Baden-Baden: Hilfe bei Problemen von Jugendlichen

Baden-Baden (ar) – Kindern und Jugendlichen zuhören, sie ernst nehmen, sie begleiten und mit ihnen nach Lösungen suchen – das ist die Aufgabe der Ombudschaft in der Jugendhilfe Baden-Württemberg.

Landesombudsfrau Sonja Kuhn (Zweite von rechts) sowie ihre Fachberaterinnen wollen mit den Jugendlichen ins Gespräch kommen. Foto: Anne-Rose Gangl

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Landesombudsfrau Sonja Kuhn (Zweite von rechts) sowie ihre Fachberaterinnen wollen mit den Jugendlichen ins Gespräch kommen. Foto: Anne-Rose Gangl

An diese Ombudschaftsstelle können sich alle Kinder und Jugendlichen mit kleinen und großen Problemen wenden, ob Konflikte in ihren Familien im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe oder untereinander in einer Wohngruppe.
Vor drei Jahren wurde in Baden-Württemberg das Projekt „Ombudschaft Jugendhilfe“ unter der Trägerschaft der Liga der Wohlfahrtspflege und finanziert von der Stiftung Kinderland Baden-Württemberg ins Leben gerufen. Es wurde eine Beratungsstruktur aufgebaut mit Ombudschaft-Beratungsstellen in vier Regionen. Nach einer dreijährigen Projektphase arbeitet die Landesombudschaft seit Juli 2020 nun unter dem Dach des Kommunalverbandes für Jugend und Soziales und betreibt verstärkt Öffentlichkeitsarbeit.

Um sich und die Arbeit der Ombudschaft vorzustellen, lud Landesombudsfrau Sonja Kuhn aus Stuttgart zu einem Dialogforum in das Kinder- und Jugendheim Baden-Baden ein. Eingeladen waren Vertreter der Jugendämter des Landkreises Rastatt und Stadtkreises Baden-Baden, Jugendliche und Betreuer der Pegasus Jugendhilfe, der Jugendeinrichtung Schloss Stutensee, der Diakonie Karlsruhe und interne Jugendliche aus der Baden-Badener Einrichtung. Moderiert wurde das Dialogforum von Martin Hoffmann.

„Dort werden Ihr ernst genommen“

„Wenn Ihr nicht wisst, an wen Ihr Euch wenden sollt, dann ist die Ombudschaft die richtige Stelle, denn dort werdet Ihr ernst genommen“, sagte Sonja Kuhn, die seit einigen Wochen in ganz Baden-Württemberg unterwegs ist, um mit den Jugendlichen ins Gespräch zu kommen. Die Ombudschaft sei eine Beratungsform, die ihre Ursprünge in skandinavischen Ländern habe, erklärte Annette Berner, die gemeinsam mit Annika Geissler in der Ombudsberatungsstelle Nordbaden mit Sitz in Karlsruhe zur Verfügung steht. „Geht es um Regeln in der Wohngruppe oder um ein Hilfeplanverfahren, immer, wenn Ihr das Gefühl habt, nicht gehört zu werden oder nicht wisst, was sind meine Rechte und Pflichten, könnt Ihr uns kontaktieren“, so Berner.

Auch Familien der Kinder und Jugendlichen sowie die Fachkräfte aus der Einrichtung können vorstellig werden und um Rat bitten. „Wir haben bis jetzt immer eine Lösung für das Problem gefunden“, fügte sie hinzu.

Das Kinder- und Jugendheim Baden-Baden, in dem mehr als 200 Kinder und Jugendliche in 14 vollstationären, neun Tages- und einer Familien-Plus-Gruppe untergebracht sind, musste die Ombudsstelle noch nie in Anspruch nehmen. „Wir haben in jeder Gruppe von Kindern gewählte Gruppensprecher, die wiederum zwei Heimsprecher wählen. Bis jetzt haben wir immer eine Lösung gefunden“, sagte Andrea Hesch, pädagogische Geschäftsführerin des Kinder- und Jugendheims.

An die vier Ombudsstellen in Baden-Württemberg haben sich in diesem Jahr bisher 280 Ratsuchende gewandt. 75 Prozent von ihnen seien in einen eigenständigen Beratungsprozess eingestiegen, informierte Sonja Kuhn. In 58 Prozent der Fälle hätten die Eltern die Ombudsstelle kontaktiert, in nur fünf Prozent sei der Kontakt durch junge Menschen direkt hergestellt worden.

Für den Landkreis Rastatt und den Stadtkreis Baden-Baden ist die Ombudsstelle Nordbaden in der Erzbergerstraße 117 in Karlsruhe zuständig. Kontakt telefonisch unter (0721)66476015 oder (0721)66476016 sowie per E-Mail kontakt@ombudschaft-jugendhilfe-bw.de. Infos gibt es im Internet. Bis Jahresende sollen Messenger-Dienste angeboten werden.

Ihr Autor

Anne-Rose Gangl

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Erstellt:
2. November 2021, 11:00 Uhr
Lesedauer:
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