Baden-Baden plant kein neues Impfzentrum

Baden-Baden (hol) – Bei der Auffrischung der Corona-Impfung, dem sogenannten Boostern, setzt die Kurstadt auf Mobile Impfteams. Die Freien Bürger fordern eine Impfstation in der Trinkhalle.

Beim Impfen will die Stadt Hilfe von Mobilen Impfteams aus Karlsruhe anfordern. Wann die nach Baden-Baden kommen, steht aber noch nicht fest. Foto: Bernd Weißbrod/dpa

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Beim Impfen will die Stadt Hilfe von Mobilen Impfteams aus Karlsruhe anfordern. Wann die nach Baden-Baden kommen, steht aber noch nicht fest. Foto: Bernd Weißbrod/dpa

Doch im Rathaus ist das nicht angedacht.

„Bereits zur Zeit sind Wartezeiten von zwei Wochen und länger in den Arztpraxen für einen Booster-Impftermin angezeigt. Und der Zulauf wird noch zunehmen“, heißt es in einem Schreiben der FBB an Oberbürgermeisterin Margret Mergen. Deshalb sollte die zurzeit nicht genutzte Trinkhalle für Booster-Impfungen geöffnet werden, schreibt Stadtrat Heinrich Liesen und beantragt eine unverzügliche Kontaktaufnahme mit dem Hausherrn Steffen Ratzel von der Bäder- und Kurverwaltung (BKV).

Doch im Rathaus ist man abgeneigt: Weder im Bénazet-Saal, wo von Januar bis September viele Tausend Corona-Impfungen verabreicht wurden, noch in einem anderen öffentlichen Gebäude soll es eine solche Einrichtung geben. „Die Stadtverwaltung plant weitere Impfaktionen mit einem Mobilen Impfteam (MIT)“, heißt es von der Stadt-Pressestelle. Deshalb habe man Kontakt mit dem Städtischen Klinikum Karlsruhe aufgenommen, das federführend für die Organisation der Impfteams in Mittelbaden sei. Die Rückmeldung aus Karlsruhe stehe noch aus.

Impf-Tourismus nach Rastatt

Petra Geiger, Pressesprecherin des Karlsruher Klinikums, bestätigt das. Schon Ende Oktober habe die Kurstadt um den Einsatz des MIT gebeten. „Baden-Baden gehört auch grundsätzlich zum Einsatzgebiet“, sagt sie. Allerdings gebe es derzeit viele Anfragen. Die Ausrufung der Warnstufe im Land habe die Menschen beunruhigt – es entstehe ein hoher Bedarf für Drittimpfungen. Wann ein MIT in die Kurstadt geschickt werden könne, wie oft und in welcher Form der Einsatz ablaufen wird, konnte Geiger noch nicht sagen. Vieles deutet jedoch darauf hin, dass der Einsatz in Baden-Baden frühestens Ende November stattfindet. Wie aus einem im Internet vom Städtischen Klinikum Karlsruhe veröffentlichten Zeitplan hervorgeht, sind die Impfteams nämlich bis Mitte des Monats ausschließlich in Karlsruhe unterwegs. Impfaktionen finden bis dahin jeweils ganztags in Einkaufszentren, im Schloss und in der Dualen Hochschule statt.

Bei der Stadt Rastatt verfährt man deshalb anders als in Baden-Baden. In der Barockstadt wurde bereits am 18. Oktober gemeinsam mit einer Hausarztpraxis ein kleines Impfzentrum im städtischen Rossi-Haus eingerichtet. Erst-, Zweit- und Drittimpfungen gegen das Corona-Virus sind dort montags bis freitags von 11 bis 18 Uhr ohne Anmeldung möglich. Die Aktion läuft mit Erfolg: Bis Ende Oktober hatten dort nach Angaben der Rastatter Pressestelle 1.100 Menschen das Angebot genutzt. Auch im November sei der Zulauf ungebrochen, hieß es. Auch viele Baden-Badener dürften derzeit als Impf-Touristen in die Nachbarstadt fahren.

Ihr Autor

BT-Redakteur Harald Holzmann

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Erstellt:
5. November 2021, 11:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 12sec

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