Baden-Baden: Kastanien für das Wildgehege

Baden-Baden (hez) – Erst wollte das Forstamt wegen Corona auf den traditionellen Ankauf von Kastanien und Eicheln verzichten. Jetzt wurde die Aktion dann doch durchgeführt.

Am Steinbruch Leisberg können die eifrigen Sammler von Kastanien und Eicheln die Waldfrüchte abgeben – und bekommen dafür eine Belohnung. Foto: Henning Zorn

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Am Steinbruch Leisberg können die eifrigen Sammler von Kastanien und Eicheln die Waldfrüchte abgeben – und bekommen dafür eine Belohnung. Foto: Henning Zorn

Viel Wirbel hatte es um die Durchführung des traditionellen Ankaufs von Kastanien und Eicheln durch das hiesige Forstamt gegeben. Nach dem Hin und Her fand die Aktion am Mittwoch nun statt – und obwohl sich der Andrang in Grenzen hielt, sah man doch etliche glückliche Gesichter von Kindern, die sich überlegten, was sie mit dem kleinen Verdienst anfangen können.
Neben den Kindern gab es gestern noch so einige Hauptgewinner: Sie tragen Felle und leben im Wildgehege am Merkur. Die Wildschweine, Mufflons, Rehe und Hirsche können sich nun auf eine leckere Zufütterung im Winter freuen, denn Rosskastanien und Eicheln zählen zu ihren natürlichen Leibspeisen.

Nach den Corona-Sorgen im Vorfeld hatte sich das Forstamt bei der Annahme der Kastanien und Eicheln am Steinbruch Leisberg eine geschickte, abstandswahrende „Drive-in-Lösung“ einfallen lassen. So mussten die Sammler kaum aus ihren Autos aussteigen, denn die Mannschaft des Forstamts holte die Säcke aus den Fahrzeugen, wog sie und leerte sie aus. Eine Station weiter wurde der Verkaufserlös von sechs (Kastanien) beziehungsweise zehn Euro (Eicheln) je Zentner ausgezahlt.

Resonanz geht zurück

Der Leiter des Forstamts, Thomas Hauck, zeigte sich gestern sehr froh, dass die Aktion nun doch stattfinden konnte. Ursprünglich wollte man „wegen der steigenden Infektionszahlen“ (Hauck) auf die Wiege- und Ankaufprozedur verzichten und nur die Waldfrüchte in bereitgestellte Container schütten lassen. Das hatte zu erheblichen Protesten in Baden-Baden auch aus den Reihen des Gemeinderats geführt. Da sei man doch sehr erfreut, sagte der Amtsleiter, dass ein Weg gefunden wurde, die Sammelaktion trotz Corona durchführen zu können.

So sahen es auch die Menschen, die gestern ihre Kastanien und Eicheln vorbeibrachten. Georgina Späth vom Elternbeirat des Franziskus-Kindergartens in Oberbeuern zum Beispiel lieferte an, was die Kleinen der „Blumengruppe“ im Wettstreit mit vielen Eichhörnchen im Wald gesammelt hatten. Der Erlös von rund 32 Euro soll der Gruppe zugutekommen. Ronja Braunagel vom Schwarzacher Kindergarten kam mit dem Ergebnis des Einsatzes von zwei Gruppen vorbei – das soll eine Bilderbuch-Anschaffung ermöglichen. Klaus und Margarete Seiler hatten ihre Enkel Hugo und Charlotte mitgebracht, die beide schon ganz genau wussten, was sie mit dem Kastanien- und Eichel-Geld kaufen wollen: Spielzeug.

Insgesamt kamen rund 2,2 Tonnen Waldfrüchte zusammen – dies ist etwa halb so viel wie in den Vorjahren.

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Erstellt:
21. Oktober 2020, 19:00 Uhr
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