz vor zwölf an der Trinkhalle: Hier ist eine der beiden Einlasskontrollen für den Christkindelsmarkt. Von Warteschlangen nichts zu sehen. Stattdessen freundliche Routine bei der Kontrolle von Impfnachweis, Testzertifikat und Ausweis. Am längsten dauert da noch der Weg von der Kontrolle bis zum Drehkreuz, das die letzte Hürde vor dem 2G-plus-Vergnügen im Kurpark darstellt.

„Die ersten zwei Tage war es schwieriger“, sagt einer der Sicherheitsmänner am Einlass. „Inzwischen wissen die Leute es aber, dass sie einen Test brauchen.“ Und falls doch einmal jemand ohne Test vor der Kontrolle steht, wird er an die Teststationen in der Umgebung verwiesen. Das hilft der Frau im dunklen Mantel aber auch nicht weiter. Sie hat einen gültigen Test, aber keine Impfung. „Ich hatte gedacht, dass ich zu den Deko- und Handwerksständen dürfte und nur nicht zum Glühwein und Essen.“ Sie sei extra aus Stuttgart an ihren „Lieblingsort“ gereist, sagt sie, und die bittere Enttäuschung ist ihr deutlich anzusehen.

Genau diese Mischung aus 2G plus und früher Uhrzeit ist für Familie Schleh aus Iffezheim ausschlaggebend gewesen, um mit ihren beiden Söhnen auf den Christkindelsmarkt zu kommen. „Klar, wenn es dunkel ist, gibt es noch mehr Flair. Aber auch so ist es für die Kinder schön“, sagt Mama Silke. Der vierjährige Silian und sein einjähriger Bruder Simon mampfen gerade einen Schokocrêpe und sehen hochzufrieden aus. Doch nicht nur der weihnachtliche Familienausflug war Motivation für die Fahrt in die Bäderstadt. „Es geht uns auch drum, die Schausteller zu unterstützen. Für die ist es ja auch schwer“, sagt Papa Steffen.

Um den Kindern Weihnachtsflair zu geben und die Händler zu unterstützen, sind Silke und Steffen Schleh mit ihren Söhnen Silian und Simon nach Baden-Baden gekommen. Foto: Swantje Huse

Um den Kindern Weihnachtsflair zu geben und die Händler zu unterstützen, sind Silke und Steffen Schleh mit ihren Söhnen Silian und Simon nach Baden-Baden gekommen. Foto: Swantje Huse

Das bestätigen Roswitha Völkner und Helmut Herderich. Sie stehen inmitten von Lammfellen, gefütterten Hausschuhen und Babyhandschuhen aus Leder und Fell. Es ist ihr erster Weihnachtsmarkt in der Rolle der Verkäufer. Bisher waren die beiden Erlanger selbst Besucher, jetzt übernehmen sie für einen Freund den Standdienst. „Er hat händeringend nach Personal gesucht und keins gefunden“, erzählt Völkner. Und die Geschichten von den reichen Russen, die jeden Preis bezahlen, stimmten auch nicht. „Die müssen genauso für ihr Geld arbeiten wie alle anderen.“ Dennoch laufe es passabel. „Mehr Umsatz ist natürlich immer wünschenswert“, sagt sie und grinst.

Ein bisschen weiter steht Irina Becker hinter vielen bunten Holzpuzzles. Sie ist erst zum zweiten Mal dabei und bisher ganz zufrieden. „Ich war überrascht, dass so viele Leute gekommen sind“, sagt sie. Vor allem der Samstagabend sei gut gelaufen – fast wie vor zwei Jahren. Und auch die Stimmung sei toll. „Die Leute sind motiviert und haben supergute Laune“, sagt Becker lachend. „Und wir Händler natürlich auch.“

„Die Leute sind großzügiger geworden.“

Auf der anderen Seite des Markts, vor dem Kurhaus, hat Adina Viel ihren Stand. Sie verkauft Rothenberger Schneeballen in allen Größen und Geschmacksrichtungen. Noch sei die Nachfrage etwas verhaltener als sonst. Sie hoffe auf den Dezember, wenn die Menschen richtig in Weihnachtsstimmung kommen. Doch auch Viel hat festgestellt: „Die Leute sind großzügiger geworden.“ Immer wieder werde nach oben aufgerundet. „Das habe ich in meinen zehn Jahren Weihnachtsmarkt noch nie erlebt.“

Völlig außer sich ist auch Lois Baley. Die Amerikanerin besucht ihre Tochter Katie, die derzeit in Deutschland lebt, und steht begeistert vor einem der Iglus, die man dieses Jahr für ein leckeres Essen mieten kann. „Sie hat so etwas noch nie gesehen“, erzählt Katie. Mit dem Iglu wolle sie die Restaurants in der schweren Zeit unterstützen. Lois Baley ist entzückt: „All das ist einfach magisch!“

Ihr Autor

BNN-Redakteurin Swantje Huse

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Erstellt:
28. November 2021, 18:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 49sec

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