Baden-Baden: Sorge um Sicherheit am Augustaplatz

Baden-Baden (hez/nof) – Nach dem Tod eines Rentners am Augustaplatz kamen die Sorgen um die dortige Sicherheitslage auch am Montag im Gemeinderat zur Sprache. Die Stadt kündigte Maßnahmen an.

Heftig diskutiert wird nun in Baden-Baden wieder über die Sicherheitslage am Augustaplatz. Foto: Willi Walter

© wiwa

Heftig diskutiert wird nun in Baden-Baden wieder über die Sicherheitslage am Augustaplatz. Foto: Willi Walter

Der Tod eines älteren Mannes am Samstag am Augustaplatz, dem zuvor in der dortigen Tiefgarage die Geldbörse weggenommen worden war, schlägt hohe Wellen in der Kurstadt. Der hochbetagte Rentner war laut Mitteilung der Polizei nach dem Vorfall in der Tiefgarage – ob es dort zu einer tätlichen Auseinandersetzung gekommen ist, muss noch geklärt werden – mit seinem Auto noch aus der Garage gefahren und hatte es im Bereich der Auffahrt abgestellt. Er wandte sich dann gegen 11.50 Uhr an einen Busfahrer im Bereich des Augustaplatzes. Während des Gesprächs brach der Mann plötzlich zusammen, für ihn kam jede Hilfe zu spät.

Gesucht wurde von der Polizei daraufhin ein Mann in dunkler Kleidung und dunkler Basecap, der sich in der Zeit zwischen 11.15 und 11.45 Uhr in der Tiefgarage aufgehalten haben soll. Nähere Ermittlungsergebnisse wurden bislang von Polizei und Staatsanwaltschaft noch nicht bekannt gegeben.

Martin Ernst fordert Taten

In der Gemeinderatssitzung am Montag beklagte Stadtrat Martin Ernst (FBB), dass es am Augustaplatz nun zum Tod eines Menschen „nach einem Raubüberfall“ gekommen sei. Er sah Defizite beim Sicherheitsgefühl der Menschen am Augustaplatz: Die Bürger würden nicht glauben, dass die Polizei komme, wenn sie etwas melden. Die baden-württembergische Polizeireform sei ein Fehler gewesen, ärgerte sich Ernst und sprach in Richtung Rathausspitze von einer Verwaltung „der öffentlichen Unordnung“. Nun sei der Zeitpunkt für Taten gekommen.

Oberbürgermeisterin Margret Mergen ermahnte Martin Ernst „zur Mäßigung“. Bislang seien die genaueren Umstände des Vorfalls nicht bekannt. Dies bestätigte auch Bürgermeister Roland Kaiser. Ihm sei aber von der Polizei mitgeteilt worden, dass die Staatsanwaltschaft in den nächsten Tagen über Ergebnisse der Ermittlungen informieren wolle.

Bezüglich der Kritik Ernsts an der Polizeireform meinte Kaiser mit etwas Ironie: „Bei allem Gewicht, das ich habe, bin ich doch nicht in der Lage zu erreichen, dass die Polizeireform rückgängig gemacht wird.“ Dies sei Sache des Landes, „wir können hier nur unsere Meinung vortragen“.

Kaiser verwies darauf, dass die Sicherheitslage am Augustaplatz in Kürze Thema eines schon länger geplanten Bürgergesprächs der Verwaltung mit den Anwohnern sein wird.

Gespräch mit Anwohnern

Anwohner rund um den Augustaplatz üben schon lange Kritik an der dortigen Situation. „Immer wieder erhalten das Fachgebiet Öffentliche Ordnung und die Polizei Beschwerden über die Lage am Augustaplatz und in der unmittelbaren Umgebung“, heißt es in der Einladung der Anwohner zum Bürgergespräch. Ziel der Veranstaltung sei es, „Sie über die eingegangenen Beschwerden und die dadurch veranlassten Maßnahmen zu informieren. Ein besonderes Anliegen ist uns auch, Ihnen die Möglichkeit zu geben, mit uns über die Situation am Augustaplatz und dessen Umfeld zu sprechen.“

Zu Wort werden dabei unter anderem Vertreter der Polizei und der Stadtverwaltung kommen. Welche Vorschläge von städtischer Seite gemacht werden, deutete OB Mergen in der jüngsten Gemeinderatssitzung kurz an. Man beschäftige sich mit dem Thema und wolle „den Augustaplatz sicherer machen“, betonte sie. Geprüft werde daher eine Ausweitung der menschlichen und technischen Überwachung durch den Einsatz von Streetworkern und von Kameras.

Überlegungen zu einem Sicherheitskonzept für den Augustaplatz waren schon wiederholt ein Thema im Gemeinderat. Martin Ernst und Martin Kühne (AfD) hatten die Problematik im Herbst vergangenen Jahres angesprochen. Damals hatte Bürgermeister Kaiser angekündigt, die Themen im sogenannten Sicherheitsrat zu besprechen. Dabei handelt es sich um ein unregelmäßig tagendes Gremium mit Mitgliedern von Polizei, Feuerwehr, Stadtverwaltung, Wohlfahrtsverbänden und aus dem Gemeinderat. Eine „neue Verknüpfung zwischen dem Gemeindevollzugsdienst und Streetworking“ wurde laut Kaiser damals in Aussicht gestellt. Für ein Alkoholverbot in der Allee und am Augustaplatz gebe es aber einen „sehr einschränkenden rechtlichen Rahmen“, hieß es damals.

Zum Artikel

Erstellt:
12. Oktober 2021, 14:11 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 52sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.