Baden-Baden: Stadtwerke rutschen deutlich ins Minus

Baden-Baden (hez) – Die Stadtwerke Baden-Baden schreiben aktuell rote Zahlen. Gründe gibt es genug: Städtische Beteiligungen, Gesellschaften – und in der Euraka bleiben die Studenten weg.

Blaues Wasser, rote Zahlen: Die Bäderbetriebe tragen zu den Verlusten der Baden-Badener Stadtwerke bei. Foto: Emily Wabitsch/dpa

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Blaues Wasser, rote Zahlen: Die Bäderbetriebe tragen zu den Verlusten der Baden-Badener Stadtwerke bei. Foto: Emily Wabitsch/dpa

Unter den städtischen Beteiligungen und Tochtergesellschaften gibt es zurzeit größere Sorgenkinder. Dies machte Kämmerer Thomas Eibl in seinem Bericht im gemeinderätlichen Hauptausschuss deutlich.

Als „Knackpunkte“ angesichts negativer finanzieller Entwicklungen hat Eibl besonders das Klinikum Mittelbaden und die Stadtwerke ausgemacht. Tendenziell ist auch die Lage der Euraka (berufliche Aus- und Weiterbildung) und des Kongresshauses von Verschlechterungen betroffen. Hingegen sieht der Kämmerer bei Kur und Tourismus GmbH sowie Events GmbH, die beide von der Pandemie stark betroffen sind, keine Probleme, da Einbußen bei den Einnahmen durch sinkende Ausgaben aufgewogen werden können.

Klinikum Mittelbaden

Hier gab es, so Eibl, Anfang 2021 „gravierende Leistungs- und Umsatzrückgänge“, die finanzielle Unterstützung und strukturelle Anpassungen erforderten. Der für Baden-Baden relevante anteilige Fehlbetrag beläuft sich zur Jahresmitte auf knapp 2,4 Millionen Euro. Das Jahresergebnis des Klinikums werde vom weiteren Pandemieverlauf abhängig sein.

Stadtwerke

Nachdem die Werke früher regelmäßig den Stadthaushalt mit Zuführungen unterstützen konnten, sind sie inzwischen deutlich ins Minus geraten. Bis Ende Juni gab es einen Verlust des Gesamtbetriebs von 721.000 Euro, deutlich mehr als im Vorjahr. Der Wirtschaftsplan geht von einem Minus fürs gesamte Jahr von 4,3 Millionen Euro aus. In den einzelnen Sparten zeigen sich bis Jahresmitte unterschiedliche Tendenzen. Die Strom- und Gasversorgung schreibt schwarze Zahlen und steigert den Gewinn. Erheblich zurückgegangen ist das Ergebnis bei der Wasserversorgung, da der Verbrauch wohl auch wegen geringerer Trockenheit nachgelassen hat. Bei der Abwasserentsorgung wird ein ausgeglichenes Resultat erreicht. Hingegen ist die Abfallentsorgung von geringeren Einnahmen und gestiegenen Ausgaben geprägt, das Minus kletterte zur Jahresmitte auf fast eine Million Euro. Bei den Bäderbetrieben ist eine leichte Verbesserung gegenüber dem Vorjahr festzustellen, doch man befindet sich weit im defizitären Bereich: rund minus 1,2 Millionen Euro. Die Verkehrsbetriebe rechnen mit einem fast unveränderten Verlust von fast vier Millionen Euro.

Euraka gGmbH

Die Erlöse sind durch die Pandemie zurückgegangen, dem stehen aber auch Einsparungen gegenüber. Man erwartet momentan einen Jahresfehlbetrag von 318.000 Euro – dies ist etwas weniger, als geplant. Sorgen bereitet aber der Einbruch bei den Anmeldungen zum Wintersemester. Hier bleiben die Studentenzahlen weit hinter den Erwartungen zurück.

Kongresshaus

Die wirtschaftliche Lage hat sich aufgrund der Corona-Pandemie „dramatisch verschlechtert“, stellt Kämmerer Thomas Eibl fest, denn 2021 brachte in den ersten sechs Monaten ein komplettes Veranstaltungsverbot. Auch danach war wegen der sehr restriktiven Bedingungen die Durchführung eines Großteils der gebuchten Veranstaltungen nicht möglich. So lag im ersten Halbjahr der Gesamtumsatz des Kongresshauses bei rund 100.000 Euro, geplant waren knapp 1,5 Millionen. Nun richten sich die Hoffnungen darauf, dass im Herbst die großen geplanten Kongresse stattfinden können. Davon ist das Jahresergebnis abhängig.

Kur und Tourismus GmbH

Im ersten Halbjahr waren kaum Vermittlungsleistungen möglich. Deshalb gab es 60.000 Euro Einnahme-Einbußen. Als Gegenmaßnahme hat man die Ausgaben reduziert. Die weitere Umsatz-Entwicklung hängt nun davon ab, ob Großprojekte wie der Christkindelsmarkt stattfinden können. Die Übernachtungszahlen erholen sich langsam, doch den Umfang der Zeit vor der Krise werden sie wohl erst in drei bis vier Jahren erreichen.

Baden-Baden Events GmbH: Auch hier gilt: Geringere Erlöse (kein Veranstaltungsbetrieb im ersten Halbjahr) und geringere Kosten. Viel wird davon abhängen, was im Herbst möglich ist. Die Gesellschaft verfügt über finanzielle Reserven, der Bestand ist nicht gefährdet.

Ihr Autor

BT-Redakteur Henning Zorn

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Erstellt:
23. September 2021, 06:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 41sec

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