Baden-Baden will Kitas und Schulen offen halten

Baden-Baden (nof) – Mit einem umfangreichen Maßnahmenkatalog zur Bekämpfung der Corona-Pandemie ist das neue Schuljahr gestartet.

Die Schule hat begonnen: Es gilt eine Test- und Maskenpflicht für die Kinder. Foto: Christian Charisius/dpa

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Die Schule hat begonnen: Es gilt eine Test- und Maskenpflicht für die Kinder. Foto: Christian Charisius/dpa

Oberstes Ziel laut Bürgermeister Roland Kaiser: „Die Schulen und Kitas offen zu halten.“ Ein Überblick:

Wie sieht die Strategie in den Kindertageseinrichtungen aus?

Nach der Schließzeit in den Sommerferien mussten die Kinder über zwei Wochen einen Nachweis über einen zuhause durchgeführten Selbsttest (zweimal wöchentlich) erbringen, berichtet Fachgebietsleiter Kindertagesbetreuung und Jugendförderung, Steffen Miller, bei einem Pressegespräch. Beschäftigte, die nicht geimpft sind, müssen sich seit Montag täglich testen lassen. Rund 82 Prozent des Kita-Personals seien mittlerweile geimpft. „Das ist nicht schlecht, aber da haben wir noch einen Puffer nach oben“, so Bürgermeister Kaiser. Bislang seien die 32 Einrichtungen mit 1.900 Plätzen verhältnismäßig gut durch die Corona-Krise gekommen. Seit Oktober 2020 seien nur 22 Gruppen von Quarantänemaßnahmen betroffen gewesen. „Das ist relativ überschaubar“, so Miller. Zehn Kinder seien in den Einrichtungen positiv getestet worden. „Kitas waren keine Corona-Herde“, betont Kaiser. Und eine Cluster-Bildung – also viele Infektionen – soll auch weiterhin vermieden werden.

PCR-Lolli-Reihentestung auf freiwilliger Basis

Wie genau?

Mit einer PCR-Lolli-Reihentestung auf freiwilliger Basis, die Ende September gestartet werden und bis zu den Herbstferien laufen soll, sagt Miller, der darauf hofft, dass sich eine große Zahl der Eltern daran beteiligt. Dabei sollen die Kinder zweimal wöchentlich in den Einrichtungen „nicht personalisiert per kindgerechtem Lollitest“ getestet werden. Ein Labor wertet den Pool-Test aus. Nur wenn ein positives Ergebnis vorliegt, müsse individuell nachgetestet werden. „Die Eltern werden derzeit über die genauen Abläufe informiert“, weiß Miller, dass hier viel Aufklärungsarbeit vonnöten ist, um eine möglichst hohe Teilnehmerquote zu bekommen. Ziel soll sein, Clusterbildungen in den Kitas zu vermeiden und somit auch weitere Maßnahmen wie Gruppenschließungen, bittet auch Bürgermeister Kaiser um Unterstützung der Erziehungsberechtigten.

Was geschieht außerdem?

Mit dem Einbau von Raumlufttechnischen Anlagen (RLT) soll – je nach Verfügbarkeit – noch vor Weihnachten begonnen werden, kündigt Bürgermeister Kaiser an. Die Stadt Baden-Baden kann von einem Bundesprogramm profitieren, das rund 4,2 Millionen Euro der Kosten trägt, eine weitere Million Euro übernimmt die Stadt. Zudem werden CO2-Ampeln und Mobile Raumlüftungsanlagen, gefördert vom Land, angeschafft.

Wie ist die Situation an den Schulen?

Schüler müssen sich derzeit zweimal wöchentlich testen, ab dem 27. September bis zu den Herbstferien sogar dreimal, erläutert Annemarie Harrer, Fachgebietsleiterin Schule und Sport. „Beschäftigte, die nicht genesen oder geimpft sind, müssen sich täglich testen lassen.“ Auch in den Schulen werden nach und nach Raumlufttechnische Anlagen installiert. „Es gilt weiter eine Maskenpflicht“, so Harrer. Seit Schuljahresbeginn sei ein positives Testergebnis gemeldet worden. Die Impfquote bei den Lehrern liegt laut Harrer je nach Schule zwischen 76 und 100 Prozent. Das städtische Personal (Sekretärinnen und Hausmeister) sei hingegen vollständig geimpft.

Förderprogramm „Rückenwind“ nach Herbstferien

Wie geht es weiter?

Nach den „Lernbrücken“ in den Sommerferien gibt es nun ein Lernförderprogramm „Rückenwind“ des Landes. Derzeit laufe eine Bedarfserhebung unter den Schülern. Nach den Herbstferien soll laut Harrer mit zusätzlicher Unterstützung damit begonnen werden, Lernlücken aufzuarbeiten.

Wie ist es um die Akzeptanz der Maßnahmen bestellt?

Es sei schwer, es allen recht zu machen, fasst Fachgebietsleiterin Harrer die Erfahrungen zusammen. „Es gibt zu vielen Punkten unterschiedliche Meinungen.“

Worauf hofft die Stadtverwaltung?

„Auf die Impfbereitschaft von Jugendlichen und Erwachsenen“, sagt Bürgermeister Kaiser. Er wolle nicht dafür werben, „das ist eine individuelle Entscheidung“, aber darüber informieren. Noch zehn Tage sei das Kreisimpfzentrum im Kurhaus geöffnet, wo man sich ohne großen Aufwand impfen lassen könne. Er rechnet mit einer gewissen Dynamik, falls es jetzt zu Einschränkungen für Nichtgeimpfte kommen sollte. Einen Impftermin des Mobilen Impfteams für alle Interessierten kündigte Fachbereichsleiterin Iska Dürr für den Donnerstag, 23. September, von 13 bis 17 Uhr im Gewerbepark Cité 1, (Fachbereich Bildung und Soziales) an.

Ihr Autor

BT-Redakteur Nico Fricke

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Erstellt:
16. September 2021, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 54sec

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