Baden-Baden filtert PFC aus Trinkwasser

Baden-Baden (nof) – Geboren aus der Not, dem PFC-Problem Herr zu werden, ist nun ein Großprojekt eingeweiht worden: die Verbundleitung zum Grundwasserwerk Sandweier.

Mit einem symbolischen Knopfdruck geben die Verantwortlichen im Grundwasserwerk Sandweier die neue Verbundleitung frei. Foto: Nico Fricke

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Mit einem symbolischen Knopfdruck geben die Verantwortlichen im Grundwasserwerk Sandweier die neue Verbundleitung frei. Foto: Nico Fricke

Sie soll die Trinkwasserversorgung von Iffezheim und Hügelsheim sichern. Am Dienstagabend gaben die Verantwortlichen um den Zweckverbandsvorsitzenden Christian Schmid mit einem symbolischen Knopfdruck im Grundwasserwerk die Leitung frei. Diese wird gespeist mit Wasser aus den Tiefbrunnen der beiden Gemeinden, denen sich aber eine PFC-Fahne nähert. Um das Trinkwasser davon gegebenenfalls zu befreien, kann es nun im Grundwasserwerk der Stadtwerke Baden-Baden mittels Aktivkohlefiltern gereinigt werden. „Wir haben das Problem frühzeitig erkannt und eine gute Lösung im Sinne der Einwohner gefunden“, dankte Iffezheims Bürgermeister Schmid allen Beteiligten für die Umsetzung der kostspieligen Maßnahme. Seit 2018 habe man nach einer Versorgungsalternative gesucht. „Wir mussten etwas tun, das war alternativlos“, betonte Schmid. Mit dem Verbundsystem sei nun die „die sinnvollste und wirtschaftlichste Variante“ umgesetzt worden.

6,6 Kilometer Leitungen verlegt

Auf einer Trassenlänge von 3,4 Kilometern sind seit Anfang des Jahres 6,6 Kilometer Leitungen unter die Erde gebracht worden. Hinzu kommen 4,6 Kilometer Kabel. 13.000 Tonnen Erde mussten dafür bewegt werden. „Wir haben damit alles richtig gemacht“, freute sich Schmid mit seiner Bürgermeisterkollegin Kerstin Cee (Hügelsheim) und deren Amtsvorgänger Reiner Dehmelt über die nun geglückte „Punktlandung“. Die Testphase sei erfolgreich abgeschlossen worden, die Leitung könne in Betrieb genommen werden. Als „Paradebeispiel interkommunaler Zusammenarbeit“ bezeichnete Schmid die „vorbildliche Kooperation“, die gleich mehrfachen Nutzen bringe: Die Trinkwasserinfrastruktur beider Gemeinden bleibe erhalten, das Wasser ist PFC-frei und zugleich werde es in den Anlagen in Sandweier auch noch enthärtet.

2,4 Millionen Euro investiert

2,4 Millionen Euro hat der im Januar dieses Jahres gegründete Zweckverband Wasserversorgung Iffezheim/Hügelsheim in die Leitungstechnik investiert, vom Regierungspräsidium Karlsruhe gab es einen Zuschuss in Höhe von rund 600.000 Euro, so Schmid. „Das war die richtige Entscheidung“, das Ergebnis könne sich sehen lassen. „Mit den Stadtwerken haben wir – so sagt man in Iffezheim – aufs richtige Pferd gesetzt“, unterstrich Schmid augenzwinkernd.

Für „das Vertrauen und die Vorschusslorbeeren“ bedankte sich Peter Riedinger, Leiter Technischer Betrieb bei den Stadtwerken Baden-Baden. Er bezeichnete die Kooperation als „Leuchtturm der interkommunalen Zusammenarbeit“. Rund 6,5 Millionen Euro haben die Stadtwerke in den vergangenen Jahren in die Modernisierung ihrer Trinkwasseraufbereitungsanlagen investiert. „Wir wollen Ihren Ansprüchen gerecht werden.“ Auch wenn es neue Richtlinien für die Wasserqualität zum Beispiel im Zusammenhang mit der PFC-Belastung geben sollte, „werden wir weiter investieren“. Die Stadtwerke erhalten für die Reinigung des eingespeisten Trinkwassers ein Entgelt.

Ihr Autor

BT-Redakteur Nico Fricke

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Erstellt:
29. September 2021, 14:43 Uhr
Lesedauer:
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