Baden-Baden: Keine Pflegebetten mehr im Wohnstift

Baden-Baden (hol) – Im Schwarzwald-Wohnstift in Lichtental gibt es seit Juni keinen stationären Pflegebereich mehr. Der denkmalgeschützte Gebäudeteil an der Maximilianstraße soll umgebaut werden.

Leerstand in der Maximilianstraße: Es gibt keine Pflegebetten mehr im denkmalgeschützten Altbau des Schwarzwald-Wohnstifts. Foto: Harald Holzmann

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Leerstand in der Maximilianstraße: Es gibt keine Pflegebetten mehr im denkmalgeschützten Altbau des Schwarzwald-Wohnstifts. Foto: Harald Holzmann

Etwa 20 betreute Wohnungen für Senioren sind geplant. Ein Betreiber wird noch gesucht.

Betreiber des gesamten Wohnstifts ist noch die in Bühl ansässige SWB. Deren Geschäftsführer Hubertus Seidler bestätigte gegenüber dem BT, dass die stationäre Pflege in Lichtental Ende Juni eingestellt wurde. Ursprünglich waren dort mehr als 40 Menschen in Doppelzimmern untergebracht. Wegen der neuen Bestimmungen in der Landesheimbauverordnung, die die Unterbringung in Einzelzimmern vorsieht, seien Betten abgebaut worden. Zuletzt waren 24 Pflegeplätze angeboten worden, wie er sagt. Ein Umbau des denkmalgeschützten Gebäudes sei schwierig, so Seidler. Eine Betreuung von Pflegebedürftigen nach den gesetzlichen Vorgaben sei nicht wirtschaftlich möglich. Deshalb habe man den Betreibervertrag gekündigt.

Die Immobilie stammt aus dem Jahr 1899 und wurde damals als Badisches Lehrerinnenheim errichtet.

Gebäude gehört Erbengemeinschaft

Sie gehört seit zwei Jahren einer Erbengemeinschaft, die nach BT-Informationen aus mehreren Dutzend Teileigentümern besteht. In dem Haus sollen nun mehr als 20 betreute Seniorenwohnungen eingerichtet werden. Die SWB will den Betrieb dafür aber nicht übernehmen. Die Eigentumsverhältnisse seien zu kompliziert, sagt Seidler. Zudem werde man „sehr viel Geld in die Hand nehmen müssen“, um dort Brandschutzauflagen und andere Voraussetzungen erfüllen zu können, gibt er dem Vorhaben wenig Chancen.

Ein Bauantrag für die Umwandlung des Gebäudes in Wohnungen sei bereits gestellt worden, heißt es auf Nachfrage aus dem Rathaus. Allerdings seien die Unterlagen, die Anfang August eingereicht worden seien, noch nicht vollständig.

Weitere 85 Appartements mit betreutem Wohnen für Senioren betreibt die SWB in einem Anbau des Wohnstifts in der Heimstraße. „Der Betrieb dort läuft auch erst einmal wie gehabt weiter“, sagt Seidler. Auch die im Tiefgeschoss des Altbaus untergebrachte Küche, die für die Versorgung der Senioren im betreuten Wohnbereich benötigt wird, werde weiter benötigt. Allerdings macht er deutlich, dass er langfristig auch diese Einrichtung gerne abgeben würde – und zwar an den künftigen Betreiber der betreuten Wohnungen im Altbau.

Wer das sein wird, steht noch nicht fest. Nach BT-Informationen gibt es drei Interessenten – unter ihnen der Caritasverband, dessen kaufmännischer Leiter Martin Schröder dies gegenüber dem BT bestätigte. Im Rennen sind zudem der in Berlin ansässige Seniorenheimbetreiber Cura und ein weiteres bundesweit agierendes Unternehmen aus der Pflegebranche.

Ihr Autor

BT-Redakteur Harald Holzmann

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Erstellt:
2. September 2021, 09:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 09sec

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