Baden-Baden: Erweiterung der Fußgängerzone beginnt

Baden-Baden (nof) – Mit dem Ende des Christkindelsmarkts im Januar 2022 soll die Umgestaltung des Bereichs zwischen Fieserbrücke und Kurhauskolonnaden in Angriff genommen werden.

Die Asphaltwüste zwischen Fieserbrücke und Kolonnaden (links) soll zur Fußgängerzone werden. Foto: Nico Fricke

© nof

Die Asphaltwüste zwischen Fieserbrücke und Kolonnaden (links) soll zur Fußgängerzone werden. Foto: Nico Fricke

Dieses Areal wird dann eine einheitliche Oberfläche erhalten und gemäß dem Ergebnis des Bürgerentscheids vom September in eine Fußgängerzone umgewandelt.
Die Mitglieder des Bau- und Umlegungsausschusses haben den Weg dafür in ihrer Sitzung am Donnerstag frei gemacht. Die Vorgehensweise und Terminierung sei auch mit den Anliegern abgesprochen, erklärte Bürgermeister Alexander Uhlig. Das aktuelle Erscheinungsbild offenbare einen großen Handlungsbedarf, sagte Thomas Schwarz, Leiter des Fachbereichs Planen und Bauen. Deshalb wolle man schnellstmöglich in die Ausschreibung gehen.

Durchgehende Pflasterung

Einmütig begrüßt wurde vom Gremium der Vorschlag der FBB-Fraktion, die Oberfläche als „durchgehende Pflasterung“ auszuführen, „um das Platz- und Raumgefüge zu stärken“. Ein ursprünglich vorgesehener, mit Rundbordsteinen abgetrennter Fahrstreifen sei nach dem Bürgerentscheid, der klar eine Fußgängerzone fordere, ja hinfällig. „Auf Stolperfallen sollte also auf jeden Fall verzichtet werden“, so FBB-Stadtrat Wolfgang Niedermeyer mit Blick auf Rollstuhlfahrer oder Nutzer von Rollatoren. „Der Auftrag der Bürgerschaft ist klar“, auch wenn er selbst kein Freund der reinen Fußgängerzone auf der Fieserbrücke gewesen sei. „Aber das ist Vergangenheit.“ Auch die Stadtverwaltung könne sich mit dem Vorschlag sehr gut anfreunden, betonte Uhlig.

Keine Zustimmung fand hingegen die Idee von Werner Schmoll (SPD), den kreuzenden Radverkehr (Allee) mit „subtiler Markierung in die Richtung zu bringen“. Im Fußgängerzonenbereich dürften Radfahrer nur Schrittgeschwindigkeit fahren, geregelt werde das über die Straßenverkehrsordnung, so Uhlig. Radler suchten sich ohnehin den kürzesten Weg.

Sanierungsgebiet soll erweitert werden

„Ich plädiere für die Freiheit, sich ordnungsgemäß begegnen beziehungsweise aus dem Weg gehen zu können“, so Uhlig. Unterschiedliche Plattenfarben wolle er vermeiden. „Wir werden die Situation beobachten und können mit entsprechender Möblierung reagieren.“ Damit konnte auch Schmoll leben, der seinen Antrag daraufhin zurückzog.

Die Bauzeit beträgt rund fünf Monate, die Kosten belaufen sich auf 780.000 Euro. Im März soll laut Uhlig erneut das Gespräch mit Anliegern gesucht werden, um die weiteren Bauabschnitte zu besprechen. Die einheitliche Flächengestaltung soll nach und nach bis zum Leopoldsplatz geführt werden.

Einstimmig hat der Bauausschuss sich auch dafür ausgesprochen, das Sanierungsgebiet „Südliche Neustadt“ um den Bereich Kreuzstraße/Untere Sophienstraße/Kaiserallee zu erweitern. Auch dort gebe es Handlungsbedarf, so Uhlig. Für das rund 3.800 Quadratmeter große Gebiet könnten vom Regierungspräsidium Karlsruhe Fördermittel in Höhe von maximal 570.000 Euro beantragt werden. Dem Vorgehen muss der Gemeinderat noch zustimmen.

Ihr Autor

BT-Redakteur Nico Fricke

Zum Artikel

Erstellt:
23. Oktober 2021, 06:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 10sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.