Baden-Baden verschärft Maßnahmen auf B500

Baden-Baden (nof) – Um die Zahl der Motorradunfälle auf der Schwarzwaldhochstraße zu reduzieren, weitet die Stadt Baden-Baden den Tempo-50-Bereich aus.

Die Schwarzwaldhochstraße im Bereich des Helbingfelsens gilt als Unfallschwerpunkt. Der Tempo-50-Bereich wird nun ausgeweitet.  Foto: Nico Fricke

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Die Schwarzwaldhochstraße im Bereich des Helbingfelsens gilt als Unfallschwerpunkt. Der Tempo-50-Bereich wird nun ausgeweitet. Foto: Nico Fricke

Außerdem sperrt sie einen weiteren Parkplatz an der B500, der zum Treffpunkt der Poserszene geworden ist. Eine Streckensperrung als „letztes Mittel“ könne hingegen nicht von heute auf morgen angeordnet werden, sagte Bürgermeister Roland Kaiser. „Das ist ein langer Abwägungsprozess“, schmälert er diesbezügliche Erwartungen.

Schon seit mehr als zwei Jahren arbeite die Stadtverwaltung im Austausch mit der Verkehrspolizei und dem Regierungspräsidium (RP) Karlsruhe an einem Stufenplan, um dem Problem auf der bei Motorradfahrern beliebten Ausflugsstrecke Herr zu werden und die Verkehrssicherheit zu erhöhen. „Es gab ja schon viele Maßnahmen, die aber nicht die gewünschten Ergebnisse gebracht haben“, so Kaiser. Zuletzt wurden am Helbingfelsen so genannte Rüttelstreifen angebracht, um Motorradfahrer auf die gefährliche Kurve aufmerksam zu machen. Gebracht hat es wenig. Der Bereich gilt als Unfallschwerpunkt und ist vor allem in der Poserszene beliebt, die dort zu waghalsigen Fahrmanövern ansetzt. Vor kurzem hat die Stadtverwaltung deshalb den Parkplatz am Aussichtsfelsen sperren lassen. „Die Szene hat sich nach Mitteilung der Polizei daraufhin etwas verlagert“, berichtet Kaiser. Aus diesem Grund werde nun auch der nächste Parkplatz weiter in Richtung Sand gesperrt und der Bereich, in der ohnehin schon die Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 50 gilt, noch ausgeweitet, erklärt Kaiser die nächsten Maßnahmen. „Die Polizei wird kontrollieren, Kontrolldruck ist also da.“ Doch sei ja bekannt, dass sich die Motorradfahrer gegenseitig warnen. „Das kann auch ins Leere laufen.“

Streckensperrung steht derzeit nicht an

Eine Streckensperrung könnte die Stadtverwaltung nach Absprache mit dem RP zwar anordnen. „Die Entscheidungshoheit liegt bei der Stadt. Aber über diese Maßnahme steht derzeit gar keine Entscheidung an“, sagt Kaiser. Das benötige viele Vorarbeiten: Vor allem müsse die Frage geklärt sein, welche Konsequenzen ein Durchfahrtverbot auf der B 500 im besagten Abschnitt mit sich brächte. Kaiser gibt ein Beispiel: „Wohin verlagert sich der Ausweichverkehr und ist dort mit steigenden Unfallzahlen oder Lärmbelästigung zu rechnen?“ In den Entscheidungsprozess müssten auch andere Kommunen mit einbezogen werden. Auch sei eine Sperrung eine freiheitsbeschränkende Maßnahme – wie im Übrigen auch die Parkplatzsperrungen und die Tempobeschränkung, die alle Verkehrsteilnehmer treffe. „Das sind Abwägungsfragen.“ Bei der Abwehr von Gefahren für Leib und Leben müsse die Verhältnismäßigkeit der Mittel gewahrt bleiben.

Wöchentlich bewerte man die Situation an der B 500 neu, doch für eine Streckensperrung „gibt es derzeit keine Entscheidungsreife“, betont Kaiser, der bei gesetzlichen Möglichkeiten zur Eindämmung des Motorradlärms auf den neuen Bundestag hofft, der über eine entsprechende Bundesratsinitiative befinden soll. „Der aktuelle Bundestag hatte diese ja leider nicht mehr auf die Tagesordnung genommen“, bedauert der Bürgermeister.

Ihr Autor

BT-Redakteur Nico Fricke

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Erstellt:
5. Juli 2021, 15:25 Uhr
Lesedauer:
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