Baden-Baden bietet Plattform für Vereine

Baden-Baden (up) – Die Stadtverwaltung Baden-Baden möchte Vereinen eine Engagement-Plattform zur Präsentation und Vernetzung zur Verfügung stellen. OB Mergen verweist auf die Wichtigkeit der Vereine.

Rege beteiligen sich die einzelnen Vereinsvertreter bei der digitalen Sitzung.  Foto: Ulrich Philipp

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Rege beteiligen sich die einzelnen Vereinsvertreter bei der digitalen Sitzung. Foto: Ulrich Philipp

Etwa 640 Vereine gibt es in der Kurstadt mit Tausenden Mitgliedern und ehrenamtlichen Amtsträgern. Für sie plant die Stadt, bei der sogenannten Engagement-Plattform einzusteigen, einer Online-Plattform, auf der sich die Akteure vernetzen und das Vereinsleben präsentieren können.

Am Freitagabend trafen sich mehr als 70 Vereinsvertreter sowie Vertreter der Stadt, um in einem Online-Forum mit den beteiligten Firmen über Chancen und Nutzen des Projektes zu diskutieren. „Wir brauchen das Vereinsleben wie die Luft zum Atmen“, betonte Oberbürgermeisterin Margret Mergen in ihrer Begrüßung und verwies auf eine Entscheidung des Gemeinderats, die Digitalisierung in der Stadt voranzutreiben. Insgesamt beteiligen sich neun Städte – neben Baden-Baden auch Ettlingen, Bretten, Rastatt, Stutensee, Bühl, Bruchsal, Gaggenau und Rheinstetten. Sie haben sich zu dem Projekt „Re@di – regional digital“ zusammengeschlossen. Kathrin Demant-Retis zeigte die Möglichkeiten auf. Unter anderem kann jeder Verein vorgefertigte Layouts verwenden, um etwa Fotos, Satzungen, Chroniken oder Sitzungsprotokolle zu veröffentlichen.

Mehrwert: Veranstaltungskalender

Auch Veranstaltungskalender auf denen man sich anmelden kann, versprechen einen erheblichen Mehrwert für die Nutzer, genau wie ein Bereich für Sponsoren, die nach getätigter Überweisung gleich Spendenbescheinigungen ausdrucken können. Auch ein Modul für einen Shop, das auch gleich die Zahlungsabwicklung ermöglicht, haben die IT-Fachleute im Programm. Insgesamt verspricht das Projekt erheblich vereinfachte bürokratische Prozesse, zumal der Betreiber die Verantwortung für den Datenschutz übernimmt.

Auf jeder Vereinshomepage können zudem interne und externe Bereiche definiert werden, sodass fremde Besucher sich nicht alle Seiten anschauen können. Einige Seiten bleiben bei Bedarf Mitgliedern mit den entsprechenden Zugangsdaten vorbehalten, beispielsweise zum Einsehen von Sitzungsprotokollen. Ein weiterer Mehrwert besteht in der optionalen Verknüpfung mit sozialen Medien wie Facebook. So kann beispielsweise ein auf der Vereinshomepage gepostetes Foto automatisch in den dortigen Account übertragen werden, man spart also einen Arbeitsschritt. Und die Stadtverwaltung kann auf einen Blick über städtische Zuschüsse und Förderprogramme informieren oder Dokumente bereitstellen.

Eigene Homepage einbinden ist schwierig

Auch eine Ehrenamtsbörse, um nach Helfern zu suchen, kann eingerichtet werden. Nach einer Pause trafen sich die Teilnehmer zum virtuellen Austausch, um ihre jeweiligen Anforderungen an die Plattform zu formulieren. Auch Recherchetools für die Presse kamen dabei zur Sprache, auf denen sich Medienvertreter zum Beispiel bei Vorstandswahlen leichter über Abstimmungsergebnisse oder Schreibweisen von Namen informieren können. Imogen Nabel von der Gesellschaft der Freunde junger Kunst erklärte, ihr Verein hätte gerade sehr aufwendig einen Internetauftritt gestaltet und fertiggestellt, aus bestehenden Verpflichtungen käme sie auch nicht so schnell heraus.

Moderator Martin Müller erklärte hierzu, diese Webseiten könnten nicht einfach auf der neuen Plattform eingebaut werden. Da die meisten Vereine bereits über eine eigene Homepage verfügen, dürfte dieses Thema die Beteiligten bis zum nächsten Online-Treffen am 10. Juni wohl mit am meisten beschäftigen.

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Erstellt:
15. März 2021, 13:15 Uhr
Lesedauer:
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