Baden-Baden: Kindergartenplätze dringend gesucht

Baden-Baden (hol) – Im Kindergarten „Arche Noah“ in Lichtental ist eine Erweiterung geplant, in Steinbach eine Reaktivierung und in Sandweier ein Neubau: Kindergartenplätze sind rar in der Kurstadt.

Entscheidungsreif: Der katholische Kindergarten „Arche Noah“ in Lichtental soll erweitert werden. Foto: Fricke

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Entscheidungsreif: Der katholische Kindergarten „Arche Noah“ in Lichtental soll erweitert werden. Foto: Fricke

Der katholische Kindergarten Arche Noah in Lichtental soll um zwei Gruppen erweitert werden. Zudem denkt man im Rathaus über einen vergrößerten Neubau des Waldorf-Kindergartens in Sandweier und sogar über die Reaktivierung des derzeit leer stehenden Kindergartens Regenbogen in Steinbach nach.

Rein rechnerisch fehlen in der Kurstadt 160 Betreuungsplätze für Kinder im Alter zwischen drei Jahren und Schuleintritt. Um diese Versorgungslücke zu schließen, werden im Rathaus unterschiedliche Projekte in Betracht gezogen. Insgesamt seien 18 Ideen besprochen und priorisiert worden, heißt es in den Sitzungsunterlagen für den Jugendhilfeausschuss, der am Mittwoch tagen wird. Eine davon, die Erweiterung des katholischen Kindergartens Arche Noah der Bonifatiusgemeinde in Lichtental, ist entscheidungsreif und soll in dem Gremium vorberaten werden.

Der Gemeinderat soll noch im April den Ausbau der derzeit fünfgruppigen Einrichtung im Franz-Fehringer-Weg beschließen. Damit könnten zwei neue Gruppen mit Platz für insgesamt 30 Kinder geschaffen werden, wie es in den Unterlagen der Verwaltung heißt. Die Kosten für die Erweiterung betragen laut Schätzungen gut 450.000 Euro. Die katholische Kirche als Träger hat bei der Stadt einen Investitionskostenzuschuss in Höhe von 90 Prozent angefragt, wie es in den Unterlagen heißt. Die Stadt wiederum hofft, dass der Bund aus einem Fördertopf gut 115.000 Euro zu dem Projekt zuschießt, sodass der städtische Haushalt am Ende nur mit gut 300.000 Euro belastet werden würde.

Stadt müsste Zuschüsse zurückzahlen

Vorgesehen ist dabei der Umbau von zwei Räumen in einem Anbau des Kindergartens, in dem früher zwei Klassen der Stulz-von-Ortenberg-Schule unterrichtet wurden und die derzeit leer stehen. Mit den Bauarbeiten könnte laut Stadtverwaltung noch im Sommer begonnen werden – sodass die neuen Räume im September 2022 bezogen werden könnten.

30 zusätzliche Betreuungsplätze könnten auch im Rebland entstehen. In Steinbach in der Dr.-Arweiler-Straße steht seit gut eineinhalb Jahren der Containerbau des früheren Kindergartens Regenbogen leer. Die Kinder und Betreuer sind im Mai 2019 in den nur einen Steinwurf entfernt liegenden Neubau des von der katholischen Kirche betriebenen Kindergartens umgezogen. Eine Reaktivierung des alten Gebäudes, ebenfalls unter katholischer Trägerschaft, wird in Betracht gezogen. Allerdings wäre das nur eine Lösung auf Zeit, wie es in den Unterlagen der Verwaltung heißt. Für sieben Jahre, so schätzt man im Rathaus, könnten die alten Containerbauten, die sich in Stadtbesitz befinden, noch als Kindergarten dienen. Die Investitionskosten für eine Ertüchtigung lägen laut Schätzungen bei etwa 480.000 Euro – ein stattlicher Betrag für die recht kurzzeitige Nutzung, wie die Verwaltung zu Bedenken gibt. Zudem müsste man Landeszuschüsse von 60.000 Euro zurückzahlen, die 2019 geflossen waren, um den Neubau zu finanzieren.

Ein weiteres Projekt zur Schaffung neuer Kindergartenplätze geistert seit Jahren durch die Schubladen der Planer im Rathaus: der Neubau des Waldorfkindergartens in Sandweier. Das derzeit eingruppige Bestandsgebäude in der Mühlstraße ist seit Jahren sanierungsreif. Fest steht auch: Eine Erweiterung ist auf dem derzeitigen Grundstück nicht möglich, wie es in den Unterlagen der Verwaltung für den Jugendhilfeausschuss heißt. Deshalb wird im Rathaus über einen Neubau mit vier Gruppen nachgedacht. Als Standort hat man das künftige Baugebiet „Iffzer Weg“ im Westen von Sandweier im Visier. So könnten in Trägerschaft des Waldorfvereins 40 neue Betreuungsplätze für Über-Dreijährige entstehen. Vorgespräche habe es bereits gegeben, heißt es. Was der Neubau kosten würde, ist aber noch unklar.

Ihr Autor

BT-Redakteur Harald Holzmann

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Erstellt:
22. März 2021, 18:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 43sec

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