Baden-Baden: Trinkwasserquellen sprudeln kräftig

Baden-Baden (hez) – Das bislang niederschlagsreiche Jahr macht sich auch bei der Trinkwasserversorgung in der Kurstadt bemerkbar: Die Quellen im Stadtwald sprudeln, der Grundwasserpegel erholt sich.

Viel geregnet hat es in diesem Jahr. Das hat den Quellen gutgetan und den Grundwasserspiegel erhöht. Foto: Jens Büttner/dpa

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Viel geregnet hat es in diesem Jahr. Das hat den Quellen gutgetan und den Grundwasserspiegel erhöht. Foto: Jens Büttner/dpa

Dass der Sommer in Baden-Württemberg kräftig ins Wasser gefallen ist und das Jahr 2021 auch sonst ziemlich feucht war, macht sich bei der kurstädtischen Wasserversorgung positiv bemerkbar. Doch keiner weiß, ob dies nur ein „Ausrutscher“ ist. Die Baden-Badener Grünen fordern jetzt eine nachhaltige Sicherung der Trinkwassergewinnung für den Stadtkreis.

Nach drei recht trockenen Jahren hat der Himmel 2021 seine Schleusen wieder freigiebiger geöffnet. In Baden-Württemberg zählte der Sommer sogar zu den regenreichsten seit mindestens zehn Jahren. Darüber freuen sich zum Beispiel die Förster, denn den Bäumen im Baden-Badener Stadtwald bleib so der Trockenheitsstress weitgehend erspart.

Auch bei den Stadtwerken registrierte man eine deutliche Veränderung der Verhältnisse bei der Trinkwasserversorgung. Die Kurstädter werden normalerweise mit einer Mischung aus Quell- und Grundwasser versorgt.

Die Trockenheit der vergangenen drei Jahre hatte aber zur Folge, dass die Quellschüttungen gerade im Sommer sehr stark nachgelassen hat. „Teilweise sind Quellen fast zum Erliegen gekommen“, bestätigt Roland Spitzmesser, zuständiger Abteilungsleiter bei den Stadtwerken. Das sei aber in diesen Monaten ganz anders: „Jetzt sind wir sehr gut dran, der Quellwasseranteil liegt bei 50 Prozent.“

Grundwasser aus 35 Meter Tiefe

Auch in der Tiefe ist der feuchte Segen von oben zu spüren, denn der Grundwasserspiegel liegt zurzeit 40 Zentimeter höher als im Vorjahr, berichtet Spitzmesser. Dies ist allerdings kein extremer Wert.

Erst neulich war zu hören, dass man hingegen an anderen Messstellen im Umland – so bei Iffezheim oder Karlsruhe – einen besonders starken Anstieg des Grundwasserspiegels registrieren könne. Dies sei aber nicht ungewöhnlich in der Nähe des Rheins, meint Spitzmesser. Da gebe es eher einmal kräftigere Schwankungen.

Aber extreme Veränderungen seien nicht typisch für den Grundwasserkörper aus Richtung der Vorbergzone, der das Wasserwerk Sandweier versorgt. So sinkt hier der Pegel auch in Zeiten der Trockenheit nicht so kräftig. Das Grundwasser für Baden-Baden wird aus einer Tiefe von 35 Metern entnommen.

Grüne fordern Sicherungsmaßnahmen

Maßnahmen zu einer Sicherung der hiesigen Trinkwassergewinnung durch die Stadt Baden-Baden werden nun von den Grünen im Gemeinderat beantragt. In dem Schreiben an Oberbürgermeisterin Margret Mergen weist Fraktionsvorsitzende Sabine Iding-Dihlmann auf die Trockenheitsprobleme der vergangenen drei Jahre hin. In einem Wasserkolloqium 2020 habe das Umweltministerium des Landes darüber informiert, dass es seit 2002 keine reichliche Neubildung mehr von Grundwasser in Baden-Württemberg gegeben habe.

Iding-Dihlmann fordert, dass Baden-Baden einen „Wasserdialog“ mit den Umlandgemeinden aufnehmen und gegebenenfalls die Pläne einer Verbundleitung weiter verfolgen solle. Zum Schutz des Zustrombereichs des Grundwasserwerks Sandweier wünscht sie eine Selbstverpflichtung der Kurstadt, in diesem Sektor künftig Baumaßnahmen zu unterlassen.

Ihr Autor

BT-Redakteur Henning Zorn

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Erstellt:
6. September 2021, 19:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 19sec

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